Mittwoch, 16. Juli 2014

Evy in Paris - Teil 2 - Galeries Lafayette, Louvre und Jeu du Paume

Hallo!

Manchmal muss man bekloppte Dinge tun oder sich Träume erfüllen - das habe ich getan :-) Ich bin nach Paris gefahren. Und... für mich war es etwas sehr Entspanntes, sehr Natürliches, eine schöne Stadt jenseits des Glamours.






Ich habe den Beitrag in vier Teile geteilt:

Teil 1 - Hinkommen
Teil 3 - Eiffelturm, Architekturmuseum und Champs-Elysées
Teil 4 - Ende, Sonstiges und Fazit

  Abgeklappert ohne Klappern


Ich habe mich nicht besonders vorbereitet, sondern einfach treiben lassen. Am Tag vor der Abreise habe ich nach Museen geguckt, ansonsten hatte ich einige Sehenswürdigkeiten im Kopf. Wichtiger war aber, die Luft einzuatmen, schöne Gebäude zu sehen und sich wohlzufühlen. Obwohl ich trotzdem irgendwann im Touristen-Modus war :-)

Tag 1


Am ersten Tag war Shoppen angesagt und ich lief einfach in Richtung der Galeries Lafayette. Begonnen hat alles mit Sacre Coeur, der Kirche, von der mir meine Franözischen-Lehrerin vorgeschwärmt hat. Da sie quasie direkt vor meiner Haustür lag, wirkte sie wie eine alte Freundin - groß und mächtig, aber nie zu wichtig. Sie ist weiß und hell, aber sehr hoch - man fühlt sich wohl. Man kann auch hinter dem Alter gehen. Leider wirkte der Gebetsbereich etwas abgegrenzt vom Rest. Für Touristen, die sich nur die Kirche angucken wollen, ist das gut. Da ich gerne eine Kerze anzünde und mich hinsetze, wusste ich nicht, was erlaubt ist. Souvenier-Freunde können sich Medalien über Automaten kaufen - diese sind tatsächlich überall in der Kirche verstreut, was ich unschön finde. Der Souvenirshop ist ein bisschen eng, aber vielseitig - man kann sogar Mini-Bleiglasfenster kaufen :-)

Danach lief ich die Stufen nach unten, am Park am Montmatre vorbei (schöner, leider ausgeschalteter Springbrunnen) und ging durch kleine Straßen, bis ich nach einer halben Stunde zur Pfarrkirche La Trinitee kam. Obwohl die Kirche sehr hübsch aussieht, konnte ich nicht reingehen, weil irgendeine Festlichkeit war. Erbaut wurde die Kirche übrigens 1861 von Georges-Eugene Haussmann, der das Pariser Stadtbild prägte und mir später nochmal begegnen sollte...

Danach ging es die Straße runter zu den berühmten Galeries Lafayette. Ich wusste gar nicht, dass es so große Kaufhäuser gibt, ausgenommen das KaDeWe in Berlin. Es gibt sehr viele sehr teure Dinge, die man kaufen kann! Schon der Gedanke, dass ich Klamotten von Louis Vitton außerhalb des Fernsehers sehen kann, war aufregend! Aber es ist auch sehr ernüchternd, wenn man nichts für unter 100 EUR findet, zumindest bei Klamotten... Trotzdem findet man auf fünf Etagen alles, was man sich vorstellen kann - Tee, Klamotten, Parfum, Schminke... man kann Sushi essen, während man nach unten guckt. Denn das 1893 erbaute Gebäude ist eine Galeriehalle, daher der Name. Die vielen Konsumgüter lenken leider von der Jugendstil-Architektur ab. Die gold-farbenen Geländer und das Kuppeldach erinnern mich an das Görlitzer Jugendstilkaufhaus. Außerdem gibt es altmodische Fahrstühle und Treppen - sehr, sehr schick. Das eigentliche Glanzlicht ist aber das Dach - neben dem Montmatre der schönste Ausblick auf Paris, finde ich :-) Auf Kunstrasen kann man wandeln, in Stühle und auf Treppen kann man sich setzen, ein kühles Getränk schlürfen und Klängen des öffentlichen Klaviers (gibt es auch am Montmatre) lauschen. Es ist echt schön!

