Sonntag, 27. Juli 2014

Masters of Sex - die erste Serien-Kritik dieses Blogs

 Hallo,

ich bin normalerweise kein Serienjunkie, aber diesmal war ich gefesselt. Als Freundin erotischer Literatur interessiert mich natürlich auch, wie das Thema Sex im Fernsehen behandelt wird.

Zur Serie gekommen bin ich über Umwege - nachdem ich mir Girls Club mit Lindsay Lohan angeguckt habe, wollte ich wissen, ob aus dem Rest des bunten Casts etwas geworden ist - besonders Lizzy Caplan. Und ja, es wurde was draus :-)




Allgemeines

 

Die Serie wurde im September 2013 voröffentlicht und umfasst bisher zwei Staffeln. Die erste (12 Folgen) war von Dezember 2013 bis Februar 2014 bei Sky zu sehen und wird ab August bei ZDFNeo ausgestrahlt. Die zweite Staffel (8 oder 12 Folgen) wird seit Juli 2014 in den USA gesendet.

Außerdem kann man die erste Staffel für 28 EUR auf DVD und BlueRay kaufen.


Inhalt


Der Gynäkologe William Masters möchte menschliche Erregung erforschen und eine Studie durchführen. Gegen den Widerstand der Krankenhausleitung lädt er Versuchspersonen in sein Labor ein und zeichnet Werte auf, während sie mastrubieren oder mit einem Partner schlafen. Dabei assistiert ihm die ehemalige Sängerin Virginia Johnson. Außerdem beleuchtet die Serie das Privatleben der beiden und einigen Krankenhausmitarbeitern. Dabei werden u.a. die Themen Emanzipation und Homosexualität behandelt.

Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit - William Howell Masters und Virginia Eshelman Johnson forschten ab 1957 bis zu ihrer Scheidung 1993 an Orgasmen und sexuellen Fehlfunktionen.

Figuren


William "Bill" Masters ist ein gewissenhafter Wissenschaftler mit einigen Unsicherheiten. Er hilft Frauen schwanger zu werden und wirkt dabei sehr menschlich - das Wohl der Patientinnen steht im Vordergrund. Seine Moral steht meistens über der gesellschaftliche Meinung, manchmal fügt er sich aber auch. Er plädiert dafür, die Frau und ihre sexuellen Bedürfnisse wahrzunehmen, versagt aber einer Frau Hilfe bei der Schwangerschaft, weil er sie nicht für geeignet hält. Auch Homosexualität lehnt er unterschwellig ab, was zu Problemen führt, da ihn eine Nebenfigur als Verbündeten in diesem Bereich sieht - beide sind ausgestoßen, aber der eine mehr als der andere.

Bill kann dominant und ein bisschen intrigant werden, wenn es um die Studie geht, verschließt sich aber vor seiner Frau. Er fühlt sich verpflichtet, ihr ein Baby zu schenken, verschweigt aber ein wichtiges Detail. Ich glaube, er will keine Kinder, weil er Angst hat, wie sein Vater zu werden. Er quält sich durch den Akt und wirkt dabei kalt und berechnend. Bill hat oft Versagensängste und überstreicht sie mit Kälte und Aggression.

Elizabeth Ellis Masters, genannt "Libby" ist Bills Ehefrau und macht gute Miene zum verzweifelten Spiel. Ich fand es grausam, sie zwölf Folgen lang leiden zu sehen. Obwohl sie unglücklich ist, endlose Schwangerschaftsversuche über sich ergehen lassen muss, während Bill spät nach Hause kommt, hält sie zu ihm. Am Ende schafft sie sich ein Stückchen Freiheit, kann sich aber nicht von ihm lösen.


Virginia Johnson hat Musik studiert, ihr Studium aber nie abgeschlossen. Danach arbeitete sie als Sängerin bis sie in Masters Büro anfängt. Nach zwei Scheidungen lebt sie alleinerziehend mit ihren beiden Kindern Henry und Tessa (real übrigens Scott und Lisa). Während Tessa im Hintergrund bleibt, fordert Henry mehr Aufmerksamkeit - er ist fasziniert von Superhelden und dem Weltraum und möchte, dass seine Mutter ihm aus Büchern vorliest oder mit ihm fernsieht. Er steht damit für die spielerische, etwas naive Sicht auf den Fortschritt - den Glauben, dass alles besser wird.

