Samstag, 7. Juni 2014

Jetzt wird es doch ein Blogpost - Femme Fatale

Hallo,

Veet hat aufgerufen sich mit dem Thema Femme Fatale zu beschäftigen und ich fand das aus mehrerlei Hinsicht sehr reizvoll. Es handelt sich nicht um Werbung für das Projekt, sondern um meine Gedanken dazu :-)




Wie ich davon erfahren haben


Funnypilgrim machte darauf aufmerksam und hat *natürlich* eine kleine Kampagne gestartet. Mal abgesehen davon, dass sie ein sympatisches Mädchen ist, hat sie sich vielseitig mit dem Thema beschäftigt, Inhalte geliefert und das nie zu penetrant. Ich habe das nicht en detail verfolgt, weil ich mich nicht beeinflussen lassen wollte, aber das Konzept gefällt mir :-)

Warum mache ich mit?


Die Marke

Ich mag die Marke und nachdem ich einige Produkte ausprobiert habe (erinnert sich jemand an die Enthaarungsmousse-Probe in der Girl! vor 10 Jahren?), finde ich sie gut. Sie hält aus meiner Sicht, was sie verspricht. Wenn ich also als Werbeopfer in die Geschichte eingehe, dann erhobenen Hauptes :-)

Mein Traum

Viele kleine Mädchen wollen auf den Laufsteg und ich bin keine Ausnahme. Ich weiß nicht, warum das so ist. Vermutlich ist in unserem Kopf zu sehr verankert, dass man sich mit Schönheit Anerkennung und damit positive Gefühle kaufen kann. Was nicht unberechtigt ist: Man sieht andere Menschen zuerst, bevor der Verstand begreift, dass das Gefühlszentrum schon die Mimik gelesen hat. Mit Aussehen kann man sich immer rausreden, wenn man zu faul ist, sich mit dem Gegenüber zu beschäftigen - es ist zu einfach, jemanden in eine Schublade zu packen. Wir sind Menschen.

Jedenfalls habe ich nicht die idealen Voraussetzungen für ein Model: Ich bin zu klein und kann nicht elegant gerade aus laufen :-)

Als Kind war ich klein & niedlich und trug eine stylische Kurzhaarfrisur. Klamotten mussten für mich eher praktisch sein. Vor allem war ich zu beschäftigt damit, dass mich andere doof finden. Natürlich dachte ich, dass neue Kleidung einen neuen Menschen aus mir macht - hat aber nicht geklappt, sondern Erwartungen geweckt, die ich nicht erfüllen konnte. Die anderen dachten, ich sein ein neuer Mensch, ich wollte es sein - war es aber nicht. Mit dem Alter und der Anerkennung der anderen kam der Mut, sich auszuprobieren. Und festzustellen, ob die mega-trendigen Teile gut an mir aussehen oder bei der Schaufensterpuppe mehr Chancen haben :-)

Mittlerweile weiß ich, dass ich als Mensch echt cool bin - also kann ich mich mit Dingen wie Schönheit beschäftigen. Ich kann damit spielen, Masken aufzutragen, die meine Meinung unterstreichen :-)

Ich bin bereit meinen Traum zu verfolgen!

Ich und die Hübschheit

Ich bin mit meinem Körper meistens zufrieden, und das, seit ich denken kann. Ich habe ein paar Schwachstellen, aber für die kann ich nix. Ich bin sehr glücklich, was die Natur mit mitgegeben hat.

Nixdestotrotz möchte auch ich mal schön sein - aber das geht nur, wenn ich mich gut fühle. Und gute fühle ich mich, wenn ich mich im Spiegel angucke und denke Geil! Es gibt Tage, an denen  ich traurig bin - und dann gucke ich in den Spiegel und sehe, dass es immer Dinge gibt, die mich schön machen. Daher: Lächeln :P


Was ist eine Femme Fatale?


Wikipedia sagt, dass eine Femme Fatale (verhängnisvolle Frau) die Männer erotisch an sich bindet und ins Unglück stürzt, dabei manchmal manipulativ vorgeht.

