Samstag, 2. November 2013

Schriftgut, Teil 1 - Die flotteste Kritik dieses Blogs :-)

Hallo,

gerade bin ich von der Schriftgut zurück gekehrt und schwanke zwischen 'es hapert gewaltig' und 'wow, ich hab was gelernt!'. Genauso wie letztes Jahr habe ich mir die Messestände angeguckt und die Lesung der Schreibwerkstatt von Michael G. Fritz besucht. Dazu werde ich morgen was tippen :-) Heute gibt es allgemeine Kritik und *Fanfaren* einen Abriss zu einem Workshop, den ich besucht habe - mein Highlight :-)


Allgemeines


Die Messe findet zum zweiten Mal statt und soll die Kontakte zwischen Autoren, Verlagen und Lesern, überwiegend im regionalen Bereich, fördern.

Sie findet vom 1. bis 3. November in der Börse Dresden statt, einem Teil des Messegeländes. Man erreicht sie mit der Straßenbahnlinie 10, Haltestelle 'Messering (Halle 1)', erreichbar. Am Wochenende leider nur im 15-min-Takt.

Die Messe hat ab 10 Uhr genöffnet, Freitag und Samstag schließt sie 20 Uhr, Sonntag 18 Uhr.

Der Eintritt kostet normal 6 EUR und ermäßigt 4,50 EUR.

Das Programm findet ihr in diesem Link.


Organisation und Aufbau

 

An einem der beiden Eingänge (neuer und alter Bereich) wird man von netten Hostessen empfangen, bei denen man für 1 EUR seine Jacke abgeben kann. Außerdem bekommt man einen Lageplan - aber kein Programm. Dieses hängt  im Flur. Oder man hätte es sich aus dem Internet ausdrucken müssen. Auch wenn das jeder Besucher gesagt hat, mache ich das gerne nochmal: .Sowas kann nicht sein. Es ist mühselig, nach jeder Veranstaltung zu gucken, wann die nächste stattfindet. Außerdem hingen auch an den Sälen keine Übersichten.

Posisitiv ist, dass es einen Infostand gibt und eine nette Frau, die rumläuft und weiterhilft - sie war sehr nett :-)

Die Aufteilung war wie letztes Jahr: In der Haupthalle standen die Verlagen und es gab etwas zu essen, der Gang war mit bildender Kunst gefüllt bzw. Werken, die Buch und etwas anderes waren. Im alten Bereich widmete man sich Buchdruck und -bindung, außerdem waren die Bibliothek und andere Projekte vertreten.

Für Essen und Trinken war gesorgt, mit 2 EUR für einen einfachen Kaffee waren die Preise für eine Messe ok, für mich aber zu hoch.

Nicht so gut war, dass parallel etwas zum Thema Barock stattfand; 1/3 der Messehalle war alt eingerichtet, ws ich gut fand, und Menschen liefen in wunderschönen Kostümen rum, außerdem gab es Lesungen. Leider passte das nicht zum Thema Buch.

Es waren Aussteller kleiner und mittelgroßer Verlage vertreten, auch Vereine usw. Die Ständen standen meistens im Raum, die Leute dahinter wirkten unsicher oder grummlig, irgendwie fehlte die Freude, viele schienen resigniert.

Workshop 'Der (un)eigennützige Blog'


Claudia Muntschick vom Verein 'Wir gestalten Dresden' moderierte (und das sehr gut), Anton Launer vom Neustadtgeflüster und Peter Stawowny vom Flurfunk antworteten. Beide sind Journalisten, die eigene Medienagenturen haben und nebenbei die Blogs betreiben.





Wichtigste Frage: Eigennützig oder uneigennützig? Warum betreibt man einen Blog?

Anton antwortete hier kurz und knapp: Anerkennung und Selbstdarstellung. Peter erklärte, dass sein Blog seine Kollegen aus dem Presse-Bereich ursprünglich über Grundlegendes aufklären wollte - manche wüssten nicht, welche unserer (niveauvolleren) Tageszeitungen eine höhere Auflage hat. Während sich das 'Neustadt-Geflüster' Aktuellem widmet, ist der 'Flurfunk' medienkritisch geprägt.

Einige waren sich beide, dass das Thema des Blogs wichtiger ist als Prestige - entsprechend gehen sie mit den Themen Werbung und Suchmaschienoptimierung um: Peter lehnt das ab, Anton erklärte, dass er viele Leser auch über Facebook erreicht. Werbeanzeigen haben beide seit relativ kurzer Zeit auf dem Blog - und betonten, dass sie die Reichweite nicht erhöhen wollen, selbst wenn der Werbekunde mehr zahlt.

Wie sieht es mit dem Zeitaufwand aus?

