Montag, 30. Juni 2014

Let's dance! - Evy auf der Junibühne

Hallo!

Nach kurzer Abstinenz aufgrund der Wahl bin ich im Juni wieder aufgetreten. Und es war sehr toller Abend - die Band war klasse, die Moderation und ich natürlich auch :P Mangels Zeit gibt es hier nur einen kurzen Abriss ohne Bebilderung, aber die Fotos werden zeitnah auf die Homepage gestellt.

Einen kompletten Bericht findet ihr auf der Seite der Offenen Bühne. Meine Gedichte sind auf DeviantArt nachzulesen und auf Soundcloud nachzuhören :-)

Schick, schick, schick... Mach dich fertig *sing*


Mein Outfit war eher spontan, denn eigentlich hatte ich mit einem Freund gewettet, dass ich in einem Kostüm zum Thema Muse auftrete - aber da besagter Freund nicht anwesend war, um die korrekte Durchführung zu überprüfen, musste ein anderen Plan her. Außerdem war mit das Kaffeetrinken mit meiner besten Freundin wichtiger als meine Haare, sodass auch diese eher entspannt gestylt wurden.

Outfit

Ein Kleid ist bei der OB obligatorisch, schwarz sollte es sein, aber relativ sportlich. Daher entschied ich mich für ein Kleid, das schwarz ist und im Rücken zwei türkise Träger hat sowie zwei transparente Einsätze unter der Brust. Als ich das Kleid das letzte Mal trug, vergaß ich die Strumpfhose und es rutschte schon beim Laufen gefährlich weit nach oben. Diesmal sorgte ich mit einem schwarzen Exemplar vor - bei der wilden Tanzorgie am Ende eine weise Entscheidung :P Dazu die üblichen Stiefelletten - das Risiko, dass sie den Regen nicht überstehen, musste ich eingehen. Nicht überstanden haben meine Füße den anschließenden Spaziergang - zwei Stunden waren doch zuviel.

Haare

Passend zum sportlich-eleganten Outfit und der Beschaffenheit meiner Haare habe ich sie zu einem französischen Seitenzopf geflochten. Da ich die Strähnen von oben nahm, wirkte die Frisur sehr kompakt und wenige Strähnen standen ab. Nur der rosa Haargummi passte nicht :-)

Schminke

Da meine Augen empfindlich sind, verzichtete ich auf Mascara und Lidschatten und beschränkte mich auf Rouge und Foundation. Das Rouge war leider etwas knallig :-) Dafür bekamen die Lippen das volle Programm: Tinte, Lippenstift und Gloss. Am nächsten Morgen wirkte der Kontrast ziemlich gut, aber ich weiß nicht, wie es auf der Bühne aussah...

Die Texte


Der erste Text stand als erster fest, weil er mir sehr wichtig ist. Die folgenden sind weniger schwer, aber nicht bedeutungslos.

Was uns eint

Dieses Gedicht entstand, nachdem ich mit einem Freund über unsere Auszeit geredet habe und feststellte: Wir sind alle gleich. Was uns passiert ist, kann jedem passieren, wenn etwas schief geht. Wir haben unser bestes gegeben, wollten immer alles richtig machen und sind daran zerbrochen. Aber wir sind wieder aufgestanden und obwohl wir Angst haben, dass wir wieder runterfallen, werden wir das nicht tun. Weil wir zuviel über uns selbst gelernt haben. Das Gedicht soll aufmerksam machen und Hoffnung widerspiegeln.

Mein rosa Teil

Das Gedicht habe ich in angetrunkenem Zustand (Weißwein plus Rotwein ergibt ja auch Rosawein....) geschrieben und am nächsten Tag abgetippt. Erst nach einigen Kommentaren ist mir klar geworden, dass einige darin meine Vagina bzw. ein Sinnbild dessen gesehen haben. Meine Intention war aber eine andere: Es geht um meine weiche Seite - der Teil, der Nähe sucht. Besonders, wenn es einem schlecht geht, möchte man jemanden haben, der einen knuddelt. Aber das Gefühl ist trügerisch; es lebt oft in der Vergangenheit und denkt im Konjunktiv - Es wäre gut, wenn.... Es kann sich die Maske des sexuellen Verlangens aufsetzen und danach wundert man sich, dass sich der Orgasmus wie ein labriges Brötchen anfühlt. Man kann das ausnutzen. Aber eigentlich ist es nur Selbstbetrug.

