Sonntag, 25. August 2013

"Vampire City" von Kim Jones

Vor ein paar Wochen suchte Nica (damals noch ohne Mi-Ni-Ca :-)) Rezensenten für das Buch und da ich mich nach Twilight mal wieder an ein Vampir-Buch wagen wollte, griff ich zu :-)

Als besonderes Schmankerl habe ich ein kleines Interview mit der Autorin beigefügt. Es war mein erstes Mal und ich habe versucht, Fragen zu finden, die den Leser interessieren, die mich interessieren und die ich gerne beantworten würde, wenn ich Autor wäre :-)



Daher ein großes Lob an die Autorin für die tollen Antworten :-)

Für die Bilder habe ich mich mal Tempra-Farbe probiert - nichts geht über Acrylfarbe :-) Damit kann man fast alles machen, bei der wasserlöslichen Farbe setzten sich die Pigmente schnell am Boden ab...


Allgemeines


Das Buch (ISBN-10: 1490454888) gibt es als Papierausgabe für 7,99 EUR und als E-Book für 2,99 EUR. Für 214 Seiten finde ich den Preis in Ordnung.

Ich habe die E-Book-Version.

Das Cover


Das Buch wurde im April veröffentlicht und im Mai überarbeitet. Infolgedessen trägt das E-Book das alte, die Print-Version das neue Titelbild.

Beiden gemein ist das Bild einer amerikanischen Stadt (New York?) im Herbst oder Winter. Im Vordergrund ist der Fluss zu sehen, dahinter die Skyline. Gräser am unteren Bildrand rahmen das Bild ein.

E-Book: Auf einem roten Banner im oberen Bereich ist der Autorenname gedruckt, in der Mitte der Häuser, rechts ausgerichtet, kann man in verschnörkelter Schrift der Titel lesen.

Papierversion: Das hellblaue Banner befindet sich hier am unteren Rand, der Autorenname ist verschnörkelt geschrieben. Über dem Foto, im oberen Drittel, befindet sich ein transparenter Streifen mit Titel und Untertitel.

Insgesamt finde ich das E-Book-Cover schöner, weil das Rot einen guten Kontrast zu den Blautönen des Fotos bildet. Auch wenn der Untertitel fehlt, kann man von oben alle wichtigen Infos lesen und danach das Bild genießen. Im neuen Cover beißt sich das rotstichige Blau des unteren Banners mit den Farben des Fotos, außerdem hat man zwei Schwerpunkte, die unterschiedlich gestaltet sind - transparent und nicht-transparent. Titel und Untertitel überschneiden sich, wodurch der Kontrast der beiden Schriftarten noch heftiger wirkt. Außerdem ist der Autorenname schlecht lesbar.

Handlung


Virginia, eine schüchterne Buchhändlerin, begegnet auf einer Halloween-Party einem Fremden, der kurze Zeit später vor ihrer Türe steht und sie - nicht ganz freiwillig - in das Hauptquartier der Vampire bringt. Dort erfährt sie das Geheimnis ihrer Herkunft und welche Aufgabe sie bewältigen muss...

Charaktere


Virginia: Die 19-Jährige betreibt einen kleinen Buchladen und ist die Erzählerin. Im Gegensatz zu ihrer Freundin Mary ist sie introvertiert und beschäftigt sich am liebsten mit Büchern und Musik. Auch ihr Kleidungsstil ist schlicht. Ein Vorfall vor zwei Jahren, an den sie sich nicht erinnern kann, veränderte ihr Leben - sie musste den Wohnort wechseln usw. Dieses und weitere Geheimnisse müssen aufgedeckt werden. Virginia verkörpert die graue Maus, die nicht alles mit sich machen lässt. Sie schwankt zwischen schüchtern und etwas rebellisch.

Brandon: Der undurchschaubare Vampir ist Virginias Aufpasser und wirkt kühl, aber nicht kalt. Er hat seine Zielperson lange beobachtet und daher eine Beziehung aufgebaut. Brandon hat in der Vergangenheit vieles erlebt, was aufgedeckt werden soll. Leider wird er am Ende zu weich.


Das Kollektiv besteht neben den beiden Hauptcharakteren aus zahlreichen Nebenfiguren wie Virginias bester Freundin Mary, ihren Eltern und den Anhängern des Vampirclanes wie Darius, Raphael und Sebastian. Und es gibt einen Hund namens Blood :-)

Die Figuren entsprechen den bekannten Typen: Mary ist lebensfroh, die Eltern wollen nur das Beste und die Mitglieder des Clans wirken betörend bis mysteriös. Einerseits fühlt man sich in dieser Struktur sehr wohl, andererseits wird das Buch auch vorhersehbar. Obwohl man natürlich nie weiß, was die Figuren schließlich tun werden...

