Sonntag, 11. November 2012

"Schriftgut" - die erste Dresdner Literaturmesse!


Gesammeltes


An einer unbekannten Ecke *hahahhah* vor gar nicht all zu langer Zeit *aha!* sah ich ein Bücherplakat hängen *hahahha* und meine Augen wurden weit! (Wer es nicht erkannt hat: es ist Biene Maja)


Damit die Büchersaison nach Leipzig (März) und Frankfurt (Oktober) nicht ganz so öde wird, haben sich ein paar Menschen zusammengetan und sich eine kleine Messe ausgedacht. Ernsthaft: Ziel der Messe war vor allem die Vernetzung von Verlagen und Künstler, natürlich auch die Repräsentation, aber es ging nicht vordergründig darum, Bücher zu verkaufen.

Was man auch an der Gestaltung gesehen hat: Die Messe fand in der Dresdner Messe, in der 'Börse' statt. Das ist der alte Teil des Geländes. 1906 von Hans Erlwein als Schlachthof erbaut, wurden im Zuge der Verlegung der Messe vom Strassburger Platz (VW hat seine Manufaktur hingebaut) nach außen schicke, neue Messehallen erbaut - in denen finden die 'wichtigen' Veranstaltungen statt :-)

Außerdem gibt es noch einen kleinen Neubau mit Sälen, irgendwo dazwischen, kurzum: zwei kleine Räume für Lesungen, ein breiter Gang als breiter Gang, ein großer Raum mit Essen und ein paar Ständen und der Innenhof. Im alten Teil waren die 'herstellenden' Zweige untergebracht - Papierherstellung, Schriftsetzer und der tolle Pianist :-)

Da ich keine Zeit zum Fotografieren hatte, hab ich mal meine Ausbeute fotografiert. Hier also eine kleine Auswahl:

Wer da war

Das Triebmagazin - ich hab noch nicht reingeguckt, aber es sieht aus wie ein buntes Potpourri an Gedichten!










Ein Hörbuchverlag war auch da - sehr nette Menschen :-)










Buchhalndluchg Avicenna - Ohne wirklich orientalisch zu sein, bot dieser Stand Literatur aus dem Fernen Osten. Das coole ist: sie hatten ein eigens für sie kreiertes Parfüm dabei - es sollte nach Rose riechen, schnupperte zuerst würzig, dann zitronig, und dann wieder lange, lange würzig. Sehr interessant - aber nicht meins!













Der Dresdner Buchverlag fiel durch seinen Pappaufsteller für die Bücher mit Manga-Cover auf - und hatte damit einen Hauch Leipziger Flair :-)


















Cool war auch Slopinsky, ein Kalender mit reingedruckten Notizen, die eine Geschichte ergeben.















Auch Literaturmagazine waren vertreten, u.a. diese beiden:

Das Päng-Magazin, von dem ich leider keinen Flyer habe. Es beschäftigt sich in dieser Ausgabe mit Heimat.

Und Cynal.











Und irgendwo in dem großen Saal mit der (Kuchen)Bar und der Pflanze im Klavier, hatten auch die Poety Slammer ihren Tisch aufgebaut und zeigten Videoausschnitte. Leider fand der eigentliche Slam spätabends statt :-(














Und nun zu meinen Favoriten:

Leider immer kleiner, aber immer noch da: die Bardinale.

Vor ein paar Jahren war das noch ein richtiges Festival in Kooperation mit dem Erich-Kästner-Museum, es gab eine Literaturmeile und ein Open-Mic und die Poets-Wanted waren auch integriert.

Unglücklicherweise hat das Ganze abgenommen und ist jetzt nur noch ein Preis :-(









Und hier der definitiv tollste, coolste und besucherfreundlichste Stand:

Nicht nur, dass die Zeichnungen der Kinderbücher an Fred Inks Strange Days erinnern (Mojo!!!), die beiden waren auch total nett und es gab Bonbons und Muscheln - das war so niedlich!

Anja Tittel hat eine sehr hübsche Internetseite, genauso wie Christina Oskui.




Natürlich haben wir nicht nur gegessen und geguckt, sondern auch eine Veranstaltung besucht, nämlich:

AUFTAKT - Neun Autoren aus der Schreibwerkstatt von Michael G. Fritz (ein Dresdner Autor) lesen vor.

Leider waren es nur vier - die anderen fünf lasen am Sonntag....

Die erste Dame las einen Text über 'das Leben des Rentners von heute' vor, wie mir meine Freundin sagte. Es war die Geschichte eines Ehepaares, das in der Monotonie versinkt - sie geht ihrem Alltag nach und er Facebook. Dieser Kontrast zieht sich durch die ganze Geschichte und machte sie für mich - sry - langweilig. Zwar war es interessant, dass der Mann redet und die Frau ihn nicht versteht, aber das Thema nutzt sich sehr schnell ab.

Frank Siegert (?) las Geschichten über Zugfahrten und Heimat vor. Leider auch nicht meins.

Technisch gut war Elisabeth Humboldt. Ich habe ihr gerne zugehört, ihre Geschichte über einen Insektenforscher, der mit der Antarktis Bekanntschaft macht, hatte einen Rahmen und sprach den Leser direkt an. Echt gut!

Die Beste unter den weniger Guten war aus meiner Sicht der letzte Beitrag - Gedichte von Marit Heuss. Seit einigen Jahren dabei und unter dem betreuenden Blick des Betreuers las die Teilnehmerin des Mitteldeutschen Gedichtekalenders Gedichte vor. Sie waren voller Wortspiele und düsterer Bilder. Allerdings hat mich ihr Vortragsstil gestört - ihr Blick war eindringlich, ihre Betonung zu heftig. Lyriker gerate oft in Versuchung, ihre Gedichte sehr intensiv vorzutragen und den Hörenden damit zu überrennen - das war hier der Fall.

Alles in allem war die Messe ok, aber nicht überragend. Es war eine Menge dabei, für Kinder wurde viel geboten, aber es fehlte an Ordnung, und an Spaß - wenn Autoren lieblos neben ihren Büchern stehen und nur darauf lauern verkauft zu werden, dann finde ich das doof. Außerdem waren die Räume, besonders im Altbau, zu eng.

Fazit: Literatur muss sich einen anderen Weg suchen. Die Verknüpfung mit dem Neuen, den Jungen, wäre ratsam.

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