Montag, 16. Dezember 2013

'Liebesversuche' von Nicolas Scheerbarth

Alexandra / Felicia
Hallo liebe Leser!

Dieses Buch ist mein persönliches Weihnachtsgeschenk. Beziehungsweise mein Geschenk an mich – nachdem ich mich auf der Suche nach Präsenten für andere durch die Innenstadt gewühlt hatte, musste eine Belohnung her. Die Werbung für 'Liebesversuche' hatte ich schon im August wahrgenommen, und irgendwie hat mich die Geschichte nie losgelassen – ein Mann, viele Frauen, dazwischen ein Manga. Klingt ungewöhnlich, aber vor allem gefühlvoll. Und das war es auch :-)




 
Übrigens wurden alle verwendeten Kekse aufgefuttert, ausgenommen das Eierschaumgebäck aus dem Bild zu Hermine :P Ich danke Mami für die leckeren Zimtsterne :)

Allgemeines


Das Buch ist als E-Book auf allen Portalen erhältlich und kostet 7 EUR. An den 324 Seiten liest man ca. 12 Stunden.

Der Autor


1958 geboren studierte Scheerbarth u.a. Germanistik und arbeitet heute als Werbetexter. Er verfasst vorwiegend Erzählungen von ca. 40 Seiten Länge (Kindle) und lässt seine Figuren dabei in verschiedenen Orten und Konstellationen agieren. Ihn zeichnet eine Nähe zu den Figuren und Experimentierfreude aus – mal sind seine Geschichten amüsant und lebenslustig, mal melancholisch, manchmal auch überhöht.


Das Cover


Das Titelbild wird nicht vom pinken Banner geziert, der typisch ist für den Verlag. Stattdessen dominiert ein weißer Hintergrund, auf dem in Bilderrahmen Frauenporträts zu sehen sind. Diese spiegeln die verschiedenen Frauen im Buch wider – es macht Spaß, anhand der Beschreibung das passende Bild zu suchen :-) Die Rahmen passen zwar farblich zueinander. Da sich aber kein Ton wiederholt, wirkt das Cover sehr kleinteilig und unruhig, man hat nichts, woran man sich festhalten kann.

Vielleicht hätte man ein männliches Model inmitten von Frauenkörpern abbilden sollen?

Auch wenn die Fotos hübsch sind und der Hintergrund etwas Freundliches hat, ist er insgesamt nicht stimmig. Andererseits fällt das Buch inmitten des großen Angebotes auf.

PaulaInhalt


Lars Tennek, Werbegrafiker und Mangazeichner, hat viel Geld geerbt und reist halb privat, halb beruflich durch die Welt. Dabei begegnet er verschiedenen Frauen, verbringt Zeit mit ihnen und sie mit ihm. In Hermine scheint der die perfekte Frau gefunden zu haben – doch sie hat ein Geheimnis. Außerdem erhalten wir Einblicke in Lars' neues Manga: In der fiktiven Welt Circonia reisten Raumschiffe durch das Weltall. Die Energie nehmen sie aus den Orgasmen der eigens trainierten, weiblichen Besatzung, der 'Astrale' ...

Charaktere


Lars Tennek ist die Hauptfigur und leitet als Ich-Erzähler durch das Buch. Der 32-Jährige ist Erbe einer Unternehmerfamilie und kann als solcher über viel Geld verfügen. Dennoch ist er sehr bescheiden, reist per Anhalter und erzählt nur wenigen von seinem Reichtum. Die Figur ist als einfältiger Held mit Herz angelegt, verhält sich aber ganz unklischeemäßig: Er hat seine Passion, das Manga, weiß aber, dass er arbeiten muss. Auch wenn er sich von Hermine becircen lässt, sieht er die Welt meistens sehr klar. Den Frauen begegnet er stets mit Achtung, Bewunderung, und gleichzeitig ist er mit manchen Dingen überfordert. Er pflegt polyamore Verhältnisse, weiß, dass er mit einer Frau allein nicht glücklich werden kann – dazu ist er zu sehr angezogen von unterschiedlichen Frauen und ihrer Ausstrahlung. Aber er wirkt nicht als Verfechter dieser Lebensform, er lebt sie einfach.