Diese Frage fand ich sehr spannend, weil ich sie mir oft stelle. Anton sagte, dass er mit 2 Beiträgen pro Tag zufrieden ist, während Peter angab, ca. 2 Artikel pro Woche zu schreiben, weil diese auch recherchiert werden müssen. Er arbeitet meist mit zwei Quellen und veröffentlicht mittlerweile keine Gerüchte mehr.

Interessant war in diesem Zusammenhang, dass sich die beiden ihrem Ansehen bewusst und stolz darauf sind. Das bedeutet aber auch, dass halbgare Informationen nicht gebloggt werden. Sie vermittelten das Bild, in ihrer Branche, ihrem Leserkreis, anerkannt zu sein.

Was kann man tun, um die Leserzahlen zu erhöhen?

Neben der - einleuchtenden - Info, dass Qualität wichtig ist und man seine Leser immer wieder auf neue Beiträge hinweisen sollte - Peter verglich das mit dem Händeschütteln - überraschte mich eine Antwort: Kostruktiv kommentieren und einen Link zum Blog dalassen. Spinnt man das weiter, könnte man auch über den Beitrag etwas schreiben und das verlinken.

Was habe ich mitgenommen?

Mut, Qualität und Struktur sind wichtig. Man sollte keine Angst haben, auf sich aufmerksam zu machen, wenn man dabei nett und nicht penetrant ist. Außerdem sollte man wissen, wen und wie man die Leute ansprechen will.

Ich glaube, Bloggen hat viel mit Selbstdarstellung zu tun, und viele denken, es reicht, sich selbst darzustellen - aber man muss auch etwas zu sagen haben, besonders, weil es soviele Blogs gibt. Auch ich sehe mich noch als das rosa glitzernde Einhorn, das total cool ist, aber von niemandem wahrgenommen wird. Aber es gibt genügend Leute, die sich für verrückt halten. Wichtig ist, sich seiner Stärken bewusst zu werden, und diese auszuspielen. Als Leser will ich auch Regelmäßigkeit, wir gucken uns bestimmte Blogs an, weil wir bestimmte Informationen erwarten.

Außerdem ist es ok, mit dem Leser zu kommunizieren - ich habe Angst, Leuten auf den Keks zu gehen, aber wenn meine Inhalte gut sind? Besonder die Fragen am Ende sind ziemlich verpönt, weil der Leser mit dem Hammer zum Kommentieren angeregt wird. Aber wenn es sich anbietet? Ich bin auch nur ein Mensch, ich will reden :-)

Das Wichtigste, was ich mit genommen habe: Ruhe. Ein Blog hat nicht unbedingt von Heute auf Morgen Erfolg, und das ist gut so - so kann man sich entwickeln.

Ich werde mich auch noch eine Weile entwickeln, aber verglichen mit den Beiträgen vor einem Jahr :P
 

Fazit meines Messetages


Die Stände waren nicht so toll, die Organisation schlechter als letztes Jahr - aber der Workshop war toll. Zumindest dieser. Der andere zum Thema E-Books nicht. Aber naja. Ich freu mich trotzdem :-)

Kommentare:

  1. Eine hüsch geschriebene Kritik - danke für das positive Feedback! Mir hat es viel Spaß gemacht, und: Ich freue mich über die Verlinkung. Links in anderen Blogs sind nämlich für die Reichweite auch sehr günstig! ;-)
    Eine kleine Bitte noch: Mein Nachname schreibt sich "Stawowy" - ohne "n". Macht nüscht, kommt total oft vor ;-)

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    1. Ich wusste, dass IRGENDWAS falsch ist - tut mir leid :-) Verlinkungen sind eine Ehrensache - denn ich bin der Meinung, dass Infos verbreitet werden sollten. Der Begriff 'Medium' existiert nicht umsonst :-)

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  2. Danke. Gut zusammengefasst.

    Apropos Verlinkungen. Der Flurfunk-Link oben zeigt auf eine andere Seite. Gruß, Anton

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    1. Oh, das hätte nicht passieren dürfen :-) Danke für die Rückmeldung, ich werde den Link korrigieren! Notiz an mich: Keine rasende Reporterin werden, stattdessen einen Tag für die Korrekturlesung einplanen :-)

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  3. Cooler Beitrag - da hast du mir echt Einblicke gegeben die ich so nach gar nicht kannte bzw die mir so noch gar nicht bewusst waren. Danke schön.

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  4. Hey Evy :)
    danke für den rat. Ich mache das noch nicht so oft. Vielleicht mache ich das nächste Mal direkt dann aufnehmen, wenn das Foto schon geöffnet ist ;) soviel sollten die Zuschauer dann doch wissen.
    Was meinst du mit einer anderen Tonspur aufnehmen?

    Liebe Grüße
    Cassy

    www.casandrakrammer.blogspot.de

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