Dienstag, 7. Januar 2014

Von Änderungen und ihren Anfängen - Evy auf der Offenen Bühne im Dezember - Teil 1

Hallo!

Nachdem ich überlegt hatte, ein bisschen mehr für meine Bekanntheit zu tun, und mich bei der Blog-Aktion von Ina beworben habe, stand ich vor einem Problem: Regelmäßig posten? Leserzahlen sind nicht das Wichtigste, klar, aber mehr Resonanz bedeutet mehr Feedback und das finde ich gut. Außerdem will ich ja auch, dass auf meinen Lieblings-Blogs etwas passiert. Leider liegt mir langfristiges Planen nicht, ich tippe lieber spontan, und ich lese/erlebe auch nicht genug, um regelmäßig etwas zu schreiben. Daher will ich zumindst einmal wöchentlich etwas schreiben.




Das fällt zusammen mit einem weiteren Problem: Den Inhalten. Ich mag keine Blogs, die nur Reviews beinhalten und in denen die Persönlichkeit der Autoren untergeht. Gleichzeitig sollten die privaten Befindlichkeiten nicht im Vordergrund stehen. Bei den Ana-Posts haben sich meine Leser eher um mich gesorgt, daher werde ich dieses Extrem sogut wie möglich vermeiden. Stattdessen lasse ich euch an meiner Karriere teilhaben. Ich finde es wichtig, über den Schreibprozess zu berichten, was ich fühle usw. Die Werbung für mich selbst soll aber nicht dominieren – außerdem veröffentliche ich zu wenig :-)

Falls ihr noch Ideen habt – her damit :P

Die folgenden Posts widmen sich daher der Offenen Bühne und meinen Auftritten.

Ein großes Dankeschön geht an Steffen Haas und Marc Knepper, weil ich ihre Bilder nutzen darf!

Was ist die Offene Bühne?


Für darstellende Künstler bieten sich unzählige Möglichkeiten. Einige sind spezialisiert auf Literatur, Musik, Theater usw., andere sind offen. Genauso variiert die Professionalität und der Eintritt/Bezahlung.

Bei der Offenen Bühne (wie ich sie erlebt habe) ist der Eintritt frei, sie finanziert sich über Getränke und Spenden. Der Lohn für die Künstler ist oft Eigenwerbung :-) Eine Anmeldung ist ratsam, meistens ist aber noch Platz für spontane Beiträge. Der Vielfalt sind dabei nur technische und räumliche Grenzen gesetzt – die Bühne ist klein und es gibt zwar ein Mikrofon und eine Musikanlage, Instrumente oder anderes müssen selbst mitgebracht werden. Die Beitragsdauer beträgt ca. 10 min, nicht nur als Gerechtigkeits- und Zeitgründen, sondern weil die Aufnahmefähigkeit der Zuschauer begrenzt ist.

Offene Bühnen sind ein guter Ort, um Neues auszuprobieren, denn das Publikum ist nicht so riesig und meistens sehr nett :-)

Außerdem lernt man eine Menge Künstler kennen, erweitert seinen Horizont und verbringt einen Abend voller Spaß, ohne etwas zu zahlen XD

Die Offene Bühne in Dresden und wie ich dazu kam...


Oktober 2008
Es war einmal an einem schönen Tag im Sommer 2007. Ich hatte gerade beschlossen, offener zu werden, die Welt zu entdecken und fand zufällig eine Anzeige von der Offenen Bühne. Diese residierte damals im E2 und gab ihre jährliche Open-Air-Vorstellung unter der Albertbrücke. Diese Tradition hält sich bis heute, auch wenn man aufgrund der Sperrung der Brückenbögen auf die Saloppe oder den Alaunpark ausweichen musste. Ich glaube, ich habe inmitten von Decken und Leuten, die ich nicht kannte, sogar einen frisch geschriebenen Text vorgelesen – und wurde sofort fröhlich aufgenommen. Das war für mich eine tolle Erfahrung, weil mich diese Leute nicht danach beurteilt haben, dass ich schüchtern war, sondern sich einfach gefreut haben, dass ich etwas vortrage :-)



Die Zeit im E2


Benannt nach der Straße im Dresdner Hechtviertel bot das sonnenbrand-rote Gebäude neben einem Restaurant gegenüber, von dem man sich etwas zu Essen holen konnte, eine geniale Aufteilung: Unten eine Bar mit Sitzmöglichkeiten, oben die Bühne und ein gemütliches Sofa. Von der Bar aus konnte man alles gut erkennen.

Ich habe damals viele Gedichte vorgelesen, Kontroveres, und war regelmäßig da. Die Bühne war sehr inspirierend für mich und heute sitze ich oft da – man verzeihe mir – und schreibe. Die künstlerische Atmosphäre ist toll! Ein Highlight war ein Kurzfilm, den wir gesehen haben :-)

Wenn ich mir die Fotos angucke und beobachte, wie ich mich verändert habe... ouch :P

Hier habe ich übrigens nur zugeguckt.

