Freitag, 19. September 2014

Farbspiel - Ich und die Kunst

Hallo!

Inmitten der vielen Bücherposts folgt heute etwas zum Thema Kunst :-) Mel et fel hat eine kleine Blogaktion namens Random Pictures ins Leben gerufen, bei der es darum geht, Fotos zu einem bestimmten Thema zu schießen. Das Thema für diesen Monat lautet Farbspiel. Ein Thema, was so viele Möglichkeiten bietet, dass man das Besondere suchen muss, um nicht ins Klischee abzudriften.

Außerdem nutze ich die Gelegenheit, um über mein Verhältnis zur (bildenden) Kunst reden :-)



Allgemeines


Ich bin, seit ich denken kann, ein kreativer Mensch, der sich in allem, was er in die Hände bekommt, austoben muss - seien es Texte, Fotos oder Legosteine. Dabei bin ich zwar analytisch, aber nicht handwerklich begabt. Wenn ich ein Haus bauen will, erstelle ich eine Skizze mit allen Maßen, damit ich es mir vorstellen und den Materialverbrauch ausrechnen kann. Am Ende wird es trotzdem krumm und schief dastehen *ein Hoch auf die Arbeitsteilung* :-)

Richtig bewusst geworden ist mir das im Kunstunterricht in der Schule. Ich habe schnell gemerkt, was ich gut kann - Ideen entwickeln und Grenzen überschreiten. Und was ich nicht so gut kann: Gegenstände zeichnen. Dafür liegt mir die abstrakte Malerei. Ich arbeite gerne mit Farben, sie sind... lebendig und ich liebe sie :-)

Mein Kunstverständnis


Genauso wie ich erst nach der Schule das Interpretieren von Texten richtig begriffen habe, habe ich mich erst nach der Schulzeit intensiver mit Kunst beschäftigt und neue Techniken entdeckt. Auch mein Verständnis ist gewachsen. Ich muss nicht wissen, was sich der Künstler bei einem Kunstwerk gedacht hat. Es ist interessant zu wissen, aber wichtig ist meine eigene Interpretation. Wenn ich traurig bin, habe ich dazu einen anderen Zugang, als wenn ich fröhlich bin. Wichtig ist, dass ich überhaupt etwas darin sehe. Zwei prägnante Beispiele aus der letzten Zeit:

Bernd Hahn: In der Ausstellung gab es große, geometrische Formen zu sehen. Inhaltlich habe ich keinen Zugang dazu gefunden, aber da ich Geometrie liebe und mich ihre Einfachheit beruhigt, habe ich mich sehr wohl gefühlt. Es war das Bewusstsein, dass dieser Mensch in großen, abstrakten Formen denkt - und das tue ich auch. Auch wenn ich die Worte nicht identifizieren konnte.

Wolfgang Joop: Er hat Bilder gezeigt, auf denen man Affen sieht - mit silbernem Faden gestickt. Über den Inhalt kann ich spekulieren, vermutlich soll damit die Gesellschaft kritisiert werden. Ich fand die Idee innovativ und die Technik. Wie man darauf kommt und wie lange es dauert, wie ausgetüftelt es sein muss, damit alles harmonisch wirkt usw.

Und ich kann auch vor einem Bild stehen, einen Bezug suchen, ihn nicht finden und weggehen. Ich muss nicht krampfhaft interpretieren, wenn meine einzige Deutung ist: Sagt mir nix.

Techniken


Linolschnitt: Mein Kunstlehrer ist daran schuld, dass ich diese Technik liebe, denn er hat uns über den Sinn und die Schwierigkeiten des Linol- und des Holzschnittes aufgeklärt. Ich mag die harten Linien, die notwendigerweise nicht so schön kurvig und locker über das Blatt fließen, sondern knallen. Gleichzeitig setzen sie klare Grenzen, die man ausfüllen kann. Außerdem ist es befreiend, wenn man das Messer ansetzt, verkantet und schließtlich durch das Material gleitet.

Ölkreide: Hier faszinieren mich die knalligen Farben und dass man sie verwischen kann. Man nimmt den schmalen Stift in die Hand, zieht ihn mit Druck über das Papier und kann dabei gut Wut rauslassen. Außerdem kann man sie schichten und es ist ein sehr weiches Material, in das man kratzen kann. Wichtig für mich: Man kann die Kreid gut transportieren!

Acrylfarbe: Da Wasserfarben nicht so kräftig sind, habe ich nach einer anderen Technik gesucht. Und auch wenn ich Ölfarbe mal ausprobieren will, fühle ich mich mit Acryl sehr wohl. Es gibt viele Zusätze, mit denen man arbeiten kann. Ich arbeite gern mit Pasten, überwiegend Malgel, großer und feiner Strukturpaste. Die unterschiedlichen Konsistenzen nebeneinander zu setzen fasziniert mich :-) Außerdem kann ich wundervoll rummatschen - das ist wie Kuchenbacken :-) Leider muss das Kunstwerk dann nicht 45 min in den Backofen, sondern 2 Tage auf den Balkon. Außerdem habe ich Jogurtbecher jeglicher Art und Einweghandschuhe lieben gelernt :-)

Fotografie: Seit mir meine Eltern vor Jahren eine Digitalkamera schenkten, schieße ich gern Fotos. Anfangs wollte ich nur Erinnerungen festhalten, mittlerweile habe ich das Bewusstsein, dass ich mich entwickeln möchte. Das Motiv steht im Vordergrund, aber Perspektive, Schärfe und Komposition werden wichtiger. Es ist faszinierend, wie sich die Sicht ändert, indem man durch den Sucher blickt. Fotografie ist für mich Freiheit, weil sie sehr schnell, impulsiv sein kann. Sehen und Fühlen. Und den Betrachter ärgern, weil man seine Grenzen infrage stellt. Aber das trifft auf jede Kunstform zu :-)

Für meinen Blog sind Fotos sehr wichtig, weil sie Beiträge gliedern und veranschaulichen. Es macht mir Spaß, das Thema fotografisch zu interpretieren bzw. Bilder rauszusuchen, die dazu passen!

