Dienstag, 6. Mai 2014

Auf die Bühne, fertig, los! - Evy im April

Hallo!

Erstmal möchte ich mich entschuldigen, weil der letzte Beitrag schon mehr als drei Wochen her ist, und dieser das gleiche Thema behandelt - meinen Auftritt. Das wirkt sicher ziemlich ego. Ich wollte zwischendurch eine Buchkritik tippen, aber mein Perfektionismus sieht mich gern von oben an und sagt Wenn du nicht gut genug bist, dann lass es! Früher gab es noch Superheldinnen, die Feinde einfach vertrieben haben, aber die sitzen vermutlich vor dem Fernseher und gucken sich Superhelden-Verfilmungen an *grummel* Naja... Übrigens werde ich die Gedichte auf DeviantArt verlinken, damit ihr sie gesammelt lesen könnt. Außerdem mülle ich dann den Blog nich zu :-)

Die Fotos hat übrigens wieder Marc Knepper *applaus* geschossen.

Ein Jubiläum mit Luftschlangen


Die Offene Bühne stand diesmal unter einem besonderen Stern - vor einem Jahr wurden die alten Betreiber abgelöst und neue eingeführt. Das ging anfangs nicht reibungslos und ich dachte mir Kann nix werden. Bis ich von der legendären Open-Air-Session im Alaunpark hörte und wie großartig die Stimmung war. Im September bin ich erstmals wieder aufgetreten, und seitdem hat sich viel getan. Nichtnur die Besucherzahl stiegt stetig, sondern auch die Anzahl der Künstler.

Zum eigentlichen Jubiläum war der Raum so voll, dass selbst die Sitzplätze in Nischen und Ecken nicht ausreichten :-) Die Beiträge waren vielfältig, sogar die Poeten waren würdig vertreten (einzeln und in der Musik)


Ich hab die Haare schön...


Nachdem mir die Offene Bühne im März meine Würde gerettet hat, freute ich mich wieder aufzutreten - es ist einfach genial :-) Entsprechend vorbereitet war ich schon Tage vorher. Was die Optik betrifft. Und die Einleitung. Die Texte habe ich bis zu meinem Auftritt nie rezitiert. Und vorher einen Kollegen *wichtig tu* um Rat bei der Reihenfolge gefragt.

Wichtige Auftritte erfordern besondere Outfits, daher trug ich wieder etwas elegantes. Das One-Shoulder-Kleid von kirsch-grün ist wundervoll, es hat schon Feierlichkeiten und Tanz-Orgien überlebt und passt auch mit 7 Kilo mehr. Dazu eine halbtransparente schwarze Strumpfhose und rote Ballerinas. Die Schuhe waren leider nicht so hoch und ein zu starker Kontrast, aber sie gaben dem Bild etwas Lockeres. Auf Schmuck habe ich verzichtet, da das Kleid stark genug ist. Da ich eine Schultertasche trage, hätte eine Kette ohnehin gestört. Auch wenn ich eine tolle schwarz-irisierende aus Wien habe :P

Die Haare erforderten einen Vorlauf von einem Tag, denn ich wollte frisch gefärbt und mit Hochsteckfrisur auftreten. Leider hatte ein Teil der Wir-färben-AG keine Zeit, sodass sich Evy-Klein ganz allein mit der Farbtube im Badezimmerlein vergnügen musste - bei meinem Sinn fürs Grobmotorische eine Meisterleistung :-) Ernsthaft: Die Farbe wurde leuchtend und die 3-EUR-Tönung hat gehalten, was sie versprochen hatte. Leider hat man davon wenig gesehen...

... denn ich hatte mich für geflochtene Seiten entschieden. Mangels Zeit musste ich von unten flechten, sodass etwas Volumen verloren ging. Dafür klappte der Dutt super - dank meines Mini-Duttkissens (5 cm reichen bei meinem kurzen Haar) und den kurzen Haarnadeln (auch 5 cm - findet man schwer, lohnt sich aber für mich). Da ich diesmal Volumen haben wollte, habe ich die Strähnen mit Haarspray besprüht, toupiert, etwas geglättet und festgesteckt. Bis auf eine Krawall-Strähne haben sich alle Haare der Nadel-Diktatur gefügt. Einziges Manko: Ich konnte nich in meinen Haaren rumfummeln :-(

Beim Make-up habe ich mich in gefährliche Gefilde gewagt, denn ich trug roten Lidschatten - als Schattierung für Rose-Gold. Danach noch mit Braun-Schwarz nachgedunkelt, Kajal und Wimperntusche - fertig :-) Dumm nur: Wozu trage ich Foundation, wenn ich Bahn sei dank völlig verschwitzt ankomme? *grummel* Die Lippen waren, wie üblich, rot :-)

Die Texte


Als ich mir Anfang April überlegte aufzutreten, stand ich vor der Frage Was vortragen? Die Gedichte aus der Auszeit hatte ich rezitiert, neues Material war nicht in Sicht. Zwei Wochen später packte mich aber doch die Schreibwut und mir fiel ein, dass ich von ca. 12 Gedichten nur vier vortragen hatte. Ich entschied mich schließlich für etwas Leichtes, zwei Schwere und ein Gedicht, das ausnahmsweise nix mit Liebe zu tun hat :-)