Scheerbarth hat eine Figur geschaffen, die weder Klischees ent-, noch vehement widerspricht, sondern stetig kleine Facetten aufzeigt, die wir alle kennen. Ich habe mich oft mit ihr identifizieren können.

Felicia ist die erste Frau, die im Buch auftaucht. Lars begegnet ihr, als er von Deutschland nach Spanien trampt. Felicia ist Mitte 30, LKW-Fahrerin und sehr taff. Auch wenn sie kühl wirkt, kann sie sich beim Sex fallen lassen und sucht Vertrauen. Schließlich offenbart sie sogar masochistische Neigungen. Felicia leitet das Buch mit einem großen Knall ein und ist mir mit ihrer Umgangssprache sympathisch. Manchmal wirkt sie ein bisschen zu taff, zu gekünstelt, aber es ist schwer, eine resolute Frau darzustellen, ohne übertrieben zu wirken. Schade, dass sie nicht später noch mal auftaucht.

Bettina ist eine Kollegin von Lars. Sie ist von Deutschland nach Spanien gezogen und dort sehr glücklich. Mit ihrem Mann Sergio führt sie eine Wochenendbeziehung. Im Gegensatz zur androgynen Felicia ist Bettina eher füllig und lebt nackt. Ihre Lockerheit prägt die Stimmung im Buch und beim Lesen. Der erste Sex zwischen Lars und Bettina wirkt genauso fließend, wie er beschrieben ist – zwei Menschen, die selbstverständlich miteinander schlafen, nachdem sie tagelang warteten. Sergio stört das Verhältnis der beiden nicht, ganz im Gegenteil ...

AntonellaAntonella ist braun gebrannt, androgyn, sehnig und spricht nur ein paar Brocken Englisch. Auch wenn sie anfangs wie eine Nebenfigur wirkt, weil sie in den Abschnitt mit Bettina eingebaut ist, ist ihre Rolle größer. Hinter Antonellas schönen Erscheinung verbirgt sich ein dunkles Geheimnis: Sie ist Masochistin. Gern lässt sie sich die ganze Nacht in einer Tiefgarage fesseln und wartet auf Erlösung. Die Konfrontation Lars' mit diesem Charakterzug bildet die erste tiefgründige Passage im Buch. Er findet es befremdlich, hat Probleme, sich damit zu identifizieren, weiß aber, dass Antonella mit 'Blümchensex' nicht glücklich wird. Zwar kann er für einige Zeit in die Rolle des Sadisten schlüpfen und empfindet in dieser Spaß, grundsätzlich widerstrebt es ihm. Einen Ausweg findet er in der Ästhetik: Lars liebt Frauenkörper, und er liebt es, wenn Antonella sich im Orgasmus windet. Er liebt es, wie sich Muskeln, Sehnen und Knochen bewegen, ihr Körper fließt, wenn er ihr wehtut. Die Bindung zwischen Lars und Antonella ist tief, für sie ist ein Leben in Deutschland aber nicht vorstellbar. Aber sie ist da, als Lars sie braucht.

Heather begegnet Lars in San Francisco. Sie soll mit ihm an der englischen Ausgabe seines Mangas arbeiten und nimmt ihn mit auf die Folsom Street Fair, der Messe für Leder und Fetisch. Heather ist ca. 50 Jahre alt und verkörpert die tolerante Amerikanerin – sie mag große Autos und wirkt einfach 'amerikanisch', freut sich aber, dass ihre lesbische Tochter die Frau fürs Leben gefunden hat. Sie hat eine Vorliebe für Körperflüssigkeiten ... Die sexuelle Beziehung zwischen Lars und Heather hat etwas von Verliebtheit – Lars liebt, trotz der Zweifel wegen dem Alter, ihre Lockerheit, sie seine Jugendlichkeit, Offenheit und Schüchternheit. Ähnlich wie in Taken by Berlin beschäftigt sich Scheerbarth bei dieser Figur wieder mit der Problematik 'Sex im Alter' – diesmal aber positiver. Denn wenngleich Heather etwas Melancholisches anhaftet, ist die Stimmung energetischer als bei der Liebesgeschichte zwischen Riss und Joschi. Heather freut sich über die Gelassenheit, Unsichtbarkeit im Alter.

