Donnerstag, 17. Juli 2014

Evy in Paris - Teil 3 - Eiffelturm, Architekturmuseum und Champs-Elysées

Hallo!

Manchmal muss man bekloppte Dinge tun oder sich Träume erfüllen - das habe ich getan :-) Ich bin nach Paris gefahren. Und... für mich war es etwas sehr Entspanntes, sehr Natürliches, eine schöne Stadt jenseits des Glamours.









Ich habe den Beitrag in vier Teile geteilt:

Teil 1 - Hinkommen
Teil 2 - Galeries Lafayette, Louvre und Jeu du Paume
Teil 4 - Ende, Sonstiges und Fazit

Tag 2


Am folgenden Tag wollte ich meine Füße eigentlich schonen, aber der Kaffee in meinem Magen protestierte und tat sich mit meiner Neugier zusammen. Also bin ich dem Boulevard Clichy nach Westen gefolgt, bis ich zum Arc de Triomphe kam. Dabei lief ich auch am berühmten Moulin Rouge vorbei, das eher unauffällig inmitten des bunten Treibens vorborgen liegt. Ein Denkmal, das mich überrascht hat, war das Moncey-Denkmal am Place de Clichy - es steht mitten auf dem Platz. Findet man in Paris oft, ist mir aus Dresden aber unbekannt - wir verstauen unsere Denkmäler lieber an Straßenecken, vor Wohnhäusern oder in Parks vor Hochschulen... Der Triumpfbogen ist ähnlich wie der Obelisk am Place de la Concorde stark umfahren und nicht leicht zu erreichen. Daher bin ich in die U-Bahn gestiegen und zwei Stationen zum Trocadero gefahren. Ich dachte, ich muss weit laufen, aber die Station liegt tatsächlich vor dem Architekturmuseum! Ich hatte mir das in Dresden angeguckt, und da es nahe des Eifelturms liegt, ist das sehr praktisch!

Das Musée des Monuments francais wurde 1795 gegründet und befindet sich in einem Flügel des Palais de Chaillot. Dieses verläuft tatsächlich bogenförmig!

Im Erdgeschoss findet man die Abgüsse verschiedener Portale aus Kirchen in Frankreich. Die roten bzw. weißen Wände bringen die hellen Bauten gut zur Geltung und das Licht, das von oben durch das Glasdach scheint, passt gut. Für mich war die Ausstellung das fehlenden Teilchen im Puzzle: Ich gucke mir gerne Kirchen an, aber mir war nie bewusst, wieviel Arbeit darin steckt. Ich konzentriere mich oft auf den Raum, wie ich mich darin fühle - aber all diese Wände, Verzierungen, Figuren müssen gestaltet werden. Im Zentrum stehen natürlich die religiösen Motive, aber der Zwischenraum muss auch gefüllt werden - Bögen sind rund, Figuren nicht immer :-) Außerdem wird gezeigt, wie Abgüsse angefertigt werden. Im hinteren Bereich kann man sich etwas über Dachstühle angucken - war für mich nicht so spannend.

Im zweiten Geschoss beschäftigt man sich mit moderer Architektur. Zuerst dachte ich, es geht nur um die Weltausstellung *bäh*, tatsächlich sind aber verschiedene Gebäude ab 1850 zu sehen. Unter anderem war zu lesen, dass Baron Haussmann maßgeblich an der Gestaltung des heutigen Paris mitgewirkt hat :-)

Noch bis zum 13. Oktober kann man sich die Sonderausstellung zum französischen Architekten Berhard Zehrfuss angucken. Die Ausstellung ist sehr klein, zeigt aber von Zeichnungen bis zu Modellen alles zu Zehrfuss' Schaffen.


Ein Glanzpunkt ist der Nachbau einer Wohnung nach Le Corbusier. Man kann die zweistöckige Konstruktion betreten und alle Türen öffnen :-) Ich finde die Architektur sehr praktisch, erinnerte mich an eine Jugendherberge. War mir zu kalt...

Ein bisschen abseits gelegen ist die Ausstellung zu Jungfrauen-Darstellungen und Bleiglasfenstern. Ersteres fand ich nicht interessant, letzteres schon - ich liebe Bleiglasfenster! Auch hier wurde die Entstehung gut erklärt, man konnte sogar ein Fenster zusammenbauen! Zwischendrin habe ich sogar moderne Skulpturen gefunden! Leider ist der Bereich etwas unübersichtlich, man kann sich leicht verlaufen.

Die Präsentation im Museum ist wundervoll! Die Tafeln an den Kunstwerken sind auf Französisch, es gibt aber Plastik-Tafeln, die alle Texte auf deutsch, englisch, spanisch und sogar chinesisch enthalten. Die Informationen sind dabei wirklich interessant - in manchen Museen beschränkt man sich auf die Jahreszahl und den Künstler, hier lernt man tatsächlich etwas! Außerdem gibt es PCs, auf denen man z.B. virtuelle Rundgänge durch die jeweiligen Kirchen machen oder weitere Infos abfragen kann - das leider nur auf französisch. Außerdem kann man Kirchendächer nachbauen etc. - sowas ist eigentlich für Kinder gedacht, aber auch für Erwachsene sehr spannend! Nur die Sitzmöglichkeiten sind beschränkt und der Aufzug zu den oberen Stockwerken schwer zu finden.