Auffälligkeiten


Da es sonst nirgendwo hinpasst, hier ein paar Dinge, mit denen ich mich näher beschäftigen will:

Buchhändlerin: Schon der Anfang löste in mir ein Déjà-vu mit "50 Shades" aus, denn auch hier ist die Protagonistin eine Bücherfreundin. Leider merkt man das beiden Figuren nicht an - während Anna immerhin auf Erstausgaben besteht, erwähnt Virginia Songs. Vielleicht gib es im Buch Anspielungen, die ich übersehen habe?

Essen: Auch hier habe ich das Gefühl, dass ich es kenne. In "50 Shades" ist das Essen, manchmal auch mit leichtem Zwang, ein Stilmittel, um Christians Kontrollsucht und seine Sorge zu demonstrieren - beide Facetten seiner Persönlichkeit werden hier vereint. In "Vampire City" beschäftigt man sich ausführlich mit Speisen, allerdings mit ihrer Menge - Virginia isst zuviel, zu wenig, übergibt sich, hat eine von Medikamenten ausgelöste Heißhungerattacke und auch Brandon achtet darauf, dass sie etwas isst. Die Funktion des Motives leuchtet mir nicht ein, es war aber zu aufällig, um ein Zufall zu sein?

Blood: Die Idee mit dem Hund finde ich sehr gut und sie macht die Geschichte einprägsam. Inmitten des Trubels stellt er nicht nur für die Figuren eine kleine Insel der Glückseligkeit und ein verbales Kuschelkissen dar, sondern auch für den Leser. Obwohl der Name ziemlich einfach ist, gefällt mir die Figur :-)

Tempo und Spannung


Das Buch beginnt mit dem Epilog, in dem eine Frau durch einen dunklen Park geht und von einem Wesen angefallen wird. Dieser Teil ist wundervoll poetisch, viele Adjektive und eine tolle Stimmung.

Danach sinkt die Spannung stetig - die Charaktere sind klischeehaft und die Handlung vorhersehbar. Ein großer Stolperstein sind Virginas Eltern: Ich mag die Idee, dass sie ein Teil des Geheimnisses sind, aber Virginia fragt sie dauernd - als sie entführt wird, erfragt sie, ob alles in Ordnung ist. Als geklärt werden soll, warum sie entführt wurde, wollen ihre Eltern ihr zuerst nur wenig sagen, dann hat Virginia Angst davor. Das verzögert sehr viel.

Im Rahmen der Kidnapping-Szene gibt es etwas Action, aber hier fehlt das Tempo.

Bei der erotischen Szene fragte ich mich zwar, wie weit die Autorin geht, aber leider habe ich nichts gefühlt - hätte sich die Spannung vorher gesteigert, wäre es in Ordnung, stattdessen wiederholte sich vieles.

Die Feinde wurden nicht intensiv genug dargestellt, um als Gegenpol zu den "Guten" zu gelten - auch wenn sie am Ende auftauchen und dadurch einen Cliffhanger begründen, wirkt die Bedrohung künstlich erzeugt - die Figuren sie, aber der Leser nicht.

Schreibstil


Das Buch ist gut zu lesen, der Stil flüssig.

Schön fand ich die Dialoge zwischen Virginia und Brandon im letzten Drittel, der Fluss ist sehr natürlich und amüsant, nicht so verkrampft wie an anderen Stellen.

Leider sind die Legenden, die Virginia liest, in der heutigen Sprache geschrieben, eher erzählt; ihnen fehlt die Würde, das Alte, Erhabene.

Gliederung


Das Buch besteht aus dem kurzen Prolog und 10 annähernd gleich lange Kapiteln. Die Titel sind meistens spannend und fassen das Kapitel zusammen, manchmal sind sie aber etwas sperrig. Und warum mit "No vancancy" eine englische Überschrift sein musste, die nicht jeder versteht, ist mir ein Rätsel...

Gedanken und Lieder (von denen viele erwähnt werden) sind kursiv gedruckt und lockern das Buch auf.

Titel


Bevor ich zum Fazit komme, noch ein Unterpunkt, den auch einige Rezensenten bemängeln: Der Titel passt nicht zum Buch.

Ich stelle mir unter "Vampire City" eine Stadt vor, hohe Häuser, dunkle Gassen, Vampire, die durch die Straßen streifen.... Ich dachte an Action, Tempo und Spannung... dem war nicht so. Aber vielleicht kommt das in den Folgebänden stärker zum Tragen!

Fazit

Die Autorin hat Talent für witzige Dialoge und Umgebungsbeschreibungen. Außerdem hat sie einige schöne Ideen. Leider beinhaltet das Buch zuviele Klischees, es ist zu vorherrsehbar, um einzigartig zu sein. Und das alte Cover ist besser :-)



Interview


1. Welche drei Dinge sollte man über dich wissen?


Ich mag wahnsinnig gern Fantasy-Geschichten, liebe Erdbeer-Sahne-Tee und sammle selbst Miniatur-Elefanten, wie Virginia im Buch.