Ich glaube, solche Frauen sind sich bewusst, dass sie Männer mit ihrem geheimnisvollen Erscheinungsbild anziehen, und sie spielen damit. Gleichzeitig verdecken sie damit ihre Verletzlichkeit - manchmal ohne, dass sie es wollen. Die Männer zieht genau das an: Nicht der schöne Schein, sondern die Gewissheit, dass mehr dahinter steckt. Das Fatale an diesem Femmes ist, dass sie das nicht offenbahren. Deswegen stürzen sich die ähnlich verletztlichen Herren in ihr Verderben - weil sie jemanden suchen, der ihre Traurigkeit verstehen kann, aber nur eine riesige Mauer finden.

Bin ich eine Femme Fatale?


Ich glaube, als Lebenseinstellung bzw. ständige Maske wäre das nix für mich - es ist anstrengend, verlogen und irgendwann verliert man sich darin. Als Spiel finde ich das aber sehr reizvoll - mit den richtigen Menschen und wenn beide wissen, wie weit sie gehen können.

Real betrachtet bin ich genauso verhängnisvoll wie jeder andere. Auch ich habe ein Geheimnis, das ich als Schwäche empfinde, andere aber als ein kleines Licht in meinem Inneren wahrnehmen. Ich bin ein lautes, energetisches Wesen, das manchmal verletzend ehrlich ist. Ich versuche alle Menschen gern zu haben und glaube an das Gute im Menschen. Aber tief in meinem Inneren habe ich vor vielen, vielen Dingen Angst.

Das Shooting


Vorgeplänkel

Im Werbetext ist von einem Selfie die Rede, was ich auf das Genauste umgesetzt habe: Ich habe mich selbst angezogen, selbst geschminkt, bin sogar alleine in den Park gelaufen, habe das Stativ aufgebaut und die Kamera eingestellt. Nur die typische Selfie-Pose habe ich nicht hin hinbekommen, weil die Kamera zu schwer ist :-)

Ernsthaft: Es war einfacher als gedacht. Nachdem ich die Blende eingestellt hatte, ging es ganz gut; ich musste nur wenige Probeschüsse schießen, das Stativ ist nicht umgekippt und die Leute hatten Verständnis für ein kleines Mädchen, das mit einem ausgeklappten Stativ durch den Park läuft :P

Das Outfit

Im Gespräch mit einem Freund zu diesem Wettbewerb habe ich irgendwann gesagt Ich muss nichtmal was besonderes anziehen, um eine Femme Fatale zu sein. Beim genauen Nachdenken stellte sich heraus, dass es wahr ist. Der klassische Look mit dunklen Augen, dem kleinen Schwarzen und verruchtem Blick ist bekannt. Aber mir war das zu einfach und es passt nicht zu mir - ich würde verkleidet aussehen. Meine verhängnisvolle Maske besteht im Spielerischen - ich bin bunt, aber auch elegant. Ich wirke einfach, kann aber ziemlich hart sein. Das kleine Schwarze musste trotzdem sein :P

Das Kleid habe ich für 15 EUR gekauft und ich liebe es! Es ist schwarz, eng und hat durch den transparenten Stoff etwas Geheimnisvolles. Gleichzeitig ist es strapazierfähig und wirkt mit einer Hose oder Leggins sportlicher. Ich habe in diesem Kleid viele wichtige Anlässe gemeistert - schöne Momente :-)

Darunter eine blaue Skinny. Ich wollte eigentlich nie eine hautenge Hose haben, aber nachdem mich Frauenzeitschriften und Werbeposter jahrelange berieselt hatten, musste sie sein. Mittlerweile mag ich sie sehr gerne!

Die roten Ballerinas sind nicht tot zu kriegen :-)

Beim Makeup griff ich zur Standartvariante: Foundation, Schimmerpuder, dessen Schimmer man nicht sieht, Rouge und Concealer. Einen schwarzen Lidstrich habe ich probiert, lässt mich aber krank aussehen. Unverzichtbar ist meine 2-Phasen-Wimperntusche. Schade, dass es sie nichtmehr gibt, aber sie verlängert wirklich - was bei meinen grade, kurzen Wimpern wichtig ist! Die Lippen bekamen das volle Programm: Tinte, Lippenstift und Gloss.