Zu ihrem Mann hat Virginia ein schwieriges Verhältnis. Er tourt immernoch als Sänger durch die Gegend, hat nie Geld, aber den Stolz, Virginias wilde Seite geweckt zu haben - er steht für die Vergangenheit, die sie nicht mehr haben möchte.

Virginia steht für das Neue, nicht nur in Bills Leben, sondern auch für die Zeit. Sie ist sexuell aufgeschlossen, kennt ihren Körper genau und weiß, was sie will. Gleichzeitig kennt sie Mittel und Wege, um ihre Ziele zu erreichen, ohne Grenzen zu übertreten - meistens ist sie einfach nett und lächelt. Sie kann aber auch nachdrücklich werden, was sie bei Bill oft einsetzt - sie weiß, wie weit sie gehen kann und findet für jedes Problem eine Lösung. Auf mich wirkt sie damit zu perfekt. Erst am Ende der ersten Staffel zeigt sie Emotion, als es um die Frage geht, inwieweit sich Schuld mit Geld aufwiegen lässt.

Dr. Ethan Haas ist ein junger Gynäkologe, der für mich die Unsicherheit verkörpert, nachdem er das Neue entdeckt hat. Er schläft mir Virginia und weiß danach, was man mit Frauen anstellen kann - die Frauen, die er danach trifft, sind aber noch nicht bereit dazu. Dieser Konflikt gipfelt in der Beziehung zu Vivian, der Tochter des Klinikchefs - sie will ihn heiraten, schreckt aber davor zurück, als die katholisch erzogene Vivian erfährt, dass Ethans Eltern Juden waren - auch wenn er den Glauben nicht prakiziert. Ethan erkennt, dass er sich weiterentwickelt hat.

Als Arzt ist er ehrgeizig und freundlich, bei Patientinnen und Virginias Kindern beliebt. Er wirkt oft naiv, trotzig und cool, weiß aber im richtigen Moment, was zu tun ist - als Libby seine Hilfe braucht, setzt er sich sogar über Bill hinweg.

Die Anerkennung von Frauen ist ihm wichtig und er möchte eine kleine, schöne Familie haben. Besonders im Umgang mit Tessa und Henry merkt man aber, dass er seine Grenzen kennt - er will nicht ihr Ersatzvater sein.

 Dr. Austin Langham ist Orthopäde und wirkt anfangs wie der blonde Ladykiller, ein prachtvoller Schimmel, der alles flachlegt, was sich bei drei noch auf der Rennstrecke befindet. Doch obwohl der große Schönling eine Vorliebe für Krankenschwestern hat, plagt ihn irgendwann ein Problem - auch einem Ferrari geht mal das Benzin aus. Er steht damit für einen wichtigen Bereich von Masters Forschung - den Fehlfunktionen. Außerdem wird an ihm Kritik an Freuds Theorien geübt - Austin legt sich "auf die Couch" und ihm wird ein Ödipus-Komplex unterstellt, der für sein Versagen verantwortlich ist - er steht nicht auf Krankenschwestern, sondern auf ältere Frauen.

Wie alle Figuren gewinnt auch Austin am Ende der Staffel Tiefe, als er nicht auf seinen Trieb reduziert wird, sondern sich Schuldgefühle gegenüber seiner Frau und ehrliche Sympathie gegenüber einer Bettgefährtin offenbahren. Er ist oft um sein Ansehen besorgt und wirkt dadurch amüsant, ist aber nicht extrem konservativ.

Jane Martin arbeitet in der Verwaltung und wird später Bills Sekretärin. Sie scheint das dumme Blondchen zu sein, liest aber Bücher über Emanzipation. Sie ist die erste Probandin der Studie und findet es toll, ein Teil einer wissenschaftlichen Arbeit zu sein. Im späteren Verlauf wird sie etwas übermütig, das sehe ich aber als Parodie. Jane arbeitet sehr gewissenhaft und eckt mit ihrer Übereifrigkeit manchmal bei Bill an.

Barton Scully ist Provost (ein hoher Hochschulbeamter, hier vor allem Bills Chef) und wirkt anfangs sehr nett. Obwohl er auf das Wohl der Klinik und vor allem deren Finanzen Wert legt, vertraut er Bill. Er hat ein düsteres Geheimnis, das Bill ausnutzt, und das später seine Ehe schädigt. Am Ende steht er zwischen sich und seiner Ehefrau und trifft eine Wahl. Das macht ihn sehr menschlich.

