Samstag, 10. Oktober 2015

"Die Prager Straße in Dresden" von Kartin Nitzschke und Perk Loesch

Hallo!

Ich glaube, jeder von euch hat Orte, die für euer Leben prägend waren. Orte, die ihr immer wieder besucht und gesehen habt, dass sie sich genauso verändern wie ihr. Und manches gleich bleibt. Man kann das städtebaulich betrachten und überlegen, welche Rolle dieser Raum für die Einwohner spielt. Oder aus Sicht der Architektur, die uns sagt, dass zu hohe Akarden harmonischer sind als gar keine Arkaden. Oder man kann das emotional betrachten und sich fragen, warum man sich dort nicht mehr so fühlt, wie man es mal getan hat. Dieses Buch und die Rezension handeln davon.


Allgemeines


Das Buch hat 196 Seiten und ist online und in Buchläden zu erwerben. Es kostet ca. 20 EUR.

Im Jahr 2014 gab es im Buchmuseum der SLUB eine Ausstellung dazu, daher korrespondiert das Buch mit der Ausstellung. Mit seinen vielen Bildern ist das Werk eher ein Bildband mit Texten.

Die Prager Straße


In Dresden liegt der Hauptbahnhof (der Verkehrsknotenpunkt auf der Altstädter Seite) ca. 1 km von der historischen Altstadt bzw. dem "Zentrum" entfernt. Das war auch 1851 so. Die St.-Petersburger-Straße, über die heute die Straßenbahn in Richtung Elbe fährt, gab es noch nicht. Daher benötigte man eine Straße, die die zunehmenden Touristenströme vom Hauptbahnhof zum Zentrum leitete.

Im Zuge des Baus verschwanden die einzeln stehenden Gebäude und wichen einer geschlossenen Bebauung. Dieses Bild kennt man von Postkarten - ein Häuserzug mit schönen Schaufestern, durch den die Straßenbahn fährt.

Im Krieg wurde die Straße fast komplett zerstört und man beschloss, sie zu verbreitern und lockerer zu bebauen. Die Prager Straße sollte zu einer Prachtstraße werden, freundlich wirken und der sozialistischen Ideologie gerecht werden. In dieser Zeit entstanden u.a. die Hotels "Bastei", "Lilienstein" und "Königstein" sowie die Wohnzeile und das Rundkino. Lediglich die Gebäude, in denen sich Kartstadt, Orsay und Wöhrl sowie Douglas u.a. befinden, wurden erst in den 90er Jahren erbaut.

Prägend für die "neue" Prager Straße waren Wasserspiele und Grünflächen sowie eine Treppe auf Höhe des Rundkinos.

Blick vom Dr. Külz-Ring
Richtung Hauptbahnhof (2008)
Dieses Bild hat sich nach der Jahrtausendwende verändert. Im Rahmen des Hochwassers 2002 überflutete die Weißeritz die Straße und machte vieles kaputt. Danach wurden die Gebäude zwischen den Hotels renoviert und neue Brunnen aufgestellt.

Mit dem Abriss des Centrum-Warenhauses und dessen Neubau als "Centrum-Galerie" hat sich die Prager Straße seit 2009 nur noch wenig verändert. Wenn die Bäume ausgewachsen und/oder der Wiener Platz (am Hauptbahnhof) fertig ist, wird sie wieder vollständig sein.

Das Cover

 

Das Titelbild zeigt die Prager Straße um 1930. Die Schwarz-weiß-Fotografie wirkt aufgrund der dunklen Farbe (und der Technik) etwas düster und es fällt schwer, sich festzuhalten. Trotz der klaren Blickachse.

Die dunkelrote Schrift des Titels passt gut dazu, alles wirkt ruhig und hübsch.

Trotzdem frage ich mich, warum man sich für eine Fotografie der alten Prager Straße entschieden hat. Auf mich wirkt das nostalgisch, als würde man fragen "Was hat sich verändert? Ist das gut?" Es hat etwas Melancholisches.

Das Buch zusammengefasst


Laut Einleitung soll das Buch eine Darstellung sein, "die die gesamte Entwicklung der Prager Straße unter Berücksichtigung möglichst vieler Aspekte chronologisch nachzeichnet" (S. 5), weil es zwar Werke zu Teil-Problemen gibt, aber nicht zur gesamten Straße über den gesamten Zeitraum. Tatsächlich gibt es Aufsätze, Diplomarbeiten usw., die sich mit der Prager Straße beschäftigen - aber sie sind nicht im Buchhandel zu erwerben. Daher füllt das Buch durchaus eine Lücke.