Danach noch ein kleiner Abstecher zu Sephora. Unter Beautybloggern ist diese französische Ladenkette (einschließlich Eigenmarke) sehr beliebt, weil man dort auch einige Marken aus den USA usw. bekommt. Ich war schon von der Prager Filiale ziemlich enttäuscht und der Besuch in Paris hat es nicht besser gemacht. Der Shop wirkt sehr geordnet und durch die dunklen Möbel in Verbindung mit dem Kunstlicht edel, aber auch etwas kalt. Die Auswahl an Parfums und Kosmetik ist riesig, ähnlich wie bei Douglas findet man aber überwiegend Waren im mittleren Preissegment. Sephora als Marke hat sehr viele Produkte, vergleichbar mit Flormar: Es gibt mindestens drei Arten von Lippenstiften, und von Lipglossen, und das in matt und in glänzend und in lange haltbar und wenig haltbar.... Aber etwas Besonders ist nicht dabei. Sehr enttäuscht war ich von den gehypten US-Marken, weil das Angebot sehr klein ist. Natürlich kann man sich dort eine Schminkpalette für 50 EUR kaufen - aber die restlichen Produkte sind eher unauffällig. Vermutlich ist genau das das Konzept - wenig Breite, aber Qualität. Ich fand nur den Ausverkauf gut :-)

Danach ging es in Richtung Oper mit einem Abstecher in die Eglise Notre-Dame de l'Assomption. Die 1670 erbaute Kirche ist auf polnische Gläubige ausgerichtet, man findet dort einige polnische Inschriften. Als ich da war, hatte man Blumen am Gedenkstein für Papst Johannes Paul II niedergelegt. Die Kirche ist sehr klein und gemütlich, nicht so prunkvoll. Außerdem gefallen mir die Fenster!

An der Oper vorbei lief ich die Straße runter und sah viele schicke Läden. Am besten gefallen hat mir der Shop von Agent Provocateur. Die britische Marke hat im Gegensatz zu Victoria's Secret einen verruchten Ruf in den Medien und war deshalb sehr interessant für mich. Der Laden in Paris ist ziemlich klein, aber alles ist übersichtlich präsentiert. Durch die rot-schwarze Ausstattung fühlt man sich wohl und das Personal ist sehr nett. Ich hätte mir gerne diesen Badeanzug gekauft, aber er war ein bisschen teuer :-)

Im Laden ein paar Meter weiter *finde ihn nichtmehr  :-( * gab es nicht nur leckeres Essen und Spezialitäten wie Schokoaufstrich usw., sondern auch kleine Kaffeetassen als Duo. Meine Freundin und ich haben jetzt keine Bändchen, sondern Tassen :P

Dann war ich da: am Jardin des Tuilieres. Die Parkanlage liegt  zwischen dem Place de la Concorde und dem Louvre direkt am Seine-Ufer. Sie hat zwei Springbrunnen, ein Riesenrad und zahlreiche Sitzmöglichkeiten. Ich finde den Park etwas flach, aber ... er ist grün! Interessanter war die Galerie National du Jeu de Paume, ein Kunstmuseum. Es war eine spontane und sehr gute Entscheidung dorthin zu gehen!


Im Obergeschoss wird das Werk Oscar Munozs gezeigt, einem Fotografen, der sich mit dem Arbeitsprozess beschäftigt. Ich denke, er beschäftigt sich vor allem mit der Zerstörung der Kunst, denn oft malt er Bilder, die kaputt gehen - und dabei selbst ein Kunstwerk sind. Kunst ist Kunst in jeder Sekunde. Andererseits gibt es Bilder, die er auf Spiegel gemalt hat und die erst sichtbar werden, wenn man sie anhaucht - das eigene Spiegelbild verschwindet, das auf dem Spiegel taucht auf und während das Bild des Künstlers geht, kommt das Selbstbild des Betrachters zurück. Es wird also auch etwas erschaffen. Da ich mich gern mit Schaffensprozessen beschäftige, war das die beste Ausstellung.

