Sonntag, 19. Oktober 2014

Der ABC-TAG

S. Oliver - Titelbild
Hallo!

Nachdem ich an zwei Tags freiwillig teilgenommen habe und die Frage für den Liebster-Award beantworten durfte (das Prinzip ähnelt einem TAG) wurde ich das erste Mal für einen TAG nominiert - von Lara :-)

Da ich nicht genügend Bücher gelesen habe, um alle Fragen beantworten zu können, habe ich Mangas eingeschlossen.

Viel Spaß!

A für Autor – Autor, von dem du die meisten Bücher gelesen hast:

Eine schwere Frage am Anfang :-) Ich bin niemand, der Bücher nur wegen eines Autors liest, sondern ich entscheide anhand des Inhaltes. Außerdem lese ich manche Autoren nur aus Interesse, weniger aus Freude - ich hoffe, dass sie mal ein gutes Buch schreiben. Wenn ich meine Statistik genau betrachte, kommt folgendes raus:

Klaus Mann - der Klassiker: "Vergittertes Fenster" war total interessant, "Der Vulkan" wundervoll, "Mephisto" musste ich zu meinem Leidwesen in der Schule lesen. Und ich will noch Weiteres lesen! Großes Plus und Minus gleichzeitig ist der "Mensch": Es reizt mich, diesen Mann mit seiner bewegten Geschichte kennenzulernen, aber ich will ihm nicht zu nahe kommen. Wo liegt die Grenze zwischen Autor und Schaffen?

Amelie Nothomb - die Hoffnung: "Die Reinheit des Mörders" ist ein geniales Buch mit einer schönen Struktur und einer perfiden, traurigen Thematik, die nur selten schwierig für mich war. "Die Kosmetik des Bösen" hat einen interessanten Aufhänger, war aber nicht prägnant genug. Das gilt auch für "Böses Mädchen" - die Story hat Hollywood besser hinbekommen. "Mit Staunen und Zittern" tat beim Lesen manchmal (positiv) weh, war aber langatmig. Momentan probiere ich "Liebessabotage", aber das Buch kommt nach der Hälfte noch nicht auf den Punkt. Ob das etwas wird, mit mir und Amelie? :-)
 
CLAMP und Kaori Yuki - die Mangas: Obwohl man Fortsetzungsgeschichten nicht unbedingt als "Bücher" im Sinne von "abgeschlossene Geschichte" betrachten kann, habe ich das Autorinnen-Kollektiv CLAMP und Kaori Yuki aufgeführt, weil ich mich für jeden Band neu entschieden habe - ich hätte ja abbrechen können. "Angel Sanctuary" hat 20 (Sammel-)Bände und wurde im Verlauf von 6 Jahren gezeichnet. Das merkt man der Story an - irgendwann verzettelt sich die Autorin. Dennoch ist Yukis Zeichenstil toll :-) CLAMPS "X" habe ich zuerst als Anime gesehen und danach das Manga gelesen. Der Reiz sind verschiedene Erzählstränge, in die die Gut-Böse-Schicksals-Problematik eingebettet ist. Das Manga hat 18 Bände und ist noch nicht abgeschlossen. Zwei Protagonisten haben meine Shonen-Ai-Faszination mitbegründet, daher habe ich das fünfbändige Spin-Off bzw. Prequel "Tokyo Babylon" gelesen.
Gin Tonic - meistgelesener Autor
Fred Ink - der Wandernde im Nebel: Der Selbstverleger, von dem ich vier Bücher gelesen habe, weil  sie gruslig sind, ich aber keine Alpträume bekomme. Und jedes Buch geht auf Wanderschaft :-)

Nicolas Scheerbarth - der Unauffällige: Ich habe auf dem Blog "nur" zwei Bücher rezensiert, auf Amazon aber einige Erzählungen kommentiert - ich habe ihn literarisch abgecheckt :-) Positives Problem: die Realitätsnähe. Man kann sich schön mit den Figuren identifizieren und kommt nicht von ihnen los....