Paula ist Lars' beste Freundin und lesbisch. Die beiden kennen sich seit Kindertagen und haben ein besonders Verhältnis – sie schlafen manchmal miteinander. Obwohl sich Paula zu Frauen hingezogen fühlt und sich für die Interessen lesbischer Frauen einsetzt, ohne eine 'Kampfemanze' zu sein, genießt sie das Gefühl, einen Penis in sich zu haben. Allerdings lehnt sie Oralverkehr mit einem Mann ab – denn das wäre wie mit einer Frau und Frauen können das ohnehin besser. Paula ist taff, manchmal etwas zickig, ist gern mit Jungs unterwegs, hat aber einen – typisch weiblichen – Sinn für Behaglichkeit.

Alexandra ist Paulas Freundin. Sie ist ca. 40 Jahre alt, kommt aus Russland und lebt lange in Deutschland. Im Vergleich zur quirligen Paula ist sie ruhig und souverän, aber auch sehr neugierig. Für Lars hat sie etwas Mütterliches, gleichzeitig scheinen die beiden auf einer Stufe zu stehen. Zwischen Lars, Paula, Alexandra und Hermine gibt es eine interessante Szene ...

Hermine
Hermine ist die 'Frau in Rot'. Sie bildet den Schwerpunkt der zweiten Hälfte und bringt Krimi-Elemente hinein. Hermine ist etwas jünger als Lars und zieht ihn durch ihre Unnahbarkeit und Stärke an, schon ihre Kleidung beeindruckt ihn. Nachdem sie ihn um Hilfe für ein Projekt bat, kommen sich die beiden privat näher. Lars ist verliebt und kann sich ein Leben mit ihr vorstellen, die beiden ziehen sogar in eine gemeinsame Wohnung. Doch Hermine verhält sich zunehmend unbeherrscht und unsicher. Und dank einer Freundin weiß Lars bald, warum.

Jacky begegnete Lars auf seiner ersten Reise nach New York, als er 19 und voller Träume war. Das Mädchen mit der 'cafécremebraunen Haut' verkörpert für ihn eine aufregende Zeit voller Tempo und neuer Eindrücke. Und gleichzeitig ist ihr tragisches Ende ein Sinnbild für die Zwiespältigkeit der Stadt. Lars formuliert treffend 'Hey, das ist New York!' Dieser Abschnitt ist mein persönlicher Glanzpunkt, weil er Esprit, Bitterkeit und vor allem Ironie hat. Man hört förmlich das Großstadtgetümmel.

Celeste ist die Enkelin von Justus, einem alten Afroamerikaner, bei dem Lars in New York wohnt. Sie studiert Mathematik und lebt bei Justus. Durch sie wird das Thema Rassismus behandelt: Neben der Tatsache, dass Lars 'schwarze' Frauen und Justus 'Albinos' mag, schlägt Celeste vor, in Lars' Manga Frauen anderer Hautfarben auftauchen zu lassen. Lars hält das für eine gute Idee, auch, weil sie sich gut verkauft. Mich hat diese Passage zum Nachdenken angeregt, denn allen Toleranz-Gedanken zum Trotz – eine schwarze Figur würde auffallen, man würde sie auf den ersten Seiten nicht als Astrale, sondern als schwarze Figur wahrnehmen. Scheerbarth hat also den erzieherischen Effekt erzielt, ohne zu übertreiben – das Thema ist in die Story integriert. Celeste selbst ist 'eine Naturgewalt' und wirkt auf mich, als hätte sie nur jemanden gebraucht, der sie aufweckt – anfangs wirkt sie schüchtern, später sehr leidenschaftlich.

Insgesamt sind die Figuren vieles – vielfältig, ähnlich, ihre Typen sind zwar klar angelegt, aber nicht ausgeführt, sie wirken verschwommen. Das macht sie menschlich und man kann sie unterscheiden. Aber es fällt schwer, alle im Kopf zu behalten. Auch wenn sich der Autor bemüht, alle Frauen körperlich, emotional und durch ihre sexuellen Vorlieben zu beschreiben, ist der Übergang zwischen den einzelnen Geschichten und Frauen fließend, die Struktur schwankt zwischen Episoden und fortlaufender Handlung. Dennoch bin ich froh, eine bunte Mischung unterschiedlicher Figuren erleben zu können, deren Faszination sich von Lars auf mich überträgt.