Margaret Scully ist seit 30 Jahren Bartons Ehefrau. Ähnlich wie Libby leidet sie unter der Kälte ihres Mannes, hat sich aber mit der Situation arrangiert. Im Gegensatz zur Bills Frau vermisst sie nicht ihren Mann, sondern männliche Anerkennung. Diese findet sie im Laufe der Serie. Als sie hinter Bartons Geheimnis kommt, ist sie wütend, realisiert aber, dass sie die Zeit nicht zurückdrehen kann. Sie trifft eine Entscheidung, die für mich von wahrer Größe zeugt!

Dr. Lilian DePaul stößt als Gynäkologin zum Team hinzu und widmet sich mit Leidenschaft der Einführung des Pappabstriches gegen Gebärmutterhalskrebs. Sie verkörpert die Emanzipation, die sich selbst im Weg steht. Lililan will genauso viel leisten wie ihre männlichen Kollegen, ist aber von deren Bevorzugung frustriert. Ihr Problem ist, dass sie ihr Wissen nicht vermitteln kann. Virginias Hilfe lehnt sie zunächst ab, schließlich schafft diese es aber, Lilian in die richtige Richtung zu lenken.

Insgesamt sind die Figuren klischeehaft angelegt, es wird aber nie ganz ausgeführt. Ich finde das grundsätzlich gut, oft aber zu bedacht, weil die Kontraste nicht richtig wirken - Austin könnte etwas offensiver und damit lustiger sein, genauso wie man Janes Sehnsucht nach Anerkennung steigern kann. Ethans Naivität und die Wandlung zum reifen Mann könnten prägnanter sein. Virginia wirkt auf mich etwas steif, zu bedacht, als würde sie ihre wilde Seite unterdrücken.


Themen


Emanzipation: Ich habe immer wieder gestaunt, wie frei die Frauen damals schon waren und wie steif die Regeln. Die Frauen der Serie kennen sich und wissen, was sie  beim Sex wollen und was nicht. Gleichzeitig muss eine Frau für eine Steralisation die Erlaubnis ihres Mannes einholen und ist nach einer Scheidung verloren.Trauriger Höhepunkt ist, dass Männer es als Affront betrachten, wenn Frauen Orgasmen haben. Die Figuren gehen mit diesen Problemen unterschiedlich um: Bill sieht es als ein Recht an, dass Frauen erforscht werden, sein Interesse ist aber eher wissenschaftlich - nur selten blitzt hervor, dass er das aus Leidenschaft tut. Virginia lebt als Alleinerziehende mühsam, fordert aber nie die Hilfe eines Mannes. Margarets Freundinnen bedauern geschiedenen Freundinnen, helfen ihnen aber nicht - sie leben lieber in kaputter Ehe als sich zu befreien. Insagesamt plädiert die Serie für die Selbstbestimmung der Frau.

Rassismus: Im Krankenhaus gibt es eine Station für "Schwarze" und sogar eigene Krankenhäuser. Außerdem arbeiten sie überwiegend als Handwerker oder Kindermädchen. Mit diesem Klischee bricht die Serie in der ersten Folge, als Bill eine "schwarze" Patientin auf der Station für "Weiße" notoperiert. Er scheint keine Unterschiede zu machen. Auch die anderen Figuren sind eher tolerant.

Homosexualität: Eine männliche und eine weibliche Nebenfigur haben diese Neigung und beide lehnt Bill dezent, aber bestimmend ab. Grausam waren die Techniken, mit denen man solche Leute heilen wollte - Stromstöße oder Pillen, die Übelkeit auslösen und damit das Gehirn umtrainieren wollen. Heute hört sich das alt und verachtend an - aber damals haben die Menschen an so etwas geglaubt. Homosexuelle haben ihre Neigung verleugnet und wollten sich heilen lassen, trotz der Nebenwirkungen. Die Serie sendet eine klare Botschaft: Es ist ok, so zu sein.