Mai 2011
In der Blauen Fabrik


Ende 2009 zog die Offene Bühne in die Blaue Fabrik, ein Kulturzentrum auf der Preißnitzstraße. Es handelt sich um eine alte Fabrik, vor der man gut rauchen kann. Leider führte zum Veranstaltungsraum eine steile Treppe, vor der ich immer Schiss hatte :) Vorn befand sich die Bar, hinten die Bühne. Es gab mehr Platz als im E2, aber auch ein paar Säulen, die die Sicht behinderten.

Ich war in dieser Zeit weniger da, weil mein Privatleben spannender und ich übersättigt von der Veranstaltung war. Aber ich hatte ein Foto-Handy und konnte selber knipsen :P Ich habe viele Bands und Künstler gesehen, die ich heute noch gut finde – ich habe mich einfach weniger auf das Flair als auf die Kunst konzentriert. Vier bewegende Auftritte gab es in dieser Zeit:

Im September 2010 war ich mit Me&M bei da, er hat seine Gedichte vorgelesen (die damals noch gut waren), ich kam in dem Outfit, das mich heute noch an ihn erinnert und meinen Stil prägte – mit Blume – und ich weiß nicht, was ich vortrug :P

Im März 2011 las ich, frisch getrennt, einen Text über Liebe und Drogen vor.

Im Mai 2011 war ich gebrochen und sah trotzdem gut aus. Ich war mit meinem besten Freund und meiner besten Freundin da und am Boden. Mein Ex (ja, ich hab gelitten) hatte mein Herz, nachdem er es geteilt hatte, durch die moralische Moulinette gedreht und ich trug passend dazu einen schwarzem Jumpsuit. 'An meine Sehnsucht' ist ein gefühlvoller Text über diese Zeit – man will damit abschließen, aber es klappt nicht. Trotzdem wirkte ich auf der Bühne stark in meiner Traurigkeit.

November 2012
Im November 2012 folgte mein vorläufig letzter Auftritt. Ich glaube, ich las Gedichte vor. Und ich hab bewusst meine Brille abgenommen...







Ich hoffe, ich hab nix durcheinander gebracht – ich hab irgendwann auch mal einen Text über eine Frau vorgelesen, die sich und andere fickt, weil sie seelisch tot und orientierungslos ist. Dafür hätte man mich am liebsten von der Bühne geworfen :-)

Und jetzt im Kulturzentrum


Nach dieser ereignisreichen Phase war für mich die Luft entgültig raus. Die Diskusionen um den Umzug und der Wechsel des Teams machten es nicht leichter. Ich hatte keine Hoffnung, dass die Veranstaltung noch weiter bestehen würde. Dann kam die legendäre Open-Air-Session im Alaunpark, von der ich nur Gutes hörte. Dann erzählten mir Freunde, wie lebendig alles ist – und ich meldete mich wieder an :-)

Der Raum ist etwas kleiner und die Getränkefrage ist noch nicht optimal gelöst, aber es gibt ein Restaurant im Keller. Außerdem ist das Licht bunter und das Team sehr nett!

Die Bühne muss sich Künstler und Publikum wieder zurück erobern, die Literatur geht gerade etwas unter. Trotzdem haben wir großartige Künstler und vielfältige Darbietungen!

Oktober 2013
Mein erster Autritt im viel zu kurzen Kleid – aber mit geilen Fotos von Marc Knepper – war im Oktober 2013. Ich las sehr persönliche Gedichte vor, entsprechend nervös und verplant war ich. Der Kampf mit dem Mikro begann :-)

Im November folgte das Kontrastprogramm: Ich stellte das Buch Von tausend Schatten vor und las einen Teil meiner Kurzgeschichte 'Im Eis'. Ich hatte Angst, aber ich habe es durchgezogen, weil es nicht um mich ging, sondern das Buch. Außerdem war der Text schon ein halbes Jahr alt, daher hatte ich eine gewisse Distanz. War gut :-)




Pause


Halt. Stop! Bevor ihr im nächsten Beitrag etwas zu meinem aktuellen Auftritt lest, ist es Zeit für eine Reflektion.

Es ist echt krass, wen ich damals getroffen habe – mit einigen Künstlern bin ich heute befreudet, obwohl ich sie kaum wahrgenommen habe. Mein Einleitungen versaue ich immer noch und ob ich seit meinem ersten Auftritt besser geworden bin, weiß ich nicht. Aber bin sicherer im Schreiben. Und das ist toll! Außerdem steht mir Braun besser :P Nur mein erster Auftritt war gruslig – der Text war gut, aber das Outfit... immerhin: Ich war mit 19 eine der Jüngsten! Ich wünschte, ich könnte sagen, dass manches lange vorbei ist – ist es nicht. Es fühlt sich immer noch komisch an :-)

November 2013


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