B für « Best » – Die beste Bücherserie 

Ich lese fast nie Reihen und greife daher auf ein Werk aus meiner Manga-Phase zurück: Yellow von Makoto Tateno. Neben dem Coverdesign mag ich die spritzigen Figuren und die Selbstironie sehr. Im Vergleich zu späteren Werken des Genres ist dieses zwar gefühlvoll und "süß", aber nicht zu kitschig. Und nach vier Bänden ist erstmal Schluss :P

Ich hoffe, dass ich mich irgendwann an City of Ember herantraue - das wäre dann meine erste, vollständige Reihe. Ich fand den Film toll, aber Bücher auf Englisch machen mir Angst :-)

C für « Current » – Momentanes Buch

Ich bin gerade mit zwei Büchern fertig geworden, daher überlege ich noch, was ich anfange. Ohne Buch geht es leider nicht :-)
 
D für « Drink » – Beim Lesen trinkst du am liebsten 

Nix. Wenn ich lese, lese ich. Und meistens trinke ich das, was ich sonst immer trinke: Kaffee, Tee, Wasser.

Übrigens muss ich beim Schreiben ständig trinken - ich bin eine Stressesserin und meine Geschichten sind soooo spannend für mich, dass ich mich abreagieren muss :-)

E für « E-book » – E-books oder Papierbücher?

Beides. Papier fasst sich gut an und man muss es nicht an die Steckdose anschließen, viele Indie-Autoren gibt es aber nur als E-Book. 
 
Dreams Unlimited - Fiktives DateF für « Fictif » – Eine fiktive Person, mit der du als Jugendliche ausgegangen wärst

Auf die Idee kam ich nie. Figuren sind Figuren, Menschen sind Menschen. Und selbst mit Menschen gehe ich nur im Kopf aus, wenn das real durchführbar wäre.

Mit dem netten Ich meines fiesen Biolehrers wäre ich ja auch nicht ausgegangen - die fiktive Figur wäre umerreichbar gewesen :-)



G für « Glad » – Du bist froh, dass du diesem Roman eine Chance gegeben hast

Schwer zu sagen. Ich freue mich immer, wenn ich den gesellschaftlichen Schatten überspringe und ein Buch lese, das  verrissen wird. Ich hab schon viel Gutes gefunden.
 
H für « Hidden » – Ein Roman, den du als verborgenen Schatz empfindest: 

 "Die Urlauber 2037" von Alexander Broy. Ein tatsächlich männlicher Protagonist, der zwar ironisch, aber nie übertrieben männlich wirkt und eine gute Story.

I für « Important » – Ein wichtiger Moment in deinem Leserleben

Es gab viele tolle Momente. Ziemlich krass war die erste Geschichte aus "Im Delta der Venus" von Anais Nin. Weil ich gemerkt habe, dass Sex doof ist, wenn man sich damit nur betäubt. Und dass man das in der Literatur sagen darf.  Den Spagat aus erregend und traurig finde ich faszinierend. Es gibt mir ein gutes Gefühl, dass das andere Autoren vor 70 Jahren geschafft haben.

J für « Just » – Welches Buch hast du als letztes beendet

Out of Sight von Elmore Leonard. Ich liebe den Film, aber das Buch war eine herbe Enttäuschung. Zuviel Millieu, zuwenig Lovestory. Für Fans des Genres cool, für mich öde.
 
K für « Kind » – Aus welcher Buchabteilung liest du nie ein Buch

Garten. Ich mag Blumen. Aber ich habe keinen Grünen Daumen.
 
L für « Long » – Das längste Buch, das du je gelesen hast:

Gefühlt: Strange Days von Fred Ink. Das Buch hat real nur 222 Seiten, aber auf dem E-Book-Reader musste ich öfters umblättern :-)

Real: Die Nebel von Avalon von Marion Zimmer-Bradley. 1118 Seiten sind echt viel :P
 
M für « Major » – Das Buch, das dir die längste Leseflaute beschert hat

Gar keines. Aber nach dem ersten Band von Shades of Grey hatte ich erstmal genug - 600 Seiten Sex reichten mir. Nach zwei Stückchen Kuchen brauche ich auch etwas Herzhaftes z.B. ne Pizza :P

 
N für « Number » – Wieviele Bücherregale besitzt du?
Mexx rosa - Bücherregale
Wieder eine Frage der Perspektive: Eines hängt an meiner Wand, es stehen aber viele Parfums drauf. Noch eines hängt an der Wand, in dem sich aber nur ein paar langweilige Bücher und meine drei DVDs befinden. Und ich hab  Origami-Figuren draufgestellt. In meinem stehenden, superschicken IKEA-Regel (dunkelbraun rockt!) liegen viele Bücher, nochmehr liegen aber in Kisten verstaut daneben... Und ich hab noch ein virtuelles Regal :-)

O für « One » – Ein Buch, das du mehrmals gelesen hast:

"Der letzte Raucher" von Marc Kunz und "Der Vulkan" von Klaus Mann, weil ich die Bücher in der Schule vorgestellt habe. "La Esperanza" von Chigusa Kawai, weil die Schlussszene so gut ist *lange her* und "Im Delta der Venus" von Anais Nin, weil eine Erzählung in diesem Band sehr prägend für mich ist.
 
