Montag, 29. Juli 2013

Ausstellung "Architekturpreis 10"

Hallo!

Die TU Dresden vergab zum mittlerweile 10. Mal Preise für besonders gute Entwürfe ihrer Studenten und zeigte diese der Öffentlichkeit in einer Ausstellung. Erlaubt waren Diplomarbeiten sowie Haupt- und Vertiefungsentwürfe. Die akutellen Teilnahmenbedigungen sind hier einsehbar.


Präsentiert wurden die Werke im Palais im Großen Garten, einem alten Gebäude ca. 5 min vom Haupteingang (Haltestelle "Großer Garten", Linien 10 und 13) entfernt. Leider war nirgendwo vermerkt, dass man Eintritt zahlen musste - 2 bzw. 1,50 EUR fand ich aber in Ordnung für 86 Ausstellungsstücke.

Inhaltliche Schwerpunkte


Die Studenten widmeten sich allein oder in Gruppen mit bis zu 3 Teilnehmern verschiedenen Projekten. Neben Außerdemgewöhnlichem wie die Dresdner Parkgestaltung in den 50iger und 60iger Jahren setzte man sich mit folgenden Projekten auseinander:

Medizinisches Versorgungszentrum Halle - Hier soll eine Baulücke am Töpferplan bebaut werden. Es gab ca. 3 Entwürfe.

Boutique Hotel Manhattan - Hotels, ua. nahe der Reade Street, sollten um- bzw. neugebaut werden. Mit ca. 10 Entwürfen hatte es den größten Anteil an der Ausstellung. Interessant war, dass die Studenten ihr Projekt anpriesen bzw. die Vorteile besonders hervorhoben :-)

Grundschule Radebeul - Hier gab es ca. 3 Entwürfe, deren Schwerpunkt grüne Elemente innen und außen bis hin zu Pflanzen waren.

Leibnitz Salon Hannover - Auch dieses Projekt war zahlreich vertreten. Die Entwürfe reichten hier von klassischen, eckigen Formen hin zu Extravagantem wie Bögen und blattförmigen Grundrissen.

Botanischen Institut Kimpa Vita - Mit der in Angola liegenden Stadt hat die TU einen Kooperationsvertrag, im Rahmen dessen die Entwürfe entstanden. Zu sehen sind 2 Konzepte, die sich durch die Verwendung einheimischer Materialien auszeichnen und gut in die Umgebung einfügen.

Museo Diocesano Milano - Mit der Erweiterung des Kunstmuseums in Mailand beschäftigten sich ca. 5 Arbeiten, eine gewann sogar den ersten Preis.

Flughafengelände Tegel - Die Umnutzung des Geländes wurde in der Hauptstadt ausführlich diskutiert, ca. 5 Projekte von Landschaftsarchitekten setzten sich in der Ausstellung damit auseinander.

Piazzale Roma - An diesem Platz in Venedig halten Busse und Autos, d.h. ab diesem Punkt muss man zu Fuß laufen :-) 3 Entwürfe gab es dazu, sie zeichnen sich alle durch die Verwendung von Bäumen auf dem eher grauen Platz aus.

Bahnhof Erlau (Mittelsachsen) - Dieses Projekt hat mich am meisten beeindruckt, weil es eine soziale Komponente hat und eine Frage beinhaltet, die sich im Rahmen der Landflucht immer häufiger stellt: Was tun mit alten Bahnhöfen? Bei allen drei Arbeiten wurden Gebäudeteile herausgelöst und neue hinzugefügt, um ein Zentrum für mehrere Generationen zu schaffen. Der Schwerpunkt lag aber auf Demenzkranken.

Wie wurde es präsentiert?


Die Entwürfe wurden für die jeweiligen Wettbewerbe bzw. Projekte konzipiert und für die Ausstellung nur geringfügig abgeändert.

Jeder Entwurf beinhaltete je eine Innen- und Außenansicht sowie Grundrisse. Ergänzt wurde dies mit Texten. Vor manchen stand auch ein Modell - leider in einer Höhe von 40 cm. Man stolperte nicht drüber, hat sie aber auch kaum wahrgenommen.

Leider war die Gestaltung nicht einheitlich: Schriftgrößen und -arten unterschieden sich, zu manchen Projekten gab es mehr oder weniger Bilder. Das beeinträchtigte die Lesbarkeit erheblich.

Außerdem waren die Texte oft für Laien unverständlich, hier hätte man mehr mit Bildern und Schemata arbeiten sollen.

Was mir gefehlt hat: eine Einleitung. Nicht nur zur gesamten Ausstellung, sondern zum jeweiligen Projekt. Denn man kann sich nicht überall reindenken, man kennt die Orte und Probleme nicht. Gerade bei mehreren Entwürfen zu einem Projekt bietet sich so etwas an, vielleicht auch in Form eines Filmes - denn oft waren die Studenten an dem Ort. Folgende Fragen sollten beantwortet werden:

Wo liegt das Projekt?
Wie sind die natürlichen Gegebenheiten?
Wie lautete die Fragestellung bzw. welche Schwerpunkte wurden gesetzt?


Es kann nicht sein, dass ich mit einer A2-Karte konfrontiert werde und nicht weiß, was ich damit machen soll.