Die Haare habe ich zum Seitenzopf getragen, weil ich eigentlich einen Hut ausprobieren wollte - sah aber nicht gut aus. Auf meinem Lieblingsbild sieht man sogar, dass die Entscheidung, nur den Oberkopf rot zu tönen, gut war - sie fallen so schön in mein Fast-Naturbraun. Die Platzierung der Blume war ein Drama, weil ich sie nie so weit vorne trage...

Die Location

Ich mag Gebäude und ich mag Natur, aber für das Thema fand ich letzteres besser. Einerseits wäre es peinlich gewesen, an einem noch öffentlicheren Ort zu schießen, andererseits sollte das Gebäude nicht im Vordergrund stehen. Außerdem verkörpert die Natur für mich etwas Positives, Energie und Fröhlichkeit, aber auch Ruhe. Man kann die Gedanken schweifen lassen. In Gebäuden kann man sich auch geborgen fühlen *Kirchen* aber es gibt Begrenzungen in Form von Wänden.

Daher habe ich den Stadtpark genommen. Der nicht wirklich un-öffentlich ist, zumindest in den Ecken, in die es mich verschlagen hat. Begonnen habe ich an einem kleinen Bach und bin auf der Suche nach meinem Lieblingsbrunnen durch die halbe Anlage gelaufen :-)

Die Umsetzung

Ich kenne mich. Ich kenne meine Blicke und weiß, wie ich mysteriös oder verführerisch gucken muss. Aber mir war auch bewusst, dass ich nicht übertreiben darf, weil ich sonst lächerlich wirke. Mein Plan war mit der Pose verletzlich, aber stark zu wirken. Als Femme Fatale möchte ich nicht alles zeigen und den Betrachter animieren, mein Geheimnis zu ergründen. Es ist echt schwer, nicht zu grummlig zu wirken :-)

Das Bild am Baum war meine erste Wahl. Ich wollte mich dahinter verstecken, aber das sah aus der Entfernung nicht gut aus. Daher habe ich mich drangelehnt. Ich weiß gar nicht, woher die Faszination für solche Posen kommt. Vielleicht ist es die Ruhe - man muss nichtmehr weiterlaufen, sondern nimmt sich Zeit inne zu halten und zu posen. Sich auf den Gegenüber zu konzentrieren, eine Botschaft zu vermitteln. Damit hat es aber auch etwas Verletzliches im Sinne von Ich brauche eine Pause, ich brauche eine Stütze. Und der Baum hat etwas Starkes - analog zum Menschen, der drangelehnt ist. Im Bild gefällt mir der Ausschnitt sehr gut. Der Baum steht nicht im Mittelpunkt, sondern in der linken Hälfte. Der Betrachter ist nicht so wichtig wie die Figur, die den Blick von einer Hälfte in die andere leitet.

Der Bach befindet sich zwei Meter daneben. Ich wollte unbedingt Wasser haben, weil es etwas Melancholisches hat. Wasser fließt, man weiß nicht wohin, aber man träumt davon, genauso zu fließen und nicht in seinen Gedanken zu verharren. Das Bild ist etwas schief, aber ich mag den Blick :-)

Das Motiv mit der Bank war in meinem Kopf, dann vergaß ich es, dann war es wieder da. Es ist angelehnt an ein Bild, das meine Freundin von mir geknipst hat: Ich war frisch getrennt von meinem ersten Freund und ziemlich traurig *aber sie musste mich zum Lachen bringen - Fieseline!* Bei unserem Freizeit-Shooting fand ich eine Mauer und legte mich drauf. Ich wollte die Trauer vearbeiten und das Bild ist geil geworden. Als ich im Park die Bank sah, wollte ich sie nutzen, weil sie Ruhe vermittelt. Man setzt sich hin und bereitet sich darauf vor, etwas in die Welt zu tragen! Das dunkle Holz verkörpert Stärke. Beim Foto gefällt mir der leicht laszive, fragende Blick sehr gut. Die Blume bringt das Spielerische rein und passt gut zu den pinken Lippen (für mich etwas zu pink...). Die Schärfe ist nicht optimal und mein Beckenknochen sticht zu sehr hervor - mein Bauch ist nach unten gefallen... Das Bild zu knipsen war geil: Auslöser drücken, hinlegen und dann suchen, wo das Objektiv ist :-)