P für « Preferred » – Dein Lieblingsleseort

Ich muss wieder differenzieren:

Geilster Ausblick: Es gibt eine Bibliothek in einem Hochhaus, in der es einen Sitzsack gibt. Auf dem Sack zu lümmeln und die Aussicht zu genießen, während man ein Buch liest, ist geil! Man kann aber nicht lange darin sitzen. Reicht also nur für ne Kurzgeschichte.

Zeitungen: Ein gutes Café ist praktisch - der Kaffee ist meistens gut und man kann in den Zeitungen stöbern.

Lange Bücher: Züge. Nichts ist toller, als durch eine schöne Landschaft zu brausen und ein gutes Buch zu lesen!

Alles andere: - Mein Bett. Kuschlig, gemütlich und ich kann schlafen :P
 
Q für « Quote » – Ein Buchzitat:

Ich kann mir Zitate nie merken :-(
 
R für « Regret » – Was bedauerst du als Leser? 

Dass sich die Verlage und manche Autoren nach den fiktiven Bedürfnissen des Lesers richten und nicht nach den realen. Man versucht, gute oder erfolgreiche Bücher auf eine einfache Grundformel runterzubrechen und übersieht vor allem die Gefühle.

Bei Fantasy habe ich oft das Gefühl, dass ein bisschen Gesellschaftskritik und eine schicke Welt ausreichen. Ich will als Leser an die Hand genommen werden. Ich will, dass man mir eine tolle Welt zeigt. Und ich will Anteil nehmen.

Kiko - bereuenBei erotischer Literatur reduziert man die Geschichten auf eine ungewöhnliche Umgebung, ein paar Klischeevokabeln und viel Sex. Der Gedanke dahinter ist (wie bei anderen Büchern auch) das Ausbrechen. Betten sind langweilig und im Park stören die Käfer - also wird idealisiert und die Angst vor Un-Perfektion ausgeblendet. Viele Leute trauen sich real zu wenig, Dinge klar auszusprechen - also nutzen wir vermehrt Wörter, die starke Emotionen auslösen. Es geht dabei nicht nur um Härte, wie beim klassichen "Ficken", sondern auch sanfte Gefühle wie "streicheln". Und wir denken, dass wir anderen etwas durch unsere Leistungsfähigkeit, auch im Bett, beweisen müssen. Obwohl es nicht um Quantität, sondern um Qualität geht.


Und das empfinden einige Leser. Das Gefühl steht im Vordergrund. Dass man dem Partner vertraut, sich fallen lässt und gemeinsam teilweise verrückte Dinge erlebt. Bloßes Rammeln ist wie ein Wattebällchen: man kann gut drauf rumkauen, es macht aber nicht satt.

S für « Serie » – Eine Serie, die du begonnen hast, die ganz erschienen ist und die du nie beendet hast:

Harry Potter: Ich habe den Band mit Prof. Lupin gelesen und liebe die Figur. Aber mehr muss ich davon nicht lesen.

Tweileid: Ich habe das erste Buch gelesen und einige Filme gesehen, aber so krass war es nicht. Ich würde, wenn mir langweilig ist, den dritten Band lesen und mir die Schach-Szene angucken, um sie mit dem Film zu vergleichen.
 
T für « Three » – Drei Lieblingsbücher

 Die Frage wird sicher noch oft auftauche, daher weiche ich aus und nenne drei Bücher, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde:

den Duden: Wenn ich mich mit jemandem streite, dann grammatikalisch korrekt :P

ein Buch über modulares Origami: Eckiges angucken und anfassen beruhigt mich, außerdem kann man Fußball falten :-)

Yasushi Inues "Das Jagdgewehr": mein erstes Buch eines japnischen Schriftstellers. Und das, zu dem ich den besten Zugang finde. Ruhig und schön.
 
U für « Unapologetic » – Von was bist du ohne Reue ein Fan?

Ein Shades-of-Grey-Befürworter zu sein ist nicht immer einfach, aber ich fühle mich wohl mit den Büchern.