Das Manga


Lars schreibt und zeichnet ein erotisches Manga (Hentai) und präsentiert dem Leser zwischen den Frauengeschichten den Text.

Handlung

Die Quellendom, ein Raumschiff in der Welt 'Circonia', ist auf der Suche nach einem verschollenen Raumschiff und gerät dabei in Gefangenschaft eines anderen Volkes. Dieses unterdrückt Völker und hat sich einen Ruf als 'Götter' erarbeitet. Schafft es die Quellendom, sich und ihre neuen Freunde zu befreien?

Figuren

Senay ist die Anführerin der Astrale und nimmt den meisten Raum ein. Im Laufe der Geschichte beginnt sie eine Beziehung mit Haino, einer Macinista. Sie ist freundlich und kampfstark, aber nicht verbissen. In der Beziehung mit Haino zeigt sie zwar Gefühle, ansonsten spielen sie eine untergeordnete Rolle – Senays Bewusstsein für ihre Aufgabe und die Verantwortung ist zu groß.

Die anderen Figuren sind prägnant und es sind nicht zu viele; man hat nie das Gefühl, dass man ihre Namen vergisst oder vergessen muss. Ich finde die Konstellation der Handlung angemessen.

Der Antrieb

Die Astrale (alle weiblich) halten sich in einem Raum auf und bringen sich zum Orgasmus. Am effektivsten ist dabei ein Ring, auch Pärchen sind möglich. Wichtig ist, dass die Orgasmen gleichzeitig erfolgen. Neue Anwärter müssen ein Training absolvieren, damit die sexuelle Energie konzentriert werden kann, und nicht jeder ist geeignet.

Die Idee klingt anfangs sehr reizvoll, erregend, doch Scheerbarth lässt sich davon nicht überwältigen, sondern behandelt diesen Fakt normal. Er schildert oft, wie sich die Astrale zusammenfinden, um das Schiff vorwärts zu bringen oder sich gegen Feinde verteidigen. Ich finde das sehr gut. Interessant ist, dass es auch ein männliches Pendant gibt, sodass die Frage der Gleichberechtigung einfließt.

Integration in die Geschichte

SenayDie Passagen sind erstaunlich gut gestaltet: Die einzelnen Kapitel des Mangas stehen zwischen der Handlung und sind in spannungsreiche Abschnitte unterteilt. Als Leser verliert man nie den Überblick, weder im Manga, noch in den erzählenden Passagen, man vergisst nichts. Sehr gut war auch die Formatierung: Scheerbarth arbeitet mit Kursivschrift und Großbuchstaben und schafft es, gezeichnete Passagen so in Worte zu übertragen, dass sie der Leser versteht und das Geschehen vor seinem geistigen Auge abläuft – das hatte ich nicht erwartet. Außerdem lockert das Manga die Handlung auf – ansonsten wäre es nur eine Episodengeschichte über einen Mann, der Frauen liebt. Durch die Geschichte in der Geschichte wird man abgelenkt und das auf unterhaltsame Weise.

Inwieweit das Manga einen Bezug zu Lars' Geschichte hat, darüber kann man spekulieren. Auf mich wirkten beide Geschichten anfangs eigenständig, zunehmend erkenne ich aber Parallelen zur Handlung und den Figuren: Genauso wie die Quellendom ist Lars von seiner Sexualität gesteuert – im Manga sind es Orgasmen, in der Geschichte die Schönheit. Senay und Lars leben polyamor – Lars eher freiwillig, Senay auch berufsbedingt. Außerdem geraten beide in Gefangenschaft und sind gezwungen, Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen. Senay wirkt wie Lars' Schwester – sie ist souveräner und hat ein starkes Pflichtbewusstsein, gemein ist beiden die Leidenschaft und dass ihre Gefühle manchmal untergehen. Auch die Nebenfiguren ähneln sich – es gibt Chefs, Treu-Ergebene, nette Helfer und so weiter.