Die Fotografien Kati Hornas waren auf den ersten Blick weniger interessant, auf den zweiten aber sehr toll. Ihre Bilder sind durchkomponiert, die imaginären Linien leiten den Betrachter durch das Bild, und auch wenn es voller Gegenstände ist, wirkt es nie überladen. Oft sah ich den Menschen, in Gestalt einer Puppe, im Zentrum. Und sie hat sich über Hitler lustig gemacht :-)

Beide Ausstellungen sind bis zum 21. September zu besichtigen. Der Eintritt ins Museum kostet 10 EUR bzw. 7,50 EUR ermäßigt und es hat meistens von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Das Museum hat einen Türsteher und durchsichtige Glaskästen, in die man sein Gepäck schließen kann. Am Prinzip, seinen eigenen Zahlencode zu wählen, bin ich fast gescheitert :-)

Nach einer kurzen Essenspause ging es weiter zum Place de la Concorde, der mit Autos überladen ist und ein echtes Hindernis darstellt. Hinzu kommt, dass schon 12 Tage vor dem Nationalfeiertag mit den Vorbereitungen begonnen wurde. Ich lief über die nächstgelegene Seine-Brücke und hinter dem Musée d'Orsay entlang. Ich fand viele Regierungsgebäude und sogar die berühmten Häuser, in die man nur mit Zahlencode kommt :-) Außerdem entdeckte ich coole Galerien.


Schließlich kam ich an eine Brücke, die golden glitzerte. Ich dachte an einen neuen Baustil, aber es war der bekannte Pont des Arts - die Brücke mit den Liebesschlössern. Ich kann mit diesem Brauch nichts anfangen - ich bin zu pragmatisch, um daran zu glauben, dass die meisten Beziehungen für immer halten. Außerdem brauche ich kein Schloss, um zu wissen, dass mein Mann *rein hypothetisch* mir gehört und jede Frau (und jeder Mann [und jedes Sofa]), der ihn komisch anguckt, erst erlegt, dann filetiert wird und zum Schluss in Rotweinsoße auf meinem Teller landet! Ernsthaft: Es ist niedlich und dass die Stadt das duldet, ist cool - aber ich hab dazu keinen Bezug. Deswegen habe ich mir einen kleinen Scherz erlaubt und statt eines Schlosses ein Schild an die Brücke gebunden - I swear to believe in love. Wenn die Liebe noch nicht da ist, schwöre ich mir wenigstens, daran zu glauben, dass sie kommt.

Wieder auf dem richtigen Seine-Ufer betrat ich einen großen, leeren Innenhof mit ausgeschaltetem Springbrunnen. Es wirkte sehr trostlos, wie San Marco, aber ohne Leben. Am Rand standen ein paar Bänke und Skulpturen an den Wänden, aber mehr war nicht. Geht man durch das Portal nach links, sieht man zwei Pyramiden und weiß: Es ist der Louvre. Ich war nicht drin, aber die Architektur gefiel mir - der Baustil war sehr vertraut :-) Außerdem kannte ich von Bildern nur eine Pyramide, daher fand ich den ganzen Vorplatz mit seinen Springbrunnen und der zweiten Pyramide sehr besucherfreundlich!


Hinter dem Louvre entdecke ich eine Kirche - die letzte an diesem Tag :-) Die Pfarrkirche St-Germain-l'Auxerrois. Die Kirche ist sehr groß, hat das vertraute Zellrippengewölbe und wunderschöne Bleiglasfenster. Anders als bei Kirchen in Sachsen wirken dieser eher gemalt, während unsere kleinteiliger sind. Es ist eine völlig andere Optik!

