Montag, 14. Juli 2014

Evy in Paris - Teil 1 - Hinkommen

Hallo!

Manchmal muss man bekloppte Dinge tun oder sich Träume erfüllen - das habe ich getan :-) Ich bin nach Paris gefahren. Und... für mich war es etwas sehr Entspanntes, sehr Natürliches, eine schöne Stadt jenseits des Glamours.






Ich habe den Beitrag in vier Teile geteilt:

Teil 2 - Galeries Lafayette, Louvre und Jeu du Paume
Teil 3 - Eiffelturm, Architekturmuseum und Champs-Elysées
Teil 4 - Ende, Sonstiges und Fazit
 

Am Anfang war der Gedanke...


Ich wollte schon lange nach Paris, der Ruf dieser Stadt ist tatsächlich riesig, aber oft hab ich gehört Die Stadt ist zu gefährlich für ein allein-reisendes Mädchen. Aber dann reiste die liebe Vera, ebenfalls allein, nach Paris und ich dachte Dann kann ich das auch! Den letzten Ausschlag hat ein Psychotest gegeben, bei dem man Ziele der nächsten Monate definieren sollte, und ich spontan eintrug Ich will mal nach Paris. Als ich die Zeilen auf dem Papier sah, sagte ich mir Warum nicht? Eine Fahrkarte über das Internet buchen kann ich, das mit dem Hotel sollte sich irgendwie regeln lassen, auf ins Getümmel!

Hotel und Zug - die Theorie!


So einfach war das mit dem Hotel doch nicht - man kann in Jugendherbergen (soweit ich sehe aber meistens nur bis 25) und Hotels übernachten. Über die gängigen Anbieter im Internet findet man teilweise ab 50 EUR etwas. Mein Problem: Ich habe keine Kreditkarte. Also bin ich ins Reisebüro gegangen und habe ein Hotel am Montmatre für 80 EUR/Nacht gefunden, was in Ordnung war.

Die Zugfahrkarte war einfacher, aber nicht ganz günstig: Von Frankfurt nach Paris kommt man mit dem Europa-Spezial für 39 EUR. Da ich von Dresden aber erstmal nach Frankfurt kommen musste und relativ spät gebucht habe, kam ich auf etwas über 100 EUR pro Strecke, konnte aber teilweise mit dem ICE fahren.

Nach Paris gestolpert


In der Praxis verlief das Ganze ein bisschen holprig: Von Dresden nach Leipzig ging es problemlos, von Leipzig nach Frankfurt hatten wir leider eine Verspätung, sodass ich den Zug nach Paris verpasst habe. Der nächste fuhr vier Stunden später... und war ein TGV. Obwohl ich Zugfahren mag und gut vertrage, machte mir der Train a Grande Vitesse mit über 300 km/h etwas Angst. Nachdem ich die Nervosität dank Knautsch-Kissen verjagt hatte, war ich aber sehr angetan.



Der TGV wirkt mit seinen blauen Sitzen und dem angenehmen Licht freundlicher und die Sitze sind weicher. Für Koffer ist der Zug nicht unproblematisch, weil man ein paar Treppenstufen bewältigen muss und die Sitze erhöht sind. Der Gang ist so schmal, dass man mit einem normalen Koffer schwer durchkommt - was vermutlich Absicht ist, damit das Gepäck keine Sitze blockiert usw. Aber ich habe mein Gepäck gerne in meiner Nähe. Außerdem sind die Ablagen für das Handgepäck etwas klein. Sehr gut hat mir die Anzeige gefallen - auf den Tafeln wird nicht nur die Geschwindigkeit angezeigt (wir haben 320 km/h geschafft!), sondern auch, wie weit es bis zum nächsten Halt ist. Auch die Klos fand ich gut :-) Ungewohnt war, dass die Wagen unten nicht durchgängig sind, aber oben. Und - großer Pluspunkt! - man kann im Zug Metro-Fahrkarten kaufen bzw. als Passagier der ersten Klasse ein Taxi zum Bahnhof kommen lassen.

Angekommen! Irgendwann...


Am Gare de l'Est (oder französisch Pariest [Paris Est]) angekommen entlarvte mich die Verkäuferin sofort als Nicht-Französin und erklärte mir leicht genervt auf englisch, wo man Fahrkarten für die Metro kaufen kann *Ego-Crash* Und sie gab mir einen Stadt-/U-Bahn-Plan, der in den nächsten Tagen mein Trend-Accessoire werden sollte.