Bei den Bildern an der Stele (?) hatte ich den meisten Spaß, es dauerte aber auch am längsten und war etwas peinlich - denn die Stelle befindet sich an einem Seiteneingang. Daher liefen viele Leute vorbei. Was toll ist, wenn man tanzt :-) Da es nicht einfach war, die richtige Entfernung zu finden, bin ich ständig auf den Sockel geklettert - Sportprogramm erledigt! Die entspannte Pose stand im Vordergrund. Es war echt bekloppt xD

Mein Lieblingsbild mit dem Gänseblümchen ist noch in der Testphase entstanden - daher die Kopfhörer. Das Gänseblümchen ist meine Blume, seit ich denken kann. Und obwohl ich mich in einigen Punkten von meinem jüngeren Ich unterscheide, ist diesen Leidenschaft geblieben. Meine Blüten sind jetzt nichtmehr weiß, sondern rot :-) Ziel war es, dem Fatalen mit seinem Gegenteil zu begegnen - der Unschuld. Das böse Biest hat das arme Blümchen gefressen, die Gefahr siegt über die Unschuld oder sie verführt die Unschuldigen. Leider wollte das Ding nich auf meiner Brille liegen bleiben.


Finale


Nach zwei Stunden fotografieren und Verführerin spielen hatte ich die Nase voll :P Es ist eine schöne Rolle, aber sehr eindimensional. Jetzt kann ich verstehen, wenn Frauen das Modeln irgendwann langweilig finden: Wenn ständig dieselbe Maske verlangt wird, laugt das aus.

Ich bin froh, ich zu sein, in all meinen Facetten. Es gibt Dinge, die man sieht, und solche, die sich nur im Untergrund abspielen. Wenn das eine stark genug ist, darf man der anderen Seite das zugestehen. Ich bin gern eine Femme Fatale - wenn ich danach an meinen PC gehen und eine Rezension tippen darf :P


Kommentare:

  1. Schöne Fotos, besonders das auf der Bank ist gelungen, wobei mir aber das allerletzte am besten gefällt, das wirkt sehr sympathisch. Ich bin wohl nicht so der Typ, der mit femmes fatales viel anfangen kannmit ist dann das natürliche lieber. *g* Aber trotzdem, eine witziger Selbstversuch und es sieht aus, als hättet ihr viel Spaß gehabt. :)

    Liebe Grüße,
    Alana

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    1. Das war ich ganz alleine :P Ich dachte auch erst, dass mir das Thema nich liegt, ich mag auch eher Natürliches und hasse es Leuten, etwas vorzuspielen. Aber es ist immer eine Interpretations-Frage :-) Mit dieser tiefen Ebene habe ich mehr anfangen können, als mit aufhübschen und manipulieren. Ich muss aber auch gestehen, dass mir solchen Frauen Angst machen, weil ich mich manchmal Leuten ausgeliefert fühle und denke, dass ich die Kontrolle verliere. Diese Frauen können das - ich bin einfach neidisch :P

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  2. Hey du,

    danke für deine Kommis :D und danke für die Tipps, dein Blog ist auch super süß gemacht.
    Mein Problemchen ist ich kann bei deiner Flut an Post keinen Überblick über deine Rezis bekommen,
    hast du es schon mal mit den "extra Seiten" probiert ? So das man auf den Seiten ein Überblick bekommt.
    Oder ist das absicht so ?

    LG

    Rike

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    1. Naja... er soll mich widerspiegel, aber andere haben ein klareres Design. Über die Frage der Registerkarten denke ich grade nach, aber momentan kann ich mir das noch nicht so vorstellen. Du findest aber in der Tag-Liste auf der rechten Seite die Autorennamen - anhand dessen kannst du die Bücher finden. Oder die Suchfunktion nutzen :-) Das Design ist noch nich optimal... ich bleibe dran :-)

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