Dienstag, 20. November 2012

Dan Flavin - 'Lights' im Mumok

Mein Besuch im Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien war eher Zufall - das Leopold-Museum mit 'Der nackte Mann' hatte leider zu. Da ich Kunst liebe, bin ich einfach hingegangen.





Was ist das Mumok?

Das Mumok ist ein schicker, leicht geschwungener Bau aus Basalt, der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts beinhaltet. Von Fotorealismus über Popart, Minimalismus und Fluxus bis zu den darauf aufbauenden Stilen wird man dort alles finden.

Wie hinkommen?

Das Mumok liegt im Museumsquartier, nahe der U-Bahn-Station 'Volkstheater'. Dort verkehren die Linien 2 und 3. Ansonsten kann man den Komplex auch gut über die Mariahilfer Straße erreichen, an dessen Ende er liegt.

Preise

10 EUR (Erwachsene) / 8 EUR (Ermäßigte)

Ich habe das Duo Ticket Flexible genommen, mit dem man für 17 EUR binnen eines Jahres zwei Museum besuchen kann. Zur Auswahl stehen neben dem Mumok das Leopoldmuseum, das Architekturzentrum und die Kunsthalle Wien.

Eine Übersicht der Preise findet ihr hier.

Was habe ich besucht bzw. was gibt es?

Dan Flavin - 'Lights' - Lichtkunst
Poesie der Reduktion - Minimalismus
Alejandro Cesarco - Installation zum Thema Kriminalroman/Detektivgeschichte

Mein erster Eindruck...

Wow! Das Gebäude ist von außen sehr hübsch, zwar grau, aber imposant - ein großer Klotz. Er hebt sich deutlich von den umgebenden Gebäuden ab, die eher klassisch gehalten sind.

Gut ist, dass es Schließfächer und eine kostenlose Gardrobe gibt, durch das Glas wirkt alles sehr hell und freundlich, aber auch kalt. Nicht schön ist, dass man eine große Treppe hochlaufen muss, ich habe keinen Fahrstuhl gesehen - mit Rollkoffer ist das sehr doof.

Das Museum hat, glaube ich, 5 Etagen, von denen 2 für Dan Flavin, eine für Poesie der Reduktion, eine für Alejandro Cesarco und eine für dein Eingangsbereich gedacht sind.

Die Fahrstühle sind echt schnell! Es gibt, glaube ich, 2 davon - das ist gut, wenn viele Besucher kommen.

Als Ticket bekommt man ein biegsames Metallschildchen, das man an sich festheften kann. Das geht meistens ganz gut und die Befestigungsidee gefällt mir. Aber ein Anstecker wäre sicherer gewesen.

Am Eingang bekommt man gesagt, dass man oben anfangen soll.

An die Bilder, äh.. Lampen - fertig - los!

Wer ist Dan Flavin?

Dan Flavin lebte von 1933 bis 1996 und war ein wesentlicher Vertreter des Minimalismus. Er arbeitete mit handelsüblichen Neonröhren in den Farben Rot, Blau, Grün, Gelb und Weiß (kalt und warm), meistens sind die Röhren grade, manchmal findet man auch Kreise.

Ziel war, den Menschen selbst zum Kunstjobjekt zu machen, indem ihn das Licht veränderte.

Die meisten Werke tragen den Titel 'Untitled' und sind einer bestimmten Person gewidmet, manchmal hat er eine ganze Serie zur Huldigung einer Person gefertigt.

Cool finde ich beispielsweise das hier.

Was zeigt die Ausstellung?

Gezeigt werden verschiedene Werke Flavins sowie Skizzen seiner Arbeit.

Ich fand die Skizzen sehr toll, weil die Röhren am Ende zwar genauso aufgestellt sind wie in der Vorlage, aber durch den Unterschied zwischen Buntstift und Licht völlig anders wirken. Beeindruckend war auch, wie er die Skizzen gezeichnet hat - so sauber, er hat nicht drüber gemalt, jede Linie extakt. Auf einem Bild sieht man viele kleine Kreise und er hat jeden fast gleich gezeichnet. Das werde ich mitnehmen!

Die Röhren selbst sind in weißen Bereichen präsentiert, alle Räume sind von weißen Wänden durchzogen, sodass alle Werke zur Geltung kommen.

