Sonntag, 24. August 2014

Geschriebenes - Special Battle

Hallo,

bevor es morgen mit der Rezension zu "Panikattacke Deluxe" (und meinem zweiten Interview!) tiefgründig wird, folgen ein paar kleine Schriftstücke. Sie entstanden im Rahmen einer Aktion auf Lovely Books und ich wollte sie euch zeigen :-) Ich denke, dass ich jede Woche einen kleinen Text hochladen werde.





Die Schreiberei


Das Schreiben gehört für mich zum Leben wie Essen - kann man mal vergessen, ist aber lebenswichtig. Alles hat, wie bei vielen, mit einem Gedicht angefangen, das meine Lehrer gut finden. Seitdem weiß ich, das mir Sprache liegte. Einige Aufsätze später wusste ich auch, dass ich oft weitschweifig werde und keine Spannung halten kann. Daher haben sich vor ein paar Jahren Kurzgeschichten (im weiteren Sinne) und Gedichte als mein Schwerpunkt herauskristalisiert. Bei Kurzgeschichten plane ich, meistens habe ich entweder Anfang oder Ende im Kopf und einen groben Themenschwerpunkt. Bei Gedichten lasse ich mich von meinem Gefühl leiten. Beidem gemein ist, dass ich mich weiterentwickle, den Blickwinkel verändere und viel lerne. Ich schreib relativ selten, weil ich Angst davor habe, nicht gut genug zu sein. Wenn mich aber die Schreibwut packt, schreibe ich solange, bis der Text fertig ist. Schreiben macht mich zufrieden - nicht euphorisch, aber tatsächlich zufrieden. Und ich bin stolz drauf :-)

Die Aktion


Das Special Battle findet in einer Gruppe auf dem Bücherprotal Lovely Books statt. Es werden fünf Begriffe vorgeben, die in fünf Sätzen verarbeitet werden müssen. Alle Beiträge werden mit Namen in einem Thread veröffentlicht und dann kann geheim abgestimmt werden.

Ich finde die Aktion sehr cool, weil ich kreativ sein kann und sehe, was andere so tun :-)

Nr. 1


Die Worte: Schach, Krawall, König, Mütze, Geschnatter

Mein Text 

Schach ist ein gefährliches Spiel. Während die Bauern mit Mistgabeln aufeinander losgehen, stechen sich Königinnen mit Messer und Gabel elegant die Augen aus. Plötzlich durchbricht tosendes Getrappel die Ruhe – die Läufer haben genug von ihrem Maulkorb und greifen den eigenen König an! Der Krawall schreckt sogar die Springer auf, die im Wald warten und eine Mütze strickten. Vielleicht sollte man einfach mehr reden als sich dem inhaltsleeren Geschnatter über Politik hinzugeben?

Meine Gedanken


Ich mag Schach. Ich kann zwar bis auf die Grundregel nichts (und ich mag Schachmuster), aber Filme wie Die Schachspielerin und der dritte Tweileid-Teil haben mir gezeigt, dass Schach nicht nur intellektuell, sondern auch sexy ist! Ich versuchte, mir das lebhaft vorzustellen. Der letzte Satz entwickelte sich irgendwie - eine Moral am Ende erschien mir ganz passend.

Nr. 2


Die Worte: Seifenflut, Gewirr, Mahlzeit, Ameisenaufstand, Witz

Mein Text

Seifenflut,
Seifenblasenglut
steigt auf, bricht aus,
zum Himmel hinauf,
bis die Wünsche sich an Wolken staun.
Gewitter kommt auf,
Wunsch-Gewirr zerbricht,
unsre Träume sind doch nur nur ein Witz,
schöner Trödel, Trotz und Tand,
ein Ameisenaufstand.
Lasst uns Seifenblasen futtern,
lasst uns schmecken, was wir wollten,
lasst verdauen, was wir niemals konnten und dann
lasst uns unsere Wunden lecken.
Mahlzeit.

Meine Gedanken

Das Gedicht kam über mich :-) Ich weiß nicht, wie und warum, aber es war einfach da. Seifenblasen sind ein bekanntes Motiv für Träume und ihr Platzen und es ist eines meiner großen Themen. Das Gedicht entspricht meinem Stil - die Konkretisierungen, Haufenreime, die Schilderung einer Situation und die Forderung am Ende. Nicht alle Reime sind geglückt und es ist etwas ungleichmäßig, aber naja :-)

 

 

 

Nr. 3


Die Worte: Messer, Marmelade, Fenster, Sack, Gekicher

Mein Text

Geräuschvoll brökelt die weiß-braune Kruste ab, während ich mit dem Messer eine Scheibe abschneide. Dann streiche ich Butter drauf und verteile Marmelade. Während ich aus dem Fenster gucke, vermischen sich Süße, Salz und Bitterkeit in meinem Mund zu einem leisen Gekicher.“Er ist ein elender, alter Sack!“, denke ich.

Meine Gedanken
 
 Ich glaube, jeder denke bei einem Messer entweder an Mord oder an Brot :-) Mir kam ein Moment in den Sinn, in dem man morgens dasitzt, aus dem Fenster guckt und sich eine Schnitte schmiert. Ein Moment, in dem man nachdenkt. Dazu passte die Mann-Frau- bzw. Partner-Problematik. Menschen sind ziemlich gut darin, sich gegenseitig zu verletzen. Und dann sitzt man da und wünscht dem anderen alle Naturkatastrophen an den Hals, die es gibt :-) Oder man resigniert und stellt fest, dass er keine Träne wert wer, die man ihm hinterher geheult hat. "Und seinen Rosinen waren sooo klein!", sollte meine Figur am Ende feststellen, aber das wäre ein Satz zuviel gewesen :P

Nr. 4


Die Worte: Buch, Wasser, Stuhl, Pfeffer, Seil

Der Text

Aus Pfefferkörnern male ich
ein riesengroßes Ich für dich.
Mit einem Hanfseil lege ich
ein Schutzschild um mein kleines Ich.
Ein Buch mit tausend Siegeln, das sei ich,
und sie zu brechen wagst du nicht.
Ein schöner Stuhl mit hartem Sitz,
das sei wohl mein wahres Ich.
Meine Kälte hat dich eisgekühlt,
und als du tautest hat das Wasser
mich weggespült.

Meine Gedanken

 Die Poesie hat mich mal wieder gepackt und... ich fand das Bild des Liebesbekenntnisses so schön. Aber ein Herz wäre zu banal gewesen. Nachdem sich mit dem Seil das Schild gebildet hatte, gefiel mir die Idee eines Schutzschildes für das eigene Ich sehr gut. Wenn man mauert, kann das zu Problemen führen. Und irgendwann hat der Partner keine Lust mehr und verschließt sich. Wenn man das dann in Form eines Seitensprungs oder eines großen Streites löst, fließen Tränen. Der Schutzschild ist gebrochen, aber man selbst auch :-(

Fazit


Mir ist wichtig, dass meine Geschichte in sich geschlossen ist, einen Anfang hat und irgendwie ein Ende. Die Begriffe machen es mir nicht leicht, manches klingt nicht ganz stimmig, aber es macht viel Spaß :-)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über deinen Kommentar! Für Fragen oder Kommentare zu meinem Kommentar auf deiner Seite kannst du mir eine Nachricht schicken - oben rechts steht die Adresse :-)