Nitzschke und Loesch zeigen anhand von Bildern und kleinen Texten die Entwicklung der Prager Straße. Obwohl der erste Teil über die Prager Straße von 1851 bis 1945 sehr ausführlich wirkt, beginnt das Buch fast extrakt nach der Hälfte mit der Nachkriegszeit. Die aktuellen Entwicklungen sind zwar prägnant beschrieben, aber etwas kurz geraten.

Als bereichernd empfand ich die Schilderungen über die Nebenstraßen - die Autoren betrachten, wie sich die Straße in Zusammenhang mit dem Umfeld verändert hat.

Der Inhalt en detail

 

Die Prager Straße - der Ku'damm Dresdens


Auf der ersten Seite reißen die Autoren die Geschichte der Prager Straße an und zeigen, welche Aspekte sie berücksichtigen wollen.

Natürlich wird auch Erich Kästner zitiert, dessen Passage in "Als ich ein kleiner Junge war" den Kontrast zwischen Vorkriegs-Prachtstraße und (direkter) Nachkriegswüste eindringlich beschreibt.

Leider wird der Vergleich mit dem Kurfürstendamm in Berlin nicht erläutert. Im Gegensatz zur heutigen Prager Straße empfinde ich den Kurfürstendamm als geschlossen und fühle mich an die Champs-Elysées erinnert. Vergleicht man aber dieses Bild des Kurfürstendamms auf Wikipedia mit dem der Prager Straße (bei modernRegional 15/2) sieht man, dass sich beide Straßen in ihrem Flair ähnelten, zumindest vor dem Krieg.

Eine Straße entsteht - 1851 bis 1900


Springbrunnen (2015)
Auf 17 Seiten zeigen uns die Autoren, wie die Prager Straße gebaut wurde und nach und nach die einzeln stehenden Bauten der geschlossenen Bebauung wichen. Die Einleitung zum Kapitel erläutet die Situation in Dresden und warum der Bau notwendig war. Auch das dazugehörige Bild, eine Karte aus dem Zeitraum 1862 - 1870, passt gut.

Das Bild der Mineralwasseranstalt Dr. Struve auf S. 9 erinnert mich an die Hotelgärten, die um 1970 entstanden.

Schön finde ich auch das Foto auf S. 19, das den Eingang der Prager Straße im Jahre 1871 zeigt. Dieser ist zu Ehren des gewonnenen Krieges gegen Frankreich geschmückt. Diese Passage wirkt mit der historischen Schilderung lebhaft und nicht so trocken.

Insgesamt fand ich das Kapitel ziemlich erfrischend, weil es viele verschiedene Gebäude und viel zu erzählen gibt. Allerdings wird schon hier deutlich, dass sich die Autoren in architektonischen Details verstricken und der Leser leicht den Überblick verliert. Außerdem schreitet das Buch nicht nur von Süden nach Norden, sondern auch durch die Zeit - man liest in zwei Dimensionen gleichzeitig und es fällt schwer sich zu orientieren.

Glänzende Geschäftigkeit - 1900 bis 1945


Auch dieses Kapitel beginnt mit einer Karte und einem Abriss über die gesellschaftlichen Verhältnisse. Mir war vorher gar nicht bewusst, dass wirtschaftliche Interessen eine so große Rolle gespielt haben - wenn man an einem bekannten und gut besuchten Ort sein Geschäft hat, dann zeigt das, dass man wichtig ist.

Mit 55 Seiten nimmt dieses Abschnitt übrigens den größten Raum ein.

Das Wort "Geschäftigkeit" passt - denn im Laufe sind viele Geschäfte eingezogen, Häuser wurden erbaut und alles wuchs. Zur Orientierung habe ich mich auf das Viktoriahaus, das am nördlichen Ende stand, konzentriert.

Ein tolles Bild findet sich auf S. 31. In der Nachtaufnahme leuchten die Schaufenster und ein Kraftominibus fährt vorbei. Die Straße hat Flair und ich kann mir gut vorstellen, wie Menschen daran vorbeilaufen und sehnend in die Schaufenster blicken.

Auf S. 71 zeigt eine colorierte Ansichtskarte das Hotel und Café "Piccadilly" bei Nacht. Im Gegensatz zu den Schwarz-Weiß-Fotografien merkt man hier, wie sehr die Straße mit ihren Theatern und Cafés, den Leuchtreklamen, geleuchtet haben muss.