Die Rue de Rivoli ist nichtnur eine der Hauptachsen der Stadt, man kann dort auch gut einkaufen - dachte ich. Also habe ich mich, weil mir H&M und Zara zu langweilig sind, in die vielgelobte Ladenkette Forever21 gewagt- Pimark in winzig, aber ähnlich stressig. Immerhin: Ich war drin.

Mit schmerzenden Füßen ließ ich mich schließlich am Tour Saint-Jacques nieder. Ich legte mich in Embroynal-Haltung auf die Wiese, umringt von komischen Gestalten - gut, dass die Polizei immer überall ist - und futterte :-)



Dann machte ich mir Gedanken, wie ich zum Hotel zurück kam. Auf dem Weg lagen eine öffentliche Toilette und das Centre Pompidou. Ich war nicht drin, finde aber den kleinen Vorplatz sehr schön - Springbrunnen plus Bäume ist gleich Gemütlichkeit! Der große Vorplatz war voller Musik, aber etwas grau :-)

Den Tag ausklingen ließ ich bei Muffin und Hamburger vor dem Fernseher. Die Wahl zwischen Cugar Town (auch im Original bleibt Courtney Cox eine furchtbar überspielende Schauspielerin) und Wimbledon fiel nicht schwer. Paul Bettany mag ich seit seiner beeindruckenden Leistung im Da Vinci-Code und Kirsten Dunst ist einfach immer süß *Spiderman - sabber* Trotz der französischen Tonspur war die Handlung zwar etwas konfus (doofe Rückblenden...), aber ich habe sie kapiert. Und... ich möchte auch morgens mit Küsschen geweckt werden. Und alleine fernsehen ist doof, wenn man es mal gemeinsam getan hat *heul* Aber ein Freund verpasste mir einen Tritt in den Hintern, sodass ich den Abend bei einer Feuer-Musik-Show am Montmatre verbrachte.

Übrigens: Den ersten Abend habe ich im Irish Pub am Montmatre verbracht. Die Cocktails fand ich etwas teuer, aber der Kellner war sehr nett *und süß* Leider hatten sie keinen Irish Mist. Aber mein Bailey's-Kaluha für 7 EUR war ok. Weil mir das zu öde war, habe ich Tabasco bekommen - und tatsächlich reingekippt. Netterweise neutralisiert der Alkohol die Schärfe. Aber das Eiweiß im Bailey's geronnen :-( Und ja, ich habe Fußball geguckt. Und wenn ich nicht gerade einschlafe (Deutschland - Saudi Arabien 2002 bleibt das einzige Spiel, das ich komplett gesehen habe), bin ich frenetisch dabei. Mir kommt es darauf an, dass die Pässe gut sind und das Spiel fließt - wenn man den Perfektionistin in mir rauslässt, kann ich mich köstlich über vermeintliche Fehler aufregen. Obwohl wir aus der Vogelperspektive sowieso alles besser wissen :-) War sehr gemütlich!

Kommentare:

  1. Du warst definitiv aktiver als ich. Es freut mich, dass ich dich zu dieser Reise inspirieren konnte. Und ich bin gespannt auf Teil 3 und 4.
    Gruß,

    Vera

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    1. Dafür habe ich vom franz. Flair nich viel gesehen - es fehlen noch ein paar gute Stadtteile xD

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  2. Hallo Evy,

    ja bei Städtereisen bin ich auch immer viel unterwegs. Ist die Gegend um die Sacre Coeur nicht schön? Und der Blick über die Stadt. Ich liebe Städtereisen, du kannst in kurzer Zeit so viel erleben. Da zehre ich lange danach noch von. Wir haben eine ganze Kaffeetassensammlung zu Hause.

    Lieben Gruß
    Renate

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    1. Ich versuche mich bei Kaffeetrassen auf die wirklich schönen zu beschränken, weil ich sowieso kaum daraus trinke :-) Die gesamte Pariser Altstadt ist schön :-)

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