Sigmund Freud: Die Kritik am Psychoanalytiker tritt an mehreren Stellen auf. Austin wird von Jane zum Psychoanalytiker geschickt, der ihm eine Vorliebe für ältere Frauen bescheinigt. Virginia bezichtigt Lilian des Penisneides, weil sich von ihren männlichen Kollegen unterdrückt fühlt - einerseits möchte sie wie sie behandelt werden, gleichzeitig neidet sie ihnen den Erfolg, weil sie nicht bereit ist, mit ihren (weiblichen) Waffen zu kämpfen. In einer folge taucht sogar Sigmunds Tochter Anna auf, die in einem Vortrag die These aufstellt, dass nur Mädchen zum klitoralen Orgasmus kommen würde, Frauen könnten einen Orgasmus nur vaginal fühlen. Virginia bittet um Beweise, enthält aber stattdessen Entrüstung. Auch wenn die Grundbotschaft der Serie ist, dass man nicht auf (Freuds) Theorien, sondern die Praxis (mit ihren Messwerten) vertrauen soll und Freuds Erkenntnisse nicht offensiv abgelehnt werden, werden sie negtiv hervorgehoben - Austins Sitzungen beim Analytiker sind kurz und wirken komödiantisch, Lilian wirkt frustriert und der "Penisneid" wie eine Entschuldigung.

Technischer Fortschritt: Menschen fliegen in die Erdumlaufbahn und Bill lässt eine Kamera in einen Vibrator (danach nur noch Dildo, weil die Vibration das Bild stören würde) einbauen, um die Muskelkontrationen während des Orgasmus zu filmen. Es geht voran!

Leidenschaft: Menschen lieben Sex und haben Freude daran. Viele Leute, die auf Bills Tisch (oder Versuchsbett) landen, streicheln sich gern selbst oder schlafen mit Fremden. Ich fand das sehr fasznierend - dass Trieb und die Freude an schönen Körpern dazu führt, dass man diese Grenze überschreitet.

Verhütung: Auch wenn das Kondom damals bekannt ist, vertraut Bill auf das Diaphragma, was nicht ganz sicher ist... Die Einführung der Pille wird am Ende der Staffel erwähnt.

Erotik



Man sieht viele nackte Brüste und das ab der ersten Folge. Man sieht Menschen im Halbdunklen korpulieren und nackte Ärsche, aber keine Genitalien. Man sieht Menschen, die mastrubieren und sich bewegen, man sieht Leidenschaft - aber nichts Offensives. Die eigentliche Erotik besteht zwischen den Menschen, meistens im Versuchslabor. Es ist schön, sie glücklich zu sehen, und es ist erregend. Für mich war es eine erotische Serie, weil die Emotion im Vordergrund stand und nicht der Gedanke, den Zuschauer zum Oragsmus zu bringen.

Schauspieler


Michael Sheen, der die Serie auch produziert, spielt William Masters und das ziemlich gut. Das Pendantische, Genaue spiegelt sich in seinem Spiel, und schon seine geringe Größe trägt dazu bei, dass er immer etwas unsicher und hilflos wirkt. Seine Knopfaugen, die perfekt zu seiner Rolle als Aro in der Twilight-Saga passten, wirken auf mich immer etwas kalt und unheimlich. Manchmal fehlt mir in seinem Spiel das Leidenschaftliche, aber... Im Deutschen wirkt seine Stimme (Wolfgang Wagner) relativ rau und dominant, im Englischen ist sie eleganter und bodenständiger.

Lizzy Caplan alias Virginia Johnson hat mich enttäuscht. Sie sieht gut aus - sie ist ein sehr hübsches Mädchen mit vollen Lippen, die durch den dunkelroten Lippenstift  betont werden. Aber genauso wie sie die Haare links hinter das Ohr gesteckt trägt und rechts mehr hervor tritt, ist auch ihr Spiel einseitig - sie lacht, zeigt aber nur selten Emotion. Selbst wenn sie lächelt wirkt sie immer verkrampft. Während man ihr mit Sanam Afrashteh eine helle Stimme mit rauem Unterton zugeordnet hat und sie dadurch gewissenhaft, aber immer süß wirkt, ist Caplans Originalstimme dunkler. Dadurch wirkt sie stärker und durchsetzungsfähiger. 

Nicolas D'Agosto hat süße braue Augen, volle Lippen und trägt meistens einen Bartschatten. Er ist der niedliche Jungspund, den man ständig knuddeln und dem man ein Glas Milch zu den Cornflakes reichen will. Er verkörpert die Rolle des Ethan Haas perfekt, die Rolle fordert aber auch keine großen Gesten, auch wenn sie Potential hat. Im Original spricht er wie ein typischer Mitzwanziger - etwas rau, aber relativ hoch. Ricardo Richter, den man u.a. in Digimon Frontier *damals war die Welt noch in Ordnung...* hören konnte, betont mit seiner hohen, etwas nasalen Stimme eher die Jugendlichkeit, passt aber insgesamt gut.