Dieser Aspekt kommt mir in diesem Kapitel zu kurz: Die Menschen. Die Autoren bemühen sich, ein breites Bild zu zeichnen, von Geschäftsgebäuden zu Vergnügungs-Oasen. Und es gibt viele Innenaufnahmen. Aber es wirkt nicht lebendig, weil man sich zu sehr auf Fakten konzentriert.

Untergang - 1945 bis 1961


Blick Richtung Reitbahnstraße
(2008)
Die Einleitung beschreibt die Zeit nach dem Krieg und wird mit der Episode um Rainer Fetscher ein bisschen emotional. Danach erläutern die Autoren, wie man entschied, eine Straßen, deren Gebäude teilweise in Grundzügen noch intakt waren, abzureißen und neu zu erbauen. Eine sehr komplexe Problematik, die man auf einer Seite nicht abhandeln kann. Aber die Autoren umreißen das gut.

Die 20 Seiten waren traurig und informativ gleichermaßen. Weil vieles zerstört wurde. Aber auch, weil manche Gebäude völlig intakt aussehen - und dann sieht man in die dunklen Höhlen der Fenster. Deutlich wird das u.a. auf S. 95. Dort blickt man über eine zerstörte, teilweise beräumte Prager Straße hin zu Rathaus und Kreuzkirche, die unbeschädigt aussehen. Und Menschen laufen über die Straße - das Leben muss weitergehen. Im Bild auf S. 98 sieht die Prager Straße aus, als wäre man mit einer Planierraupe drüber gefahren - alles ist eben, Straßen sind deutlich erkennbar. Und irgendwo steht der Hauptbahnhof. Auf dieser scheinbar kleinen Fläche stand 10 Jahre vorher ein ganzer Straßenzug.

Interessant ist der Mann, der auf S. 97 zum Haupfbahnhof geht. Denn der Text ist nicht sachlich, sondern poetisch - die Autoren fragen, wohin der Mann geht, was ihm passierte. Ein starker Kontrast zum Rest des Buches. Ich finde den Ansatz gut, mir war es aber zu... poetisch.

Auferstehung aus dem Rasen - 1962 bis 1978


Auf 20 Seiten und in 16 Jahren wurde die Prager Straßen wieder errichtet und nur vom Wohnungsbauprogramm gestoppt. Sehr gut beleuchten die Autoren, welche Gedanken und Hindernisse eine Rolle spielten.

Auf S. 103 interpretieren sie ein Schild an einem Bagger beim Wiederaufbau und verweisen auf den deutsch-deutschen Konflikt. Auch dieser Ausflug in die Historie ist ungewohnt, aber spannend zu lesen.

Einprägsam finde ich das Bild auf S. 112. In der Aufnahme sehen die Ibis-Hotels aus wie heute - aber die Straße davor ist aufgerissen. Denn im Jahr 1969 war die Prager Straße noch nicht fertig.

Die Aufnahme auf S. 115 zeigt die heutige St.-Petersburger-Straße, die in den Wiener Platz mündet. Mir war nicht bewusst, dass es die Straße in groben Zügen schon 1968 gab.

Die sozialistische Magistrale 1978 bis 1989


Auf 30 Seiten werden die Autoren verstärkt kritisch - ein Weg, der sich im folgenden Kapitel fortsetzt, was ich sehr gut finde.

Sie beleuchten die Meinungen zu den Hotelgärten, die sich hinter bzw. zwischen den Hotels befanden (einer existiert noch). Während man nach der Wende kritisierte, dass der Bau Verschwendung von Bauland war, stand beim Bau die Lebensqualität der Bevölkerung im Vordergrund. Dazu sind/waren Freiflächen notwendig.


Außerdem erläutern sie den Konflikt der Dresdner Bevölkerung, die sich mit der neuen Architektur nicht nur auf der Prager Straße arrangieren musste. Die Sehnsucht nach der "Barockstadt" spielte eine Rolle, aber auch Stolz und Hoffnung.