Paris ist auf Touristen eingestellt, daher sprechen die Fahrkartenautomaten neben Französisch auch Englisch, Spanisch und Deutsch. Lustigerweise gibt es jüngere Maschinen mit Touchscreen und ältere, bei denen man den Curser mittels einer Rolle bewegen kann :-) Man kann 1- bis 5-Tages-Tickets wählen; da ich ohnehin viel laufen wollte, habe ich bei Bedarf eine Einzelfahrt für 1,70 EUR gekauft. Sie gilt 1,5 h und auch in der Mini-Bergbahn am Montmatre. Leider sind die Beförderungsbedingungen nicht so leicht ersichtlich. Weitere Eindrücke findet ihr im vierten Teil :-)

Clever, wie ich war, hatte ich mir nur die Hälfte des Weges zum Hotel ausdruckt und irrte eine halbe Stunde durch das Viertel. Netterweise habe ich eine Familie getroffen, die mich und meinen Koffer zum Hotel gebracht hat :-)

Das Hotel


Meine Unterkunft lag am Fuße des Montmatre, ein bisschen abseits, aber immernoch in einer sehr belebten Straße. Leider musste ich (Google hatte recht...) 20 min von der U-Bahn-Station laufen, aber Füße sind zu Höchstleistungen fähig, wenn sie müssen! Vorteil war, dass ich die Abende auf dem Hügel mit Blick auf Paris verbringen konnte :-)

Mein Zimmer war klein, aber schick: Das Doppelbett war groß und gemütlich. Leider befand sich der Lichtschalter für die Nachttischlampe auf der anderen Seiten des Bettes, aber naja. Außerdem hatte ich einen Schrank und einen Schreibtisch sowie einen Fernseher. Das Bad war winzig, hatte aber eine Dusche mit Glastür! Der Zahnputzbecher war aus Plastik, Seife und Duschgel dufteten männlich und es gab genügend Handtücher.

Das Frühstück war entsprechend dem multinationalen Publikum klein, aber vielseitig: Es gab Kaffee und Tee (leider nur schwarz), verschiedene Sorten Müsli, Jogurt in Plastikbechern, Saft usw. Gut für mich: Neben Nutella und Honig hat man Käse angeboten - Schmelzkäse, Camenbertecken und manchmal auch Butterkäse. Schmieren konnte man das ganze auf Croissants, Baguette oder normales Brot; Knäckebrot gab es nicht, aber das war ok. Leider war der Speisesaal im Keller und nicht sehr gemütlich. Aber das Gedeck stand immer da :-)



Fazit des ersten Tages: Auch wenn es stressig war, kam ich gut an und leben kann man dort als Touristin sehr gut :-)

Kommentare:

  1. Liebe Evy,

    so "bekloppt" ist der Wunsch doch gar nicht, nach Paris zu fahren! Was wirklich verrückt ist, ist folgende Geschichte: Ich habe in einer Spedition gearbeitet. Ein Fernfahrer, der täglich LKW fuhr, sagte zu mir, "Einmal nach Paris, das wär's." Ich war sprachlos! Meine Region Boppard / Koblenz ist ja nicht so weit entfernt. OK, ich würde mich selbst mit dem Auto nicht trauen, aber ein Berufskraftfahrer? Worauf also warten? Bestimmt nicht auf die Rente.

    Ansonsten kann ich mit dem Zug über Köln oder Saarbrücken oder günstig mit Reisebussen fahren. Bisher sind wir immer mit dem Bus gefahren. Von Euch aus ist das schon ein Stückchen weiter und mit Umsteigen in Frankfurt etwas umständlich.

    Ich war zwei Mal zum Schüleraustausch in Frankreich. Seitdem bin ich Fan warmer Frühstückscroissants.

    Lieben Gruß
    Renate

    PS: Ich schau mich mal hier um.

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    1. Danke für's Umschauen. Und die schöne Geschichte! Busse sind oft günstiger, aber... ich wurde schon als Kind an den Zug gewöhnt und das geht nichtmehr umzustellen xD Und... im Zug hat man nicht ständig andere Autos, Busse usw. im Weg, die einem die Sicht versperren...

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