Freitag, 18. Oktober 2013

Vier Filme - Pacific Rim

Hallo!

Zweite Station auf meinem Film-Marathon (die erste ist in Arbeit) war dieser Action-Kracher. Wir haben ihn im Kollektiv geguckt und ich habe erstmals Ohrenstöpsel ausprobiert. Mir sind Kinofilme grundsätzlich zu laut (bei Liebes-Blabla darf es auch mal Elektro auf voller Lautstärke sein, aber Film & Fernsehen lieber zu leise als zu laut), hinzukommt, dass ich jedes Bumsen, Krachen und Knallen am ganzen Körper spüre. Fazit: Es bringt wirklich was! Der Film lässt sich angenehmer gucken, und er wirkt nur geringfügig weniger eindrucksvoll. Leider sollte man das nur machen, wenn man allein ins Kino geht, denn da man im Kino ohnehin nur wenig von seinen Mitmenschen versteht, nimmt man hier noch weniger wahr.



Allgemeines


Der Film erschien in Deutschland am 18.07.2013 und wird in vielen großen Kinos gespielt. Das 131 Minuten lange Werk ist ab 12 Jahren freigegeben.

Hier findet ihr die offizielle Webseite zum Film, gelungen ist auch der englische Wikipedia-Artikel.

Handlung


Der Film handelt vom Kampf der menschlichen Jäger (auch im Englischen) gegen die außerirdischen Kaiju (Monster). Diese kommen nicht aus dem Weltall, sondern dem Meer - in dem sie sich vor Millionen Jahren niedergelassen haben. Nachdem eine erste Invasion in Form der Dinosaurier scheiterte, greifen die Monster ab dem Jahr 2013 Städte in Küstennähe an. Als normale, militärische Mittel nichts ausrichten konnte, wurden die Jäger erschaffen, Riesen-Maschinen, die von Menschen gesteuert werden.

Der Film spielt im Jahr 2025, als die Kaiju-Angriffe zunehmen und die Monster stärker werden. Nach einem tödlichen Unfall, bei dem der Bruder des Protagonisten getötet wurde, kam das Jäger-Programm zum Erliegen und Schutzwälle wurden errichtet. Doch diese werden von den Monstern zerstört. Nun werden die verbliebenen Jäger aktiviert und ein Kampf beginnt.

Die Figuren


Raleigh Becket (Charlie Hunnam) ist ca. Mitte 20 und seit seiner Kindheit von den Jägern fasziniert. Sein Traum erfüllt sich, als er gemeinsam mit seinem Bruder eine solche Maschine steuern kann. Nachdem dieser im Kampf getötet wurde, arbeitet Raleigh als Bauarbeiter an den Schutzmauern.

Er ist willensstark und emotional, ein bisschen risikofreudig.

Mako Mori (Rinko Kikuchi) bildet das Gegenstück zu Raleigh und verkörpert die typische Frauenfigur: durch eines Traumas aus der Kindheit kühl, konzentriert und willens, sich gegen die Männer durchzusetzen. Anders als erwartet entsteht zwischen ihr und Raleigh tatsächlich eine tiefere Bindung, da beide im Krieg gegen die Kaijus jemanden verloren haben. Die Beziehnung der beiden wird jedoch zuwenig thematisiert und am Ende nur notdürftig zusammengeführt.

Neben einem Talent für Kampfkunst besitzt Mako eine blaue Haarsträhne, was ihrem Charakter Ausdruck verleiht und sie einzigartig macht.

Stacker Pentecost (Idris Elba) war Pilot der ersten Stunde und leitet nun das Programm für den Einsatz der Jäger. Er wirkt streng und beherrscht, hat aber ein besonderes Verhältnis zu Mako.

Dr. Newton Geiszler (Charlie Day) und Dr. Hermann Gottlieb (Burn Gorman) sorgen für den komödiantischen Schwerpunkt. Angelehnt an berühmte Wissenschaftler verkörpern sie den Entdeckerdrang in Theorie (Gottlieb rechnet gerne) und Praxis (Geiszler seziert mit Vorliebe Kaijus) und können sich nicht leiden. Die beiden sind nicht die Schönsten, wachsen aber am Ende zusammen.