Hotelgarten (2015)
Als dritten Punkt behandeln sie die Frage nach einem innerstädtischen Zentrum neben der Altstadt. Dieses Ziel sei erreicht worden, die Prager Straße habe aber ihren Rang nach 1989 verloren (S. 121), erklären die Autoren. Das erinnerte mich an eine Aussage, die ich vor Jahren in einer Zeitung las. Dresden habe kein wirkliches Zentrum, keine Einkaufsmeile, stand dort. Tatsächlich befinden sich auf dem neugestalteten Neumarkt Läden, in denen man Kleider für 500 oder 1000 EUR kaufen kann, aber ich finde ihn zu kleinteilig. Der Prager Straße dagegen fehlt es an Cafés und an Räumen, an denen man sich wohlfühlt.

 Im letzten Absatz erzählen die Autoren von der Zeit im Oktober 1989, als auf der Prager Straße Demonstrationen gegen das System stattfanden. Ein interessanter, aber auch bedrückender Bericht.


Die Bilder zeigen eine große Vielfalt an Leben auf der Prager Straße. Auf S. 123 schreitet ein lachender Erich Honecker (mit ernst guckendem Bodyguard?) über die Prager Straße, das Foto auf S. 126 zeigt eine Kindergartengruppe. Außerdem bekommt man einen Einblick in die Restaurants.

Bei allen Fotos sieht man, wie groß und weitläufig die Prager Straße wirkte. Ob man sich genauso gut fühlt, wenn man inmitten einer riesigen Freifläche steht, weiß ich nicht.

Neuer Glanz? - 1990 bis 2013


30 Seiten vor dem Ende des Buches ziehen die Autoren ein Fazit. Die Autoren sprechen von einer "linearen Dynamisierung" (S. 153), die durch die langgestreckten Gebäude erreicht und durch verschiedene Gestaltungselemente aufgehoben wurde. Da nach 2004 viele dieser Elemente wegfielen, wurde die Straße von einem Sozial- zu einem Verkehrsraum. Drastisch formulieren die Autoren "Die intuitive Entscheidung des Besuchers über den Ort seines Wohlbefindens soll gegen den öffentlichen Straßenraum zugunsten des Inneren von Kaufhäusern und Ladengeschäften ausfallen. Nur dort kann er als Konsument zu einer wirtschaftlich interessanten Größe werden." (S. 153)

Centrum-Galerie (2010)
Ich sehe das anders. Die Prager Straße hat an Tempo gewonnen - vor allem, weil die "Gestaltungselemente" nicht quer zur Laufrichtung stehen, sondern mitlaufen. Durch die tiefer gelegten Brunnen sowie Bäume und Pfeiler der Pergolas kann man nicht an den Seiten gerade durchgehen, sondern wird ständig abgebremst. Der graue Granit macht den Mittelteil sehr trist und eintönig. Die Brunnenfassungen wirken akkurat, laden aber nicht zum Verweilen ein. Schade finde ich auch, dass der Weg zwischen Wohnzeile und den beiden Würfeln lang und einsam ist - dieser Bereich geht komplett verloren. Auch wenn die Wohnzeile seit der Umgestaltung mit den blau-grünen Akzenten für einen Farbtupfer sorgt.

Die Gründe in der gesunkenen Bedeutung der Prager Straße sehen die Autoren im Neumarkt und dem verringerten Eisenbahntourismus. Ich denke, es ist vor allem die Altmarktgalerie, die wesenlich kompakter (und im Sommer kühler) Essen, Einkaufen und Kunst vereinigt.

Die Bilder sind vielfältig und zeigen den Zustand vor und nach dem Umbau. Außerdem gibt es einige Anmerkungen zur derzeitigen Nutzung.

Ich finde das Kapitel gut, weil die Autoren die Materie kritisch betrachten und teilweise meine Meinung widerspiegeln. Mir fehlen aber zwei wichtige Aspekte: Die Zeit und die Psychologie. Von 1990 bis 2013 sind viele Läden ein- und ausgezogen, manche existieren seit Jahren. Außerdem gab es Kunstaktionen u.ä. Anstatt diese Zeit lebendig zu machen, reflektieren die Autoren. Und das zu kurz. Ich hätte gerne mehr gelesen, über die Wirkung, die Ursachen....


Außerdem ist es ungünstig, den Schluss des Buches vor den eigentlichen Schluss zu setzen. Denn die Bilder wirken wie ein Nachspann.

Sonstiges


Auf jeweils 2 Seiten gibt es eine "Kleine Chronik der Prager Straße" und ein Literaturverzeichnis.

Die Chronik ist sehr ausführlich und zum Nachschlagen gut, aber etwas unübersichtlich. Es wäre besser gewesen, wenn man sie mithilfe der Formatierung in Häppchen geteilt hätte.