Das Museum hat meistens von 11 bis 19 Uhr geöffnet und kostet 8 bzw. 6 EUR. Es lohnt sich :-)

Ein Schoko-Brownie-Eis später passierte ich die Brücke und stand vor dem Eiffelturm. Erste Überraschung: Er ist braun. Es ist ein spezielles Eiffelturm-Braun, aber... sehr komisch :-) Ich hatte im Architekturmuseum schon einiges über den Turm gelesen und es war toll, das real sehen zu können - er hält tatsächlich nur durch die zahlreichen Verstrebungen, manches ist aber rein dekorativ. Außerdem war der Eiffelturm von Anfang an für Publikum gedacht - auch wenn er länger dasteht, als vorgesehen. War sehr toll!

Danach bewegte ich mich in Richtung Champs-Elysées, machte aber einen Umweg über das Palais de Tokyo. Dort befindet sich u.a. das Museum für Zeitgenössische Kunst. Das Gebäude gefällt mir gut, es wirkt trotz des alten Äußeren modern, als ob es ständig im Umbruch wäre. Ich habe zwei kleine Ausstellungen besucht, die ich nicht so krass fand. Im Gedächtnis geblieben sind mir die Installationen Ed Atkins - er zeigte eine computeranimierte Figur, die von ihrem traurigen Leben berichtet. Dazu gibt es - als Teil des Kunstwerkes - Texttafeln. War ein bisschen enttäuschend. Aber der Museumsshop ist hübsch, es gibt viele, viele Bücher.

Das Museum hat von Mittag bis Mitternacht (tatächlich 12 Uhr) geöffnet, der Eintritt kostet 10 bzw. 8 EUR.

Vom Palais bin ich irgendwie zur Metro-Station Franklin D. Roosevelt gekommen, die leider in der Mitte der Champs-Elysées liegt - daher bin ich zum Arc de Triomphe gefahren und bin von dort gestartet. Auch wenn ich das Lied von Joe Dassin liebe, habe ich das Singen anderen überlassen - und nach Singen war mir nicht, denn der Boulevard hatte nicht den Charme aus dem Chanson :-( Es war ein heller, breiter Boulevard mit ein paar Geschäften und einer gut organisierten McDo-Filiale. Und einem Disney-Shop! Ich war in einem Laden mit schönen Klamotten, die mir nicht passten, und legte mich dann in den Park am Ende. Wieder komische Gestalten, aber ich wer fertig :-)

Ok, also doch mal singen ...

Joe Dassin - Les Champs-Élysées 1970 


Entsprechend der vergangenen Tage fiel meine Abendgestaltung aus - schlecht schlafend und grummelnd im Bett. Wenn man schlafen will, klappt das nicht - menno!


Kommentare:

  1. Jetzt hat sich Teil 3 doch geöffnet. De Eiffelturm muss man bei Nacht sehen, dann ist es toll. Ich bin extra nachts nochmal hin.

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    1. Leider sieht man ihn vom Montmatre nicht xD Ich wäre gerne nachts Riesenrad gefahren, aber ich war zu ko.

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  2. Ich liebe Paris. Einmal im Jahr für uns ein "MUSS". Und jedes Mal hunderte Bilder vom Eiffelturm. Gerade haben wir wieder den TGV im März gebucht. Freue mich wie blöde.
    Alles Gute für 2015
    Stine

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    1. Dann kennst du dich ja aus :-) Ich will mal nach Le Havre, wg. der ARchitektur :-)

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  3. Oh je, und schwärme von Leipzig! Wenn ich gewusst hätte, das du schon in Paris gewesen bist ^^ sehr schöne Bilder - in Paris scheint ja alles etwas größer zu sein :)

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    1. Leipzig soll kompakt sein, habe ich gehört XD Keine Sorge: Als ich vor ein paar Jahren das erste Mal in Leipzig war, wusste ich nicht, dass ich mal nach Paris komme :P

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  4. So, da habe ich mich heute doch einfach mal für Paris entschieden - eine wunderschöne Stadt, die ich immer wieder besuchen könnte. Und natürlich ist mir sofort Dein Bild vom Eiffelturm ins Auge gesprungen. Kann mich noch gut, erinnern, wie ich so ziemlich an der gleichen Stelle stand und auf den Auslöser gedrückt habe :-) Hach, vielleicht sollte ich nächstes Jahr mal wieder einen Kurztrip einplanen.
    Viele Grüße
    Katharina

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    1. Danke! Das Stichwort "Kurztripp" leuchtet bei mir bei vielen Städten auf xD

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