Honig im Tee beschreibt nicht nur meine Liebe zu besagtem Zusatz in besagtes Getränk, sondern auch eine Besonderheit: Tee schmeckt nicht besser, sondern anders, wenn man Honig reintut. Genauso wie der Mensch, den ich beschreibe, das Leben nicht besser, aber spannender macht. Tee ohne Honig ist natürlicher, der Geschmack des Tees kommt gut zur Geltung. Der Honig entlockt ihm andere Nuancen, und das ist eine Bereicherung. Ich habe den Text gewählt, weil er locker und lieblich ist - nicht zu schwermütig :-)

Kostenpunkt ist mein Lieblingsgedicht, weil es zwischen Anklage und Verständnis schwankt, ohne zu heftig zu werden. Als ich das Gedicht auf Facebook gestellt habe, haben es viele Menschen gut gefunden, was mich überrascht hat - für mich ist es nur ein Text, über den ich mich abreagiert habe. Als ich ihn für meinen Auftritt nochmal gelesen habe, wurde mir bewusst, wie gut und klar er ist, und dass sich viele Menschen mit der Problematik identifizieren können. Inzwischen muss ich meine Rechnung korrigieren, denn Rauchpausen dauern länger, als ich vermutet habe, besonders, wenn man nebenbei etwas anderes tut. Ich könnte einen Essay über das Rauchen schreiben, aber... es ist traurig, wenn man Menschen sieht, die so kaputt sind, dass sie sich über Zigaretten abreagieren müssen. Die Strahlekraft eines Symbols.

Opfer II ist ein Wut-Gedicht, das auf ein Fragment aus den Me&Ms zurückgeht *lange, lange her - aber ich war damals echt gut :P *

Du bist ein kleines Opfer
ein Opfer deiner Pein
ein Opfer deiner Zweifel
und willst kein Opfer sein.

Meine Freundin fand die Verse damals sehr toll und treffend, aber ich konnte sie nie ausbauen. Als ich mich in einer ähnlichen Situation befand, folgte relativ flott auf die Trauer der Gedanke Nicht nochmal! Ich bin als Person wesentlich mehr - die Trauer ist ein Teil davon, aber ich bin so weit gekommen - ich gebe das nicht mehr auf :-) Das Gedicht ist konkreter geworden, als ich beabsichtigt hatte, anklagender, aber ganz griffig.

Welt gerettet habe ich geschrieben, als ich nicht schlafen konnte, weil ich das Gefühl hatte, nichts geleistet zu haben. Der Tag war sinnlos. Das Gedicht grast penible ab, was an einem Tag passieren kann und was erwähnenswert ist. Die Frage ist: Sind nicht Eindrücke schon Sinn genug? Nachdem ich das Gedicht geschrieben hatte, konnte ich zwar trotzdem nicht schlafen, aber naja. Ich mag den Text, weil er so schön trocken ist. Und ein bisschen Medienkritik musste sein :P




Der Auftritt


Einschub Ich hatte meinen Ein-Mann-Fanclub mitgebracht *KEIN Groupie* Besonders praktisch, wenn man sich aufgrund von Nervosität an einer starken Schulter abreagieren muss :P Einschub Ende.

Als Perfektionistin wollte ich natürlich meine Einleitung auf das Jubliläum abstimmen. Meine Hoffnung, ich wäre zum 18. Mal aufgetreten und könnte auf Volljährigkeit plädieren, zerschlug sich mit einem Blick auf die Auftrittsliste. Aber mit 16 kann man auch feiern - dass es nix zu feiern gibt. Man hat viele kleine Rechte, aber nix Großes - Rauchen geht nicht, Trinken geht nicht vollständig (beides in Massen ist natürlich nicht gut) und wenn man Pech hat, wird man mit 20 auch noch auf 16 geschätzt... Einen zusätzlichen Gag lieferte mir Tine mit ihrem Text über DSDS - wenn man sich nicht mit materiellen Gütern betäuben kann, dann eben mit immateriellen! Stundenlange Dauerbeschallung ist ohnehin nicht gut... Die Leute haben gelacht und ich kann stolz sein, dass ich diese kleine Impro gemeistert habe!

Vom Rest ist mir nur noch wenig in Erinnerung geblieben - ich war nach 2,5 h die Vorletzte, vom vielen Notieren und Angucken ziemlich fertig und froh, endlich loslegen zu können. Obwohl ich nicht geübt hatte, habe ich mich wenig verhaspelt und konnte frei genug sprechen, um ins Publikum zu gucken. Kostenpunkt hat mich überrascht, weil  ich nicht übertrieben betont habe. Es macht Spaß traurig ins Publikum zu gucken. Das Mikro wackelte, aber ich konnte mich gut daran festhalten :-)

Einschub am Ende Ich danke meiner Inspirationsquelle - inhaltlich und sprachlich, aber nicht formal. Und nur ein bisschen :P Einschub am Ende Ende.

Fazit


Ich war kaum nervös, was vermutlich daran lag, dass ich relativ ruhig bin, diesmal kein Konflikt nötig war :-) und meine Aufgabe als notierende Nummern-Tante mich wundervoll ablenkt. Ernsthaft: Es waren tolle Künstler da, es fühlt sich gut an, zum Publikum zu sprechen und... zu sehen, wie alle Spaß haben!



Kommentare:

  1. Wow, Respekt... dass du so einen Auftritt so souverän meisterst, ist toll. Ich mache mir davor und währenddessen immer in die Hosen und danach würde ich mir am liebsten ein Loch graben :D LG Vera

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    1. Danke :-) Ka, ich trete gerne vor Leuten auf. Hier kommt hinzu, dass ich das Team kenne, dh. in unmittelbarer Nähe sind Leute, denen es ähnlich geht. Das gibt mir Sicherheit :-) Wo und womit trittst du auf?

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