Schreibstil/Wissensvermittlung


Wohnzeile (2015)
Die Autoren beschreiben jedes Bild ausführlich und das finde ich toll. Man entdeckt vieles und bekommt einige Anektdoten. Man fühlt sich mitgenommen auf eine Reise.

Der Stil ist aber sehr unterschiedlich: Mal werden die Autoren sehr ausführlich und verwenden architektonische Fachbegriffe, die dem Laien fremd sind. Mal werden sie sehr feinfühlig. Meistens sind sie sachlich mit einem Hauch Emotion.

Mir fehlen die Zwischentöne und das große Ganze. Ich hätte gern mehr über die jeweilige architektonische Situation in Dresden gelesen, um ein Gefühl für die Stadt zur damaligen Zeit zu bekommen. Außerdem fehlte mir ein Eindruck vom Leben in der Stadt und auf der Prager Straße.

Gestaltung


Die Bilder stehen im Vordergrund und nehmen 2/3 der jeweiligen Seite ein. Sie sind groß und gut erkennbar. Der dreispaltige Text darunter gleich die Breite optisch aus und lässt sich gut lesen.

Bei den Einleitungstexten greift man auf 2 Spalten zurück, sodass der Text nicht massig wirkt. Gefällt mir.

Leider gibt es keine Fußnoten bzw. Quellenangaben im Text. Dadurch kann ich interessate Aussagen nicht einfach nachrecherchieren, sondern muss in der lange Liste des Literaturverzeichnisses nachgucken. Es handelt sich um ein Fachbuch, keine wissenschaftliche Arbeit, daher sind Fußnoten nicht zwingend. Aber ich finde das leserfreundlicher.

Fazit


Betrachtet man das Buch als reinen Bildband, ist es toll. Die Fotos sind gut gewählt und zeichnen nach, wie sich die Prager Straße verändert hat. Sie sind vielfältig und zeigen Perspektiven, die man oft nicht sieht. Ich habe vieles gelernt und war stellenweise sehr beeindruckt.

In den Texten fehlte mir inhaltlich die Fülle. Besonders in den Abschnitten nach dem Krieg fassen die Autoren gut zusammen, wie sich dei Stadt verändert hat. Aber das Flair für die Straße fehlt, das Spielerische, Positive. Die Prager Straße aus meiner Erinnerung trifft nicht auf Fakten, weil der Zeitraum ausgeklammert und mit Architekturkritik gefüllt wird.

Trotzdem ist das Buch sein Geld wert und ich bin froh, es im Regal stehen zu haben. Ich glaube, für Dresden-Freunde, die sich für einen Teil der Stadt interessieren, ohne mit Fakten überladen zu werden, ist das Buch ziemlich gut.

Weitere Quellen


"Prager Straße" bei Wiki Commons - viele, viele Bilder
Das Neue Dresden - Wiederaufbau der Prager Straße 1963 - 1970
Matthias Lerm - Abschied vom alten Dresden - ein Klassiker zum Wiederaufbau Dresdens nach 1945

Kommentare:

  1. Das besprochene Buch scheint sehr interessant das Dresden zu beschreiben, besonders den alten Teil, den man sicher nicht mehr nachvollziehen kann. Finde man sieht das am Beispiel von Frankfurt am Main.

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    1. Ich war leider zu kurz in Frankfurt, aber... ich finde die Wolkenkratzer sehr cool!

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  2. Hallo Evy, ich war dieses Jahr mehrere Wochen in der Nähe von Dresden "abgetaucht" und Dresden hat mich immer wieder angezogen-auch habe ich Freunde da. Dresden ist wunderschön und das Stadtzentrum hat mir platte Beene beschert. Danke für diesen ausführlichen Bericht... LG Kaddi

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    1. Mir ist das Zentrum ein bisschen zu bunt, was die Architektur betrifft, aber... in DD findet man viel Inhalt in wenig Platz :-)

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  3. klingt interessant, die Entwicklung von Vierteln oder in dem Fall Straßen ist doch immer wieder faszinierend
    und danke für deine Kommentare :) wenn ich mal nach Dresden komme schaue ich mir den Schlosspark bestimmt an
    lg

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    1. Danke für den Kommy! Bei der Prager Straße frage ich mich, ob das so gut war :P Aber... es hat mir gezeigt, wieviele Hände bei so einem großen Ort im Spiel sind. Klar, dass es dann nich einheitlich wird :P

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