Sonntag, 9. Juni 2013

"Drachenlust - Drachenkrieger" von Malin Wolf

Hallo liebe Leser!

Ich und Fantasy, das passt so gut zusammen wie Salzbrezeln und Schokolade (gab es mal von Milka - bäh!), Alice Schwarzer und das Emanzipationsdilemma (sry :P) oder auch E-Books und Taschenbücher (Taschenbuch: "Du Atomkraftler!!!", E-Book: "Du Baumkiller!!!"), kurz gesagt:
Muss nich sein...

Da es aber trotzdem Autoren gibt, die einem charmant auf die Nerven gehen, in dem sie überall ihr neues Buch bewerben (und diese zu Recht supertoll finden), habe ich mich mit Schokolade, Kaffee und einer Folge Vampire Diaries selber bestochen und hab gelesen.

Und wie immer: Das Buch war toll :-)

Da ich Rezensionen ohne Bild doof finde, habe ich mal zu Acrylfarbe und Hologel (auf Acrylbasis, aber keine Farbe. Nein. Wirklich nicht!) gegriffen und gepinselt. Die Abdeckung meiner Cam musste dafür herhalten - und bis auf einen kleinen Farbfleck hat sie das auch überstanden.

Allgemeines

Das Buch ist ein Spinn-Off zur Drachenkrieger-Reihe von Malin Wolf. Man bekommt die Bücher über Amazon und bezahlt für dieses Zusatzkapitel 99 ct.



Aus der Reihe sind bis jetzt erschienen:

Drachenliebe
Drachenfeuer
Drachenehre



Die Autorin

Malin Wolf wurde 1968 in Bremen geboren und ist seitdem viel herumgereist. Mittlerweile lebt sie in Schleswig-Holstein.

Ein sehr interessantes Interview findet ihr auf Mel's Bücherblog.

Hier ist die Autorenpage.

Das Cover

Das Titelbild ist rot und greift - wie der Rest der Reihe - das Flammenmotiv auf. Rot passt auch gut zum Inhalt, denn es wird heiß :) Das Symbol in der Mitte zieht den Blick des Betrachters auf sich , gemeinsam mit den Pflanzen am Rand, und leitet zu den Überschriften; diese sind trotz der leicht verschnörkelten Schrift gut lesbar, da sie weiß sind. Leider ist der Autorenname in einer eher runden Schrift gedruckt, was ihn etwas schlechter lesbar macht, außerdem passt die Schriftart nicht - obwohl sie zur Autorin gehört, also ein Wiedererkennungsmerkmal ist.

Ich finde das Cover sehr stimmig!

Inhalt

Spoiler

Der Text zeigt die Vorgeschichte zum ersten Band. Sirr, die Hauptfigur, hat seiner Mutter versprochen, dass er die Eine finden wird - mit dieser muss er aber mehr als ein Jahr ununterbrochen zusammen sein. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Sirr mit jeder Frau höchstens ein Jahr zusammen sein darf, bevor er sie heiraten muss. Für den umtriebsamen Mann eine mehr oder weniger angenehme Tatsache, mit der er sich arrangiert hat - die Damen bekommen ein Jahr lang Geld und guten Sex, müssen danach aber verschwinden. Da Sirr kein Interesse an ernsthaften Beziehungen hat, geht das gut. Die Geschichte zeigt das anhand der Beziehung zu Jenny, die ein typisches Girlie ist, das auf Kosten ihres Freundes lebt und das Ende der Beziehung natürlich nicht akzeptiert. Irgendwann wird sie das.

Die Charaktere

Hauptfiguren dieses Extras sind Sirr und Jenny. Der Intention des Textes entsprechend - das Kapitel soll Spannung erzeugen und zum Lesen der Bücher animieren (was es geschafft hat) - sind die Charaktere grob gezeichnet und auf die Handlung fokkusiert.

Sirr fühlt sich seinen Eltern verpflichtet und empathisch, er nutzt die Frauen aus, weil er es kann, weniger, weil er es will - im Gegensatz zu seinem treuen Freund, der zwar auch freundlich ist, das Ganze aber etwas abgeklärter betrachtet. Auf mich wirkt er freundlich, aber unnahbar. Sirr wird zum mysteriösen Fremden stilisiert, der mit seiner Unsicherheit Sympathien erzeugt.

Jenny dagegen ist das klassische Mädchen, das ihre Bestätigung durch die Anerkennung eines Mannes zieht und sich einredet, es nur wegen des Geldes zu tun. Wie viele zuvor lässt sie sich von Sirrs Erscheinung und seiner Männlichkeit (im doppelten Sinne :)) einfangen, ist aber am Ende nicht bereit, ihn aufzugeben. Jenny ist eine Zicke :-)

Die Nebencharaktere sind etwas überzeichnet, sind als Katalysator aber ganz nett.

Erotik

Es gibt im Buch eine sehr erotische Szene in einen Hinterzimmer. Sie ist leidenschaftlich geschrieben, könnte etwas heftiger ist ein, ist aber insgesamt sehr gut. Die Autorin schafft es, bis auf wenige Ausnahmen, alle bekannten Formulierungen zu umschiffen und die Passage tatsächlich erregend zu gestalten. Eine sehr lebhafte Sprache!


Gliederung

Der Text ist inhaltlich in mehrere Abschnitte gegliedert und durch neue Seiten getrennt, was ihn gut lesbar macht!

Sprache

Der Text ist genretypisch sehr adjektivlastig und enthält viele Nebensätze, was ihn manchmal etwas träge macht bzw. den Lesefluss stört. Manchmal verliert man den Überblick, was gerade passiert, weil man abgelenkt wird.

Die Wörter selbst sind ausgesucht, es gibt kaum Wortwiederholungen, das ist wirklich beeindruckend! Man merkt der Autorin an, wie penible sie darauf geachtet hat, keine Stolpersteine einzubauen! Gemindert wird die Freude aber durch die Schusselfehler - im Vergleich zu anderen selbst-veröffentlichten Büchern sind sie hier wenig vorhanden, aber wenn, dann heftig - Zeitformenfehler (was verständlich ist), Worte, deren Präpositionen falsch sind und Neologismen, die nicht in den Text passen.

Großes Lob verdient aber der Mut, den ganzen Text im Präsens zu schreiben - das ist eine große Umstellung, und auch beim Lesen ist es ungewohnt, weil man zB. weniger 'hatte' usw. liest :-) Und meistens hält sie sich auch an die Zeitform!

Fazit

Leute, die gerne Fantasy-Roman mit romantischem Einschlag lesen, werden ihre Freude haben; der Text ist bildhaft und auch für Leute gedacht, die das Buch nicht gelesen haben - er steht auch gut für sich allein. Mir ist die Sprache aber zuviel und die Charaktere zu grob gezeichnet. Dennoch bekommt man danach Appetit auf das Buch - und das ist doch gut :-)

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