Donnerstag, 4. Juli 2013

"Anwaltshure 3" von Helen Carter

Hallo!

Manchmal braucht man leichte Kost - und dieses Buch ist sehr leicht :-) Interessanterweise sind die Kritiken auf Amazon einstimmig und meine fällt ähnlich aus - aber bei mir gibt es schöne Fotos. Ich denke, ich werde dazu auch noch ein Tutorial machen :-)



Viel Spaß beim Lesen!

Für Infos zur Autorin verweise ich wieder auf die Rezension zu Band 1.

Und ich werde spoilern. Die 'normale' Version stelle ich wieder auf Amazon.

Allgemeines


Das Buch (ISBN-10: 3940505471) bekommt man bei allen großen Buchhandlungen oder dem Verlag. Es hat 256 Seiten und kostet als Print 9,90 EUR, als E-Book 9,99 EUR und als Mängelexemplar 4,90 EUR.

Wie immer liegt ein Lesezeiche drin - sehr praktisch.

Wichtig: Anders als bisher findet sich die Gratis-Geschichte, die man mit dem Gutschein-Code bekommt, NICHT im Folgeband! Obwohl ich sie sehr passend finde bzw. sie gut an die Handlung angebunden ist, werde ich die in dieser Rezension ausklammern.

Das Cover


Das Titelbild passt gut zu den restlichen Büchern der Reihe: Man sieht eine Frau vor einem Geländern in Bleiglas-Optik. Sie trägt ein hell-gelb-grünes Kleid und ein Magarita-Glas in der Hand. Ihr Gesicht, das man im Profil erkennt, ist teilweise mit Haaren bedeckt und lässt sie stolz und unnahbar wirken. Das Cover ist harmonisch, allerdings wird das gleiche Model für das Titelbild zu Band 4 verwendet...

Inhalt


Im Gegensatz zu den Vorgängern hat diese Geschichte einen fast gesellschaftskritischen Mittelpunkt, an den sich alles andere anlehnt: Die Avengers; eine Gruppe, die Robin-Hood-mäßig das Geld von den kriminellen Reichen nimmt und es ihren Opfern zurückgibt. Emma wird von dieser Gruppen, deren Anführer ihr wohlbekannt ist, entführt und zur Mithilfe gezwungen. Außerdem lernt sie Dereks Verlobte und ihn selbst besser kennen. Und Jay wird den Band nicht überleben.

Nachdem wir die Figuren in den anderen Bänden kennenlernten, versucht die Autorin, dem Roman etwas Kriminalistisches zu geben und scheitert an der Oberflächlichkeit.

Charaktere


Emma ist immer noch etwas naiv, ihre Trauer um Jay wirkt aber echt. Allerdings ist es arg unrealistisch, dass man Stunden nach einem Unfall, einschließlich Gehirnerschütterung, schon wieder hemmungslos sexeln kann. Der traurige Höhepunkt.

Derek wird weiter ausgebaut und bekommt dank den Avengers eine sentimentale Ader, die aber etwas unglaubwürdig wirkt - der Wandel vom rebellischen Sohn zum gemeinnützigen Wohltäter ist übertrieben. Zwar hegt Derek eine Abneigung gegen Reichtum, weil er von seinem ebenfalls reichen Vater nie geliebt wurde, aber es scheint, dass die Gruppe mehr das Spielzeug eines kleinen Jungen ist, der sie mit einem guten Vorsatz rechtfertigen will.

George tritt wieder kaum in Erscheinung, zeigt aber Macht - er macht deutlich, dass Emma SEINE Geliebte ist. Außerdem verhindert er durch die Verlobung zwischen Derek und der Tochter des Polizeischefs, durch die dieser nach Aufdeckung der Avengers vor einem Prozess geschützt wird, dass sich die Beziehung zwischen Derek und Emma vertieft.

Insgesamt entwickeln sich die Figuren nur wenig weiter, der Schwerpunkt liegt klar auf der Handlung.

Die Avengers


Die Autorin bedient sich hier einem Begriff, den wir aus Comics kennen. Das hat den Vorteil, dass man schon ahnt, was diese Gruppe tut, andererseits ist es nicht sehr kreativ.

Die Avengers bestehen aus jungen Menschen, die vom Reichtum ihrer Eltern leben. Sie setzen ihren Status also bewusst aufs Spiel. Anführer Derek hat noch zwei Handlanger, die eher schüchtern sind und von denen min. einer Emma mag :-) Mit dem 'Wiesel', einer Frau, deren Freundin sich nach einem Betrug der Reichen umbrachte, schafft die Autorin eine Gegenfigur zu Emma: Sie verachtet die Protagonistin wegen ihres Status und dieser Konflikt wird auch am Ende nicht gelöst. Die Mitglieder wirken differenziert, was gut ist.

Was aber auch auffällt: Da die Avengers nur reiche Leute ausrauben, spielen sich die Handlungen weiterhin in der Oberschicht ab. Emmas innerer Konflikt, sich in Kreisen zu bewegen, in die sie ihrer Meinung nach nicht reingehört (nicht wirklich), besteht weiter.

Außerdem sind sie nicht wirklich qualifiziert: Sie wissen zwar, wie sie sich an ihre Opfer heran machen können, es gibt aber keine Spezialisten.

Was mich sehr stört, ist die Oberflächlichkeit: Reiche Menschen rauben reiche Menschen aus. Zwar versucht die Autorin mit der Hintergrundgeschichte eines Opfers Tiefe hineinzubringen, das ganze Konstrukt wird aber künstlich.

Spannung


Die Entfühungsgeschichte leitet den Leser durch das Buch und sie erzeugt Spannung. Allerdings merkt man spätestens bei der absurden Geschichte um den Mann, der von den Avengers ausgeraubt werden soll, dass es um Erregung geht. Besonders am Ende macht die konstruierte Handlung die Spannung kaputt.

Erotik


Nachdem wir im letzten Band zwei Herren in Aktion sahen, sind nun die Frauen dran - Emma hat Sex mit einem perfekten Collegegirl, das am Ende seine dunkle Seiten offenbahrt. Außerdem trifft sie Männer mit komischen, aber nicht zu krassen Vorlieben z.B. einen Voyeur. Und leider muss sie auch mit Derek schlafen. Es werden die üblichen Vorlieben betont, ohne, dass es extravagant wird. Die Szenen sind erregend, aber nicht besonders.

Schreibstil und Gestaltung


Das Buch ist gekonnt geschrieben, sehr gleichmäßig und ohne große Fehler.

Durch diei 23 Kapitel kommt man binnen eines Tages durch. Da ihre Länge nur selten voneinander abweicht, lässt sich das Buch auch gut in Häppchen lesen.

Fazit


Die Grundgeschichte war spannend, das Drumherum hat es aber kaputt gemacht. Auch wenn es gut zu lesen war, ist es teilweise ziemlich unglaubwürdig.


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