Sonntag, 7. September 2014

Geschriebenes - Special Battle Nr. 6

Hallo!

Bevor es morgen das Interview mit Nico Weinard gibt, lest ihr heute meinen Beitrag zum Special Battle auf LovelyBooks. Alle Infos dazu findet ihr in diesem Beitrag.




Nr. 6

Die Worte: Tee, Fernseher, Krach, Leber, Tüte

Der Text

Weißt du, wie man Sencha-Tee zubereitet? Ich meine, nicht so, wie sie es im Fernsehen zeigen, mit Teebeuteln und strahlend weißen Tassen und dem Krach im Hintergrund, weil Wohlfühlmusik auch Wohlbefinden und vermutlich Wohlgenuss erzeugt. Ich meine, dass du das richtige Wasser aufkochst, den Tee von der Tüte in die Dose und von dort in das Kännchen schüttest, dass du ihn ziehen lässt, in die Tasse kippst und dann mit heißem Wasser verdünnst, dass du die Tasse zu deinen Lippen führst, den Schluck im Mund zirkulieren lässt und dann runterschluckst.Damit du weißt, dass jede Bewegung, und sei sie noch so eingespielt, ihren Sinn hat und ihren Teil zum Gesamtgenuss beiträgt, stetig umhüllt von diesem wunderbaren Duft.Weißt du, Sencha ist wie Leber – nicht jeder mag sie, aber die, die sie mögen, empfinden dabei höchste Freude.

Meine Gedanken



Der Text ist eine Hommage an einen Freund, der gern Sencha trinkt. Er hat mir sehr anschaulich erklärt, wie er das macht und welche Freude er dabei empfindet. Auf den ersten Blick wirkt das ziemlich speziell - es kommt auf die Wasserhärte an, die Temperatur, das Zubehör. Aber für ihn ist es eine Insel. Eine bewusste Pause vom Alltag. Oder man vergleicht es mit einem Haus - man hat viel Zeit und Kraft investiert, um es nach seinen eigenen Wünschen zu gestalten.


Natürlich stellt sich die Frage, ob es nicht eine Sache des Bewusstseins ist. Wenn man sich bewusst macht, dass man diesen Moment celebriert, braucht man nichts außer sich selbst. Aber das ist sehr idealistisch. Wir sind zwar Menschen, aber so perfekt, dass wir alles mit bloßem Wollen hinbekommen, doch nicht :-) Ich kann mir einreden, dass ich grade einen Hamburger und kein Knäckebrot esse, aber irgendwann fliegt die Täuschung auf :-)

Rituale wie die Teezeremonie geben uns Sicherheit. Wir nehmen uns tatsächlich Zeit für uns und keiner wird uns dabei stören. Und der Tee wird garantiert lecker :P


Und es hat etwas mit Bewegung und Natürlichkeit zu tun. Bewegung ist natürlich. Das Wasser spritzt, wenn es sich in den Wasserkocher ergießt. Der Tee raschelt, wenn er von der Teedose in die Kanne geschüttet wird. Und der Tee raucht, wenn er in der Tasse ist. Das zeigt uns, dass Dinge manchmal einfach existieren, dass sie fließen und dass alles weiterläuft, egal, wie wir darauf einwirken. Die Natur findet immer einen Weg.


Der Text selbst ist nicht so spannend und eher eine Momentaufnahme. Zukünftig möchte ich abgeschlossene Texte schreiben, die in Richtung Drabble gehen. Und das mit der Leber war eine Notlösung. Obwohl ich Leber liebe. Mit Zwiebeln :P

Kommentare:

  1. Gut geschrieben. Reizt es dich nicht, längere Geschichten zu schreiben, ohne dich durch Wortvorgaben oder eine maximale Wortzahl einzuengen?
    Lg Lara

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    1. Das tue ich bereits: Ich schreibe Kurzgeschichten :-) Aber ich finde die Aufgabe mit dem Wörtern sehr kreativ. Es ist ja wie ne Schreibübung.

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