2. Wie fühlt es sich an, sein erstes Buch veröffentlicht zu haben?


Anfangs war es ein recht komisches Gefühl. Ich war sehr aufgeregt, hatte etwas Panik, dass das Buch nicht ankommt und habe ständig nach Rezensionen geschaut. Im Inneren hörte ich immer wieder eine Stimme, die mir sagte, dass ich das Richtige getan habe, egal, was danach kommen würde. Und bereut habe ich es nie, würde es immer wieder machen. Also alles in allem ein tolles Gefühl.


3. Wie lange lag das Manuskript in deiner Schublade? Manchen Autoren schreiben ihr Buch in zwei Monaten, anderen brauchen Jahre....


Das Manuskript lag schon lange bei mir, Jahre, wenn ich ehrlich bin. Die Geschichte als solche war noch etwas anders damals, und plötzlich hat es mich gepackt und ich entstaubte es. Und sofort fingen die Sätze an zu fließen.


4. Was fasziniert dich an Vampiren?


Vampire sind Wesen, denen man als Mensch nie gewachsen sein wird. Sie haben etwas Geheimnisvolles, eine gewisse Perfektion, die aber oft überbewertet wird, denn auch sie sind - in meinem Denken - nicht perfekt, vorallem in ihrem Gefühlsleben, nur perfekt ausgebildet, in ihren Techniken und mit den Gaben, die sie haben. Mich faszinierte immer diese dunkle Seite, und dass man nie weiß, woran man bei ihnen ist.


5. Magst du Blutwurst? (nur, um ein Klischee zu bedienen)


Ich liebe Blutwurst. Kein Witz^^


6. Was ist die ideale Stadt für Vampire?


Schwere Frage, aber ich denke, dass es eine verwinkelte und ziemlich große Stadt ist, wo viele von ihnen leben können und wo man sich auch gut verstecken kann. Schließlich wollen die Vampire auch etwas zum Herrschen haben.


7. Die Vampire in deinem Buch gehören einer modernen Strömung an - kein Verbrennen im Sonnenlicht usw. Magst du eher klassisch orientierte Vampire oder neuere?


Ich schätze, dass ich diesen Mix mag. Das Altertümliche, die Eleganz, die die "alten" Vampire ausstrahlen und das Coole von Heute. Warum sollte ein Vampir nicht immer einen guten Spruch auf den Lippen haben? Mich hat schon immer gestört, dass sie in der Sonne zu Staub zerfallen, ist doch viel schöner, wenn sie auch mal bei Tageslicht hinaus dürfen.


8. Inwieweit gehören für dich Erotik und Vampire zusammen?


Vampire und Erotik. Das sind zwei Dinge, die sich wunderbar ergänzen lassen. Wenn man den "richtigen" Vampir beschreibt, der auch seine Geheimnisse, Ecken und Kanten hat, und zudem nicht schlecht aussieht, kann das durchaus funktionieren. Genauso bei den weiblichen Vampiren. Die Figur an sich muss es ausstrahlen.


9. Wie erotisch wird es bei dir bzw. wo sind deine Grenzen?


Etwas Erotik schadet nie, habe ich mir einmal sagen lassen, aber zu detailliertem Sex wird es in dieser Buchreihe nicht kommen. Es ist und bleibt ein Jugendbuch, das durchaus erotische Ansätze hat, die aber nicht so ausgebaut werden. Weniger ist da mehr.


10. Wieviel Action braucht ein Buch?


Action muss wohldosiert sein. Zuerst hatte ich mir vorgenommen, den Charakter und die Lebenssituation zu beschreiben, was ich im ersten Buch auch getan habe. Es sollte ganz langsam losgehen. Im zweiten Teil wird viel mehr passieren, weil es auch die Situation erfordert. An sich ein sehr gutes Mittel, um ein Buch spannend zu machen, wenn es passt.


11. Welche Szene fiel dir am schwersten und warum?


Am schwersten fiel mir die Szene der "unvergesslichen Nacht" zwischen Virginia und Brandon. Ich wollte so viel Gefühl wie möglich herausholen und habe sie ständig umgeschrieben. Es sollte nicht plump sein, und so nachvollziehbar, dass sich jedes Mädchen in Virginia hineinversetzen konnte. Natürlich hoffe ich, dass mir das gelungen ist.


12. Was steht neben den Fortsetzungen noch an?


Ich werde danach einen Liebesroman schreiben, die Idee steht schon. Aber erst einmal muss ich mich noch den Vampiren widmen.;-)

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