"Farbspiel" - meine Umsetzung


Ich wollte, ähnlich wie für den Blog, ein Bild zum Thema malen. Das nicht so schön geworden ist :-) Stattdessen sind mir die vielen Farben aufgefallen und ich habe sie festgehalten!
 

  Dieses Bild ist entstanden, nachdem ich die Farbe vom kleinen Becher in den Sammelbehälter geschüttet habe. Ich war erstaunt, wie dickflüssig die Farbe war und welches Farbspiel sich zeigte. Außerdem eine kleine Hommage an meine Quarkbecher: Obwohl sie mich trotz "Vitaminen, Folsäure und Eisen!" kein Stück größer gemacht haben, halten die Becher schon über ein Jahr :-) Wichtig war mir, dass der Behälter nicht kleiner wirkt als der Becher, da dieser durch die kräftigere Farbe sehr dominant ist. Ich brauchte zwei Schwerpunkte.



Beim zweiten Lieblingsbild wollte ich das Farbspiel auf dem Schaum festhalten, der sich beim Verdünnen der magenta-farbenen Farbe gebildet hatte. Jetzt sehe ich, dass das Gelb im Becher ein guter Kontrast ist! Obwohl es nicht so bunt ist, wie ich wollte, ist es irgendwie - bunt :-)







In diesen Bildern habe ich das Farbspiel eingefangen, das nach dem Umfüllen der Farbe in den Sammelbehälter entstanden ist. Das harmonische Miteinander hielt leider nicht lange, 10 min später landete das dunkel-lilane Gebräu im Abfluss.














Im letzten Bild habe ich den Sammelbehalter in Szene gesetzt. Da er allein etwas einsam war, habe ich einen Deckel, der mir als Mischpalette dient *ich verwerte alles wieder*, dazugelegt. Da das Grün im Deckel sehr kräftig ist, habe ich diesen im linken Drittel platziert, während der Behälter mit dem Farbgemisch mehr Raum einnimmt.





Abschluss


Ich hoffe, euch haben die Bilder gefallen :-) Seid kreativ. Schappt euch irgendwas, mit dem man irgendwas machen kann und macht irgendwas :P

Kommentare:

  1. Wow, das sind wirklich tolle Bilder geworden! Mir persönlich gefällt das zweite am besten ♥
    Ich mochte Kunst in der Schule auch immer gern und in unserer Wohnung hängen auch zwei Bilder von mir, auch wenn ich mir in Museen meist am liebsten Fotografien ansehe, was aber natürlich auch eine Form von Kunst ist ;)
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende! :)
    LG
    Karmesin

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    1. Ich mag GEmälde, weil ich die Technik faszinierend finde. Fotografien sind auch gut, aber sie haben viele Linien und der Bezug zur Realität fordert mich mehr. Bei Gemälden kann ich die Farben besser wirken lassen, was eher intuitiv ist.

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  2. Farbspiele - da wären mir jetzt im Herbst zuerst bunte Blätter eingefallen.
    Deine Interpretation gefällt mir. Schön!
    Liebe Grüße
    Christiane

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    1. Der Herbst ist toll, aber as Motiv finde ich es ein bisschen abgegriffen :-(

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  3. Die Fotos gefallen mir wirklich sehr. Ich wünschte ich wäre so kreativ wie du :)

    Liebe Grüße herzmädchen

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    1. Danke :-) Kreativität ist nur ne Frage des Mutes - jeder kann sich rigendwie ausdrücken. Man muss sich nur trauen :-)

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  4. Okay, das ist komisch, denn meins hier roch sehr intensiv, finde ich. :/

    Yuna von www.unevieartistique.com

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  5. Wirklich ganz tolle Bilder!
    Kunst ist schon immer meins gewesen. Schon als Kind und vorallem in der Schule hatte ich immer Kunst als Fach.
    Mit Acrylfarbe hab ich jetzt noch nichts gemacht, aber ich find es total spannend, damit Hintergründe fürs Scrapbooking zu machen. Na vielleicht wage ich mich irgendwann auch mal daran. :)

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    1. Mach mal :-) Du musst nur die Pinsel gut auswaschen, sonst verkleben sie und du musst sie mit Terpentin reinigen, was nich jede Borste verkraftet :-)

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  6. Wow - die Fotos sind echt wunderschön! Ich kann leider gar nicht Fotografieren - und malen erst 10 mal nicht. Leider.

    Liebe Grüße,

    Eva-Maria

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    1. Auspobieen! Ich hab im Rahmen des Kommentietages auf einem Fotoblog einen sehr fachlichen Kommy gelesen - auf soviele Dinge, die dort genannt wurde, haben ich gar nicht geachtet! Aber.. Übung macht den Meister :P

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