Auch 2 Rechtschreib- und Grammatikfehler pro Plakat (annähernd bei JEDEM) sind nicht tragbar. Niemand ist perfekt, aber manches hätte ein Korrekturprogramm aufgedeckt.

Die Studenten habe sich viel Arbeit gemacht - aber all das konnten sie oft nicht vermitteln :-(

Architektonische Schwerpunkte


Ich bin kein Fachmensch, aber vielfach gibt es Gemeinsamkeiten in den Entwürfen, die andere Besucher mit 'Sieht ja alles gleich aus!' kommentierten:

Große Räume - Im Inneren dominieren hohe Decken und nur wenige Treppen, oft gibt es Atrien. Gegliedert wird nur in den Arkaden am Rand.

N-Ecke - Sowohl im Grundriss als auch in der Höhe findet man keine Quadrate, sondern ungemäßige Gebilde; sie sehen aus wie verschobene Quader :-) Auch Überhänge werden verwendet. Nur wenige Bauwerke weisen runde Formen auf. Allerdings liegt das teilweise auch an den unregelmäßigen Grundstücken, besonders im Inneren von Städten.

Glas und Beton - Die beiden Werkstoffe sind sehr beliebt, weil günstig und gut formbar. Glas lässt Licht ins Innere, erzeugt Transparenz. Leider fehlt besonders beim Beton die Vielfalt - man kann ihn in verschiedene Formen gießen, meist werden damit aber nur ebene Fassaden gestaltet.

Schnörkellosigkeit - Die Architektur in den Städten ist oftmals von Verzierungen z.B. an den Fenstern, geprägt. Die schon seit Jahren vorherrschende Abkehr davon hält an, es gibt kaum gestaltende Elemente an der Außenfassade. Oder anders ausgedrückt: Für Architekten ist die Gliederung der Fassade, die Anordnung der Fenster, ein gestalterisches Element - für den Laien sieht alles gleich aus.

Mangelnde Integration - Das hat mich geschockt. Bei der Bebauung von Lücken wird nur bedingt Rücksicht auf die Nebengebäude genommen. Ganz prägnant war das bei einem Gebäude in Meißen, in dem nur wenige Fenster vorhanden waren, währed links und rechts in Reihen die Fenster thronten. Oder man verkleidet die Fassade komplett mit Glas. Oft habe ich mich gefragt, wozu es Bebauungspläne usw. gibt.

Fazit


Ich finde es toll, dass Besucher die Möglichkeit haben, die Arbeit der Studenten zu betrachten, und es hat mich erstaunt, dass inmitten der Statuen tatsächlich alle Projekte gut zu finden waren.

Allerdings muss an der Präsentation für LAIEN noch gearbeitet werden. (Ich würde auch helfen :P)

Und last but not least findet ihr hier - statt der üblichen Link-Liste - meine Lieblingsentwürfe :-)

Ich mag

 

Leider ohne Namen, weil es noch keine vollständige Liste der Entwürfe mit Namen gibt.


Bahnhof Erlau - Auch wenn sich die Ausführungen ähneln - Gärten im Innenhof usw. - gefiel mir dieser Entwurf am besten, weil die Wartefläche verglast wird. Damit behält sie ihre ursprüngliche Optik, das Glas gibt dem Ganzen aber etwas Modernes. Ich denke, ich fühlte mich dort sehr wohl!







Fakultät für Architektur - Hier dominieren wieder kleine Fenster, die mir gut gefallen. Außerdem erinnert es an die Info-Fak. Ich denke, dass man das als Gesamtkonzept gut umsetzen könnte - verschiedene Gebäude mit unterschiedlicher Gliederung der Fenster, wenig Beton, viel Glas, etwas Farbe.





Medizinisches Zentrum Halle - Im Gegensatz zu anderen Entwürfen gibt es hier FARBE :-) Die großen Fenster mit den dicken Rahmen kenne ich vom Gebäude am Altmarkt 10. Die Braun- und Grüntöne harmonieren hier sehr gut!










Botanisches Institut - Ich wunderte mich zuerst über die 'dreckigen' Farben, weil sie bei uns kaum vorzufinden sind. Aber dann fiel mir auf, dass sie sich gut in die Umgebung einfügen. Das Dach sieht komisch aus, hat aber auch etwas Leichtes. Ich mag beide Entwürfe sehr :-)








Leibnitz-Salon Hannover - Der einzige Entwurf mit Arkaden! Solche Gebäude stechen aus der übrigen Bebauung immer hervor, aber es hat etwas Frisches und Heimliges. Auch wenn es mich an Architektur im südeuräischen bzw. arabischen Raum erinnert, passt es gut.







Piazzale Roma Venedig - Der erste Entwurf, den ich über den Ort gesehen habe und ich mag die Idee der Bäume! Endlich kommt Grün nach Venedig!










  Parks in Dresden - Dieses Projekt beinhaltet keinen Entwurf, sondern ist historisch ausgerichtet. Ich finde die Idee sehr toll, leider war die Präsentation etwas konfus - die Studierenden kamen sprachlich nicht auf den Punkt :-( Dennoch mag ich die Idee - man kann viel draus machen!





Bilder, die es nicht in die Gliederung geschafft haben :-)

 




Kommentare:

  1. Ich hab noch nie einen so langweiligen Blog gesehen---

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    1. Was würdest du verbessern? Hast du Ideen, um ihn lebhafter zu gestalten?

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