Herc Hansen (Max Martini) und Chuck Hansen (Robert Kazinsky) stellen Parallelfiguren zu Raleigh und seinem Vater dar - der autoritäre Herc und sein arroganter Sohn Chuck steuern gemeinsam den erfolgreichsten Jäger und würden die Welt gern allein retten. Doch auch ihnen widerfährt ein dramatisches Schicksal.

Charakteristisch ist Hercs Hund :-)

Hannibal Chau (Ron Perlman) verbindet mit seinem Kapitalismus-Denken Fiktion und Realität. Der gnadenlos-abgebrühte Geschäftsmann handelt mit Kaiju-Überresten und kommt trotz seines dreisten Handelns aus jedem Schlamassel heraus. Das sorgt für einige Lacher.

Des Weiteren gibt es ca. 2 Jägerteams, die klischeehaft besetzt sind - arrogante Russen und kampfsport-affine Chinesen.

Die Schauspieler


Charlie Hunnam sieht - ja, sorry... - ziemlich gut aus. Allerdings passt er auch gut zur Rolle; er hat etwas Kämpferisches und Gefühvolles, man nimmt ihm die Figur in jeder Sekunde ab.

Rinku Kikuchi wirkt etwas blass, ihre Mimik eindimensional, was auch an der Figur liegt.

Idris Elba verkörpert den strengen Chef sehr gut - ernst, aber nicht übertrieben. Besonders am Ende möchte man mit ihm weinen.

Dramaturgie


Der Film wird mit einer Szene der beiden Bruder eingeleitet, erzählt dann vom Verlust und eine Erklärung zu den Kaijus später sind wir schon am Ende des ersten Drittels. Danach wird Raleighs Weg nach oben gezeigt, bis am Ende des zweiten Dritteles die Auflösung der Herkunft der Kajus beleuchtet wird und man erfährt, wie sie zu vernichten sind. Der Film endet mit einer Szene, in der Mako auf den doch-nicht-toten Raleigh trifft, der im Kampf fast sein Leben ließ.

Ich kann es nicht erklären, aber für mich war der Film unausgeglichen - die Einleitung war zu langatmig, Höhepunkte wurden nicht genug eingeleitet und ihnen fehlten die Prägnanz. Auch die Liebesgeschichte hätte intensiver sein können.

Action und Bild


Ich mag schlechte Computeranimationen nicht, daher ist es sehr wichtig, dass es nicht zu künstlich wirkt. Der Film umschifft das gut, weil er mit den Kampfrobotern (Mechas) an alte Werke erinnert. Die riesigen, etwas schwerfälligen Metallkästen zeigen uns immer wieder, dass man mit Technik scheitern kann, und das finde ich gut. Im Gegensatz dazu sind die Kaiju und besonders die Szenen unter Wasser computeranimiert und diese Bildernflut kann einen am Ende überfordern.

Im Film knallt und kracht es ziemlich, ich wurde dem aber nicht überdrüssig - es gehört zum Film, ohne, dass man das Gefühl hat 'Wir wollen zeigen, was wir mit ein paar Millionen anstellen können'.

Gefühl


Bei einem Action-Film muss man nicht leiden, ich musste aber trotzdem manchmal weinen - nicht nur, weil Makos jüngeres Ich oft weint, sondern weil einige Figuren sterben. Extrem berührend war es nicht, aber gefühlvoll. Ein bisschen mehr hätte es sein können.



Fazit


Der Film ist hübsch und der Hauptdarsteller appetitlich, aber insgesamt ist er nicht ausgeglichen. Die Vorraussetzungen sind da - die Figuren sind prägnant, die Ideen sind gut, aber man hätte sich entscheiden müssen, was man in den Vordergrund rückt - die interessante Story oder die Figuren, vielleicht auch Gesellschaftskritik. Es war leider nicht stimmig.


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