Meine Lieblingsexponate sind eine Wand in einem Raum, die auf der einen Seite gelb und auf der anderen grün beleuchtet ist. Man muss den Raum von beiden Seiten betreten, um beide Farben sehen zu können. Befindet man sich im gelben Raum, ist alles sehr fröhlich. Aber der grüne ist erschreckend! Man erkennt es auf dem Foto nicht, aber man sieht sämtliche rote Flecken auf der Haut. Grün ist die Komplementärfarbe zu Rot, daher wird alles Rote nochmehr hervorgehoben - sehr gruslig.



Aber das verdeutlicht, was dieser Ausstellung fehlt - die Wärme. Die Werke stehen da, aber man wird nicht animiert, sich damit zu beschäftigen, sie auszuprobieren, zu gucken, wie man selbst im Licht wirkt. Das liegt nicht an der Aufstellung, sondern am Personal und den Texten:

Die Museumswärter gucken sehr grimmig, desinteressiert, sie wirkten nicht, als hätten sie Ahnung von der Ausstellung oder würden einem helfen, erzählen. Und sie achten penibel darauf, dass man keinem Werk zu nahe kommt.

Ich finde den Satz auf wikipedia so schön:

Die Besonderheit der Flavinschen Kunst ließ den Betrachter selbst zur Kunst werden, indem das Licht Farbe seiner Haut und seiner Kleidung veränderte.

Das konnte man alles nicht ausprobieren :-(

Die Texte selbst sind vielfältig, aber durcheinander - immer wird betont, was der Minimalismus will, aber man erfährt nur wenig über Flavin selbst. Es wäre wichtig gewesen, zuerst zu erklären, was die Kunstrichtung beinhaltet.

Ich habe mich in eine Richtung gedrängt gefühlt und trotzdem habe ich nur wenig von der Kunst selbst verstanden :-(

Mein zweiter Favorit sind treppenartig angeordnete Kreise in weißem Licht. Es gibt die Intallation mit kaltem und warmen Licht und es ist cool zu merken, dass etwas anders ist, man es aber nicht sagen kann, bis man den Titel liest. Das warme Licht scheint besser in den Raum zu passen, weil es an Tageslicht erinnert :-)

Poesie der Reduktion

Neben Dan Flavin gab es auch andere Minimalisten, über die man hier einen kurzen Überblick bekommt. Manches erinnert an Möbelstücke, manches ist eher bildhaft.

Ich fand es ok, aber nicht extrem berreichernd.

Und wieder konnte man sich nicht entscheiden, wo man den Absatz über den Minimalismus einbaut. Außerdem wird die Verbindung Flavins und Donals Judds mehrfach angerissen, ohne, dass man eine Beziehung dazu aufbaut - wie sich die beiden bereichert haben oder auch nicht :-(

Alejandro Cesarco

Ich bin nur kurz durch die zwei Räume gegangen, aber mir war es zuviel - ein paar Zeichnungen, zwei Videobildschirme nur wenige Meter auseinander, die sich gegenseitig stören. Interessant war der Diaprojektor, in dem erklärt wird, wie Stilmittel bzw. Dramatik im Kriminalroman eingesetzt werden. Leider nur auf Englisch und ohne Untertitel. Die Schilder sind zwar sehr einfach, aber irgendwann war es einfach zuviel.

Vielleicht bin ich zu verschlossen, aber ich wäre mit der klassischen Variante Infotafeln-Exponate besser dran gewesen :-(


Und wenn man noch Geld ausgeben will...

... gibt es den Museumsshop. Dieser ist offen gehalten und bietet neben Büchern auch Kopfhörer usw. Teilweise waren die Preise recht hoch und die Verbindung zu den Ausstellungen war nicht immer da. Aber die Atmosphäre gefiel mir.

Fazit

Von außen ist das Gebäude schöner als die Ausstellungen innen. Mir war alles zu durcheinander und lieblos, das Personal lethargisch, man war auf sich allein gestellt.

Schön fand ich die Idee der Ausstellung und die Gardarobe :-)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über deinen Kommentar! Für Fragen oder Kommentare zu meinem Kommentar auf deiner Seite kannst du mir eine Nachricht schicken - oben rechts steht die Adresse :-)