Vermissen

Der Text schwankt zwischen Sarkasmus und Bitterkeit, denn die Erkenntnis ist so bitter, dass man sie mit Sarkasmus rechtfertigen muss. Es gibt Menschen, die einem wehtun und gleichzeitig weiterbringen. Aber rechtfertigt das, dass man dauernd verletzt wird? Andererseits sind diese Menschen wegen ihrer knalligen Meinung sehr bunt und machen unsere grauen Alltag erträglicher. Das Gedicht habe ich genau in dieser Stimmung geschrieben - ich sehnte mich nach Abwechslung und habe für einen Moment die Verletzung vorgezogen. Danach kam aber die Erkenntnis, dass ich das aushalten können muss. Wenn es für mich zuviel Raum einnimmt, mich runterzieht und keine Freude ist, dann ist es das nicht wert. Dann muss ich eben zur Abwechslung mal Zitronen- statt Orangenlimo trinken :-)

Die Betonung des Textes ist nicht ganz geglückt, real aber noch besser als in der Aufnahme - ich wollte eine montone Betonung, die die Sehnsucht relativiert und den Sarkasmus betont. War nicht ideal...

Was du willst

Auch dieser Text ist bewusst übertrieben bzw. ich wusste beim Schreiben, dass meine Forderungen nicht zu erfüllen sind und es völlig absurd ist, sich so aufzuopfern. Daher fiel mir das Schreiben an einigen Stellen schwer. Und ich habe den letzten Vers beim Auftritt nicht vorgelesen :P

Schon am Anfang wird der Konflikt deutlich: Wenn du mich liebst, gebe ich dir als Gegenleistung alles, was ich habe. Das betrifft auch die persönliche Weiterentwicklung. Dazu kommt der Gedanke, dem anderen genau das geben zu können, was er braucht - ebenfalls irrsinnig. Menschen brauchen vieles und keiner kann das allein stemmen. Real kann das sehr gefährlich für beide Seiten werden.

Schön finde ich die Passage mit der Unsicherheit - weil sie dem anderen Verantwortung überträgt und ein Eingeständnis der Schwäche ist. Das Lyrische Ich ist sich bewusst, dass es Angst hat - aber es hofft, dass der andere damit umgehen kann.

Die Metaphern im letzten Drittel sind etwas kitschig, aber naja :-)

Der Auftritt


Ich war extrem hibbelig, plauderfreudig und ein bisschen nervig, und nichtmal eine Zigarillo hat geholfen. Beim Auftritt selbst drückte mir der Moderator das Mikro in die Hand, ich wollte es in den Ständer legen, was aber nicht klappte. Daher musste ich es wieder in die Hand nehmen und so vortragen. Da das Teil ungewohnt schwer war, war ich skeptisch. Letztendlich bedeutete es aber mehr Freiheit - ich konnte mich besser drehen und ins Publikum gucken. Am Anfang des Auftritts wurde mir schlecht und auch wenn ich das Gefühl kenne, wusste ich nicht, wie ich reagieren sollte. Ich habe mich aber mit zwei Gedanken motivieren können: Ich habe den ersten Text für sehr nette, liebe Menschen geschrieben und sie hätten gewollt, dass ich das durchziehe. Außerdem hatte ich danach eine Verabredung und wollte sagen Ich war gut! Sanfter Druck von außen ist manchmal gar nicht schlecht... Danach ging alles gut, ich habe mich einmal versprochen, aber das Publikum hat sich echt gefreut :-)

Fazit


Tolle Menschen, cooles Publikum, schöne Reaktionen auf meine Texte und... ich war tatsächlich gut :P


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