Samstag, 8. Dezember 2012

Marianne Dextor und eine Galerie

Durch den Newsletter der Stadt wurde ich auf die Ausstellung von Marianne Dextor im Kulturrathaus aufmerksam. Eigentlich wollte ich noch eine andere Ausstellung besuchen, aber sie hatte zu :-(


Allgemeines

Die ca. 20 Bilder sind im Kulturrathaus auf der Königstraße 15 im Kunstfoyer (1. Etage, vor dem Fritz-Löffler-Saal) ausgestellt. Man kann sie Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 und freitags bis 17 Uhr besuchen. Eintritt wird nicht erhoben.

Zu erreichen ist das Kulturrathaus über die Haltestelle Albertplatz (Linien 3, 7, 8, 11 und 6), von dort aus läuft man ca. 3 min.

Die Austellung

Fotografiert hat die Künstlerin ein verfallenes Gebäude von Villeroy & Boch, das von zahlreichen Graffittis durchzogen ist.

Am Anfang liest man einen kurzen Text über die Intentionen der Künstlerin, außerdem ist erwähnt, dass mit welcher Kamera sie geschossen hat (ich glaube, eine Canon 120) und dass die Bilder nicht manipuliert sind.

Für viele mag das ein Authenzitätsbeweis sein, mich schreckt es eher ab. Für mich ist die Verschönerung von Bildern am PC in Ordnung, es gehört dazu, Farben, die die Kamera nicht originalgetreu widergeben kann, realistischer zu machen oder Vorzüge hervorzuheben. 'Manipulation' hat immer einen negativen Unterton, ich sehe es aber auch im Sinne von 'verändern' oder 'Einfluss nehmen' Kurz: ich schätze die Künstlerin nicht sehr positiv ein, weil sie sich rechtfertigt - sie hat einen handelsübliche Kamera benutzt - und weigert, etwas besonderes aus den Fotos zu machen, nur zu dokumentieren. Die Ausstellung hat lange gebraucht, um das zu revidieren - aber sie hat es geschafft :-)

Leider findet man sonst nichts unter den Bildern, das Auge geht immer nach unten in Erwartung eines Textes, aber dort ist nichts :-) Irgendwie fehlte mir dadurch etwas - eine Aussage, ich will die Meinung des Künstlers lesen, einen Interpretationsansatz - aber ich war ganz allein :-(

Die Bilder selbst sind auf den ersten Blick verwirrend - die Graffittis knallen und stehen in krassem Kontrast zu den verfallenem Gebäude. Anfangs wurde ich nur schwer den Eindruck los, dass es nur um die bunten Bilder geht. Im Laufe der Ausstellung entdeckt man immer mehr - das Licht fällt ein, Steine liegen herum, Arbeitsmaterial - der Verfall wird spürbar! Je weiter man kommt, desto mehr fühlt man sich in den Ort ein und hat das Gefühl, da zu sein.

Und die Autorin arbeitet tatsächlich - weniger mit Farben, aber mit Perspektiven - Bilder werden durch Pfeiler durchbrochen, Fluchtpunkte geschaffen usw. Besonders toll sind die Bilder, bei denen die Natur zu sehen ist und man nicht mehr weiß, was innen und was außen, was Gebäude und was Blätter sind. Es gibt ein Bild, in dem von einem Raum durch das Fenster ins nächste Gebäude fotografiert wird, in dem sich ein weiteres Bild befindet.

Und irgendwann wurde es doch etwas langweilig.

Fazit

Eine interessante Idee, aber mir fehlte .... das Intellektuelle, der Druck, über irgendetwas zu sinnieren, ich fühlte mich allein gelassen. Die Bilder sind schön und die Künstlerin hat sich etwas dabei gedacht, aber... vielleicht liegt es auch am Raum - es ist das Foyer, eigentlich dazu gedacht, die Besucher abzulenken, bevor sie in den Saal gehen - vlt. sollte es nicht so anspruchsvoll sein?

Ausstellung Nr. 2

Im Kulturrathaus befindet sich eine Galerie, die mit der Stadtverwaltung nichts zu tun hat. Sie hat erst im Oktober eröffnet und stellt Ölbilder von Wayan Gede Susana aus. Diese zeichnen sich durch ihre farbenfrohe, teils abstrakte Gestaltung aus. In den Bildern entdeckt man immer wieder etwas Neues!

Die Größe der Bilder reicht von ca. 20 x 80 bis 120 x 120 cm aus, für jeden Raum ist etwas dabei.

Die Betreuung ist sehr gut! Die Betreiberin brennt für den Künstler, sie erklärt alles gut, das ist wundervoll!

Das Highlight ist aber nicht die Galerie, sondern die Homepage - dort gibt es die Möglichkeit, die Bilder in verschiedenen Räumen mit verschiedenen Wandfarben zu testen. Diese wirken je nach Farbe computeranimiert oder sehr natürlich, es ist wirklich spannend!

Es ist sehr schön da! Und es gibt guten Kaffee!

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