V für « Very » – Ein Buch, dessen Erscheinen du kaum erwarten kannst

Als ehemaliger Manga-Fan weiß ich: Warten bringt nix. Autoren haben das Recht sich weiterzuentwickeln und Geschichten abzubrechen. Für mich als Leser ist das doof. Ich erwarte nichts mehr. Wozu auch? Irgendein Buch wird meine Gefühlslage immer treffen :-)

W für « Worst » – Deine schlechteste Buchgewohnheit

Ich weiß nicht... Abgesehen davon, dass ich Bücher eher ausleihe und damit der Buchwirtschaft schade :-)
 
X für « X » – Fange oben links mit zählen an und nimm das 9. Buch aus einem deiner Bücherregale

"Angel Sanctuary", Band 6
 
Y für « Your » – Dein letzter Buchkauf 

Ich kaufe nicht, ich leihe :-) Ich glaube, das letzte Buch war ein E-Book. Es wurde im Rahmen einer Aktion einen Tag lang gratis verkauft und ich hab's brav gelesen und rezensiert :-)

Mexx blau - Buch, das mir den Schlaf raubtZ für « ZzZ » – Das letzte Buch, das dir den Schlaf geraubt hat, weil du nicht mit Lesen aufhören konntest

Tweileid, der Tragödie erster Teil. Ich weiß nicht, was ich von der Reihe halten soll, weil sie arg kitschig und extrem ich-bezogen ist (soviel Ich in einem Buch...), ich die Filme aber optisch schön finde. Das Buch hat mir vor allem gezeigt, wie man eingängige Bücher schreibt - ein einfacher Stil, der einen durch das Buch rauschen lässt. Das geht (zumindest in diesem Fall) zulasten der Tiefe und der Besonderheiten, aber.... es ist ein Kunststück :-) Deswegen musste ich bis nachts um 3 lesen. Und wurde trotzdem nicht fertig.

Getaggt?


Da ich Nominierungen schwierige finde, formuliere ich es so: Ihr dürft gerne mitmachen - aber postet die Links unter diesenm Beitrag :-) Ich finde die Antworten sehr spannend!

Kommentare:

  1. Das freut mich, dass du den Tag mitgemacht hast! Aussergewöhnlich deine Antworten!
    Lg Lara

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    1. Findest du? Warum? :-) Ich wollte einfach erzählen....

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  2. Puuh, ein TAG mit unheimlich viel Input :D

    Ich finde es sehr interessant, dass du sagst, du liest die Bücher nicht wegen dem Autor, sondern wegen dem Inhalt. Natürlich ist das bei mir auch so, aber es gibt doch ein, zwei Autoren, bei denen kann ich zu 90% sicher sein, dass mich ihre Bücher begeistern und daher lese ich auch alles von ihnen, was ich in die Finger bekomme :D Sebastian Fitzek ist da zum Beispiel so einer :)

    An das Buch, das mir die längste Leseflaute beschert hat, erinnere ich mich nicht. Das liegt ja auch nie an einem Buch alleine, sondern auch an allgemeiner Unlust, Zeitmangel und so weiter. Shades of Grey gehört ja irgendwie auch zu den Büchern, die ich wahrscheinlich nie lesen werde. Allerdings habe ich das auch mal über Charlotte Roches Bücher gesagt und sie dann doch gelesen xD

    Bei den Zügen stimme ich dir zu. Vor allem, wenn man eine wirklich lange Fahrt vor sich hat und dabei ein gutes, dickes Buch liest. Kann aber auch zu merkwürdigen Situationen führen. Zum Beispiel, wenn man grade in Tränen aufgelöst ist, weil etwas super tragisches im Buch passiert, und der Schaffner just in diesem Moment die Tickets kontrolliert. Dieser Blick! :D

    Ich habe für Zitate ein Notizheft, weil ich mir auch nie schöne Sprüche merken kann :)

    Aber, aber, aber...man muss doch Harry Potter gelesen haben. Das ist wichtig! Das ist Allgemeinbildung!! xD

    Liebste Grüße
    MelMel

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    1. Beim Schaffner hättest du sagen können "Tränen der Rührung, weil Sie so schön sind!" :-) für Notizen bin ich zu faul - ich hab mein Handy, auf dem ich mehr schlecht als recht rumtippe :-)

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  3. Woah, da wäre mir bei den meisten Buchstaben gar nichts eingefallen. Deine Antworten zu lesen war aber wiederum interessant :) ich kann mir auch nie Zitate merken.

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    1. Gut zu wissen :-) mir fallen gut Dinge ein, ich hab soviel im Kopf xD

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