Teddy Sears aka Austin Langham ist der Marc Meier der Serie - schön, ein bisschen draufgängerisch und dabei tollpatschig. Ich fand Blond sehr lange sehr langweilig, meine Grenze war Dunkel-, maximal Rotblond - und dann kam Teddy Sears. Er ist verkörpert optisch den kantigen Mann mit vollen Lippen und weichem Ego bzw. blonden Haaren. Wundervoll! Gleichzeitig hat er etwas Amüsantes. Sowohl der Schauspieler als auch sein Synchronsprecher Jaron Löwenberg haben eine mittlere Tonlage mit rauem Einschlag. Besonders letztere bringt das Lustige gut auf den Punkt. Kleine Jungs, die Männer sein wollen.

Helene Yorke spielt Jane und wirkt durch ihre Gestalt (klein und niedlich) wie das kleine Mäuschen, das laut quiecken will. Die blonden Haare und der roten Lippenstift passen gut, genauso wie ihre Mimik. Eine Überraschung erlebte ich bei der Synchronisation: Josephine Schmidt, die mir eher unrühmlich als künstlich-problembeladene Paula in GZSZ *bis zur Trennung von John war die Handlung noch gut und die Figur sympatisch* oder rollentypisch ständig verzweifelt-guckende Mia aus der zweiten Staffel von Anna und die Liebe in Erinnerung blieb, arbeitet zunehmend als Synchronsprecherin, und das macht sie sehr gut. Sie kann gut mit ihrer Stimme spielen, Laute betonen und sie knallt einfach, ohne körperlich anwesend zu sein!

Der Rest der Besetzung macht seine Arbeit gut, ich finde viele Figuren glaubwürdig verkörpert.

Ich finde die Originalfassung klanglich harmonischer, die Stimmen passen besser zusammen und die Schauspieler zeigen mehr Variation. Vielleicht ist das normal, weil Sprechen und Schauspielern unterschiedliche Dinge sind? Besonderes Virginia wirkt facettenreicher, sie haucht und flüstert mehr, was ihr mehr Tiefe verleiht. 




Ausstattung


Kostüme und Kulissen versprühen 50iger-Jahre-Flair, sind aber dezent gehalten - die Figuren fügen sich ein, aber es wirkt nicht als wollte man die Zeit mehr betonen als die Thematik. Die Häuser sind elegant eingereichtet, Bills eher modern, Scullys eher klassisch. Das Krankenhaus wirkt alt und etwas bräunlich, der Versuchsraum steril und leicht bläulich. Die Frauen tragen entweder enge Kostüme aus fluffigen Stoffen oder schwingende Röcke. Libby bevorzugt letzteres, Virginia tritt fast nur in hochgeschlossenen Kleidern mit mittellangem Rock auf. Männer tragen Anzüge, Bill sogar eine Fliege.

Auffallend sind die Frisuren: Die Frauen tragen Wellen, oft zum falschen Bob hochgesteckt und wirken sehr elegant. Auch Lockenfrisuren wie bei Jane findet man. Wichtig: Jede Locke sitzt. Perfekt. Virginia bildet mit ihrer welligen und leicht strubbligen Kurzhaarfrisur eine Ausnahme.

Musik 


Die Musik hält sich dezent im Hintergrund ist meistens klassisch orientiert, ausgenommen die letzte Folge, in der Virginia singt. Ich finde sie sehr passend, ausgenommen eine Folge. 

Fazit


Die Serie thematisiert Sex (überwiegend der weibliche Orgasmus), ohne dabei pornografisch zu sein. Da das Thema im Mittelpunkt steht, werden die übrigen Probleme aufgegriffen, werden aber nie größer als die wissenschaftliche Arbeit. Ich fand das gut, weil mich persönliche Intrigen und Ränkespielchen weniger interessieren. Durch die geringe Zahl an Figuren habe ich nie den Überblick verloren. Die Zeit und vor allem der Fortschritt werden aus einer sehr positiven Sicht dargestellt - alle Figuren schreiten voran, nicht immer ohne Stolpersteine, aber sie nehmen Herausforderungen an, anstatt sich zu wehren. Die Figuren könnten stellenweise tiefer sein, aber insgesamt hat mich das Flair begeistert.


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