Übrigens taucht die Welt, aber ohne Bezug zu diesem Buch, in weiteren Geschichten des Autors auf, u.a. Circonia Teen.

Erotik


9 Frauen und 300 Seiten (je nach Schriftgröße ...) bieten genug Platz für zahlreiche Szenen und diesen Raum nutzt der Autor sinnvoll. Es gibt viele Akte hetero- und homoerotischer Natur, manchmal mit mindestens zwei Frauen und einem Mann, in einer Szene auch mit zwei Männern und einer Frau. Die Techniken stehen weniger im Vordergrund als der Genuss der Frau und die Lust der Figuren. Flüssigkeiten werden zahlreich vergossen und Körper angepackt, gestreichelt und manchmal geschlagen, Brustwarzen, Penisse und Zehen gelutscht, ein Festmahl für die Sinne. Genauso wie die Hauptfigur versinkt man in Glanzpunkten des Rausches – behält aber eine gewisse Distanz. Denn die Passagen sind zu durchdacht. Die Wortwahl ist gekonnt, nie zu obszön, lebensnah und vielseitig, aber manche Wörter haben eher eine neutrale als eine positive Bedeutung z.B. schmatzen. Der Autor achtet stark darauf, Körperliches und Genuss zu verbinden. Es gibt einfach Wörter und Techniken, die Scheerbarth gern nutzt, und das sieht man :-)

Ingesamt habe ich den Figuren gern zugeguckt, war aber selten erregt. Ich denke, dass die Selbstverständlichkeit, mit der die Figuren miteinander schlafen, wichtig ist und den Autor einzigartig macht. Er will nicht sagen 'Guckt mal, sie vögeln, und vögeln immer besser, immer schneller, immer härter – ist das nicht geil?!', sondern 'Sex ist schön. Wunderschön. Also: Tut es, und habt Spaß!'


Celeste


Gliederung und Formatierung


Die 17 Kapitel sind mit römischen Zahlen nummeriert und Manga-Abschnitte mit S1 usw. versehen. Die Kapitel sind relativ gleichmäßig verteilt.

Scheerbarth arbeitet im Manga oft mit Formatierungen, im Fließtext weniger.

Schreibstil


Wer Nicolas Scheerbarth kennt und seinen Stil schätzen gelernt hat, wird dieses Buch mögen – er schildert das Geschehen ruhig und unaufgeregt, selbst wenn die Handlung flotter wird. Die Sätze sind präzise und durchdacht, die Wortwahl passend und die Satzrhythmik stimmt. Gut ist, dass er Umgangssprache verwendet, aber auf Dialekte verzichtet. Je nach Typ redet eine Figur 'normal' oder hat einen Einschlag. Man merkt jedoch, aus welcher Region der Autor kommt – die Figuren 'mögen' vieles :-) Humor gibt es, aber nur an wenigen Stellen.

Ich finde den Stil gut lesbar, manchmal ein bisschen zu perfekt, einen Hauch zu kühl, aber angenehm zu konsumieren ... oder genießen :P

Fazit


'Liebesversuche' zu lesen war ein sehr intensives Erlebnis, weil ich mich der Hauptfigur sehr nahe fühlte. Der Autor schafft es, trotz fiktiver Figuren sehr realistische Gedanken einzubauen. Auch die Kombination aus Manga und erzählendem Teil funktioniert. Probleme hatte ich mit der Struktur: Eine eindeutig fortlaufende Handlung oder Episodengeschichte hätte mir besser gefallen, außerdem ist der Krimi-Teil zu spät eingebaut und vorhersehbar. Der Ausdruck ist sicher und nie plakativ, mir aber etwas zu kühl. Dennoch habe ich mich sehr wohl und aufgehoben gefühlt.

Ich habe das Buch überwiegend in fast leeren Wartehallen gelesen, und dort passt es hin: Umgebungen, die die Aufregung widerspiegeln, den Esprit und die Leidenschaft, gleichzeitig die Ruhe des Ich-Erzählers.


PS: Ausschnitte aus dem Buch gibt es auf DeviantArt: vom Anfang, der Begegnung mit Antonella, über Heather, Lars' Eintreffen in New York und einem Auszug aus dem Manga - sehr treffende und schöne Stellen :-)


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