Sonntag, 22. November 2015

Die "Schriftgut" 2015

Entspannungsecke
Hallo!

"Ich weiß nicht, ob ich das gut finde..." war mein meist-gedachter Satz, als ich auf der Dresdner Buchmesse war. Ich weiß nicht, ob ich es gut finde, 20 min in einer Schlange voller quengelnder Kinder und genervter Eltern zu stehen. Ich weiß nicht, ob ich es gut finde, dass man die Messe von der kuschligen Börse in eine einzige, große Halle verlegt hat. Und ich weiß nicht, ob die Messe jemals so gut wird, wie ich sie mir wünsche.

Einen Kaffee später wusste ich immerhin: Gut und günstig - das fängt gut an!



Allgemeines


Die Schriftgut fand dieses Jahr zum vierten Mal in der Messe Dresden statt. Diese ist vom Hauptbahnhof binnen 10 min mit der Bahn erreichbar. Leider im 15 - 20-min-Takt. Da beißt die Maus keinen Faden ab und die DVB macht keine Ausnahme.

Sie wurde dieses Jahr gemeinsam mit der Spielraum veranstaltet, daher war ein Eintritt von max. 10 EUR/Person für beide Messen angemessen.

Das Konzept


War die "Schriftgut" in den Vorjahren auf eine kleine Halle 1 (überwiegend Verlage und Lesungen) und die Börse (überwiegend Kunsthandwerk) verteilt, entschloss man sich, dieses Jahr alles in der großen Halle 3 unterzubringen. Das war gut. Denn so schön die alten Gebäude sind - es ist extrem eng. Deswegen freute ich mich, dieses Jahr entspannt durch die Halle schlendern. Zwangs-Gruppenkuscheln wie auf der Leipziger Buchmesse fiel aus und auch orientieren konnte man sich gut. Das liegt teilweise auch darin, dass die Aussteller keine Kabinen, sondern nur einen Tisch haben. Flohmarkt-Flair :-)

Zur Atmosphäre beigetragen hat auch die Kooperation mit der Hochschule der Bildenden Künste. Studenten bauten für die Messe u.a. Bühnen und sorgten für eine warme Stimmung. Sehr toll fand ich das Amphitheater, das eine kleine, kleine Version eines großen Amphitheaters war. Ausgestattet mit ca. 50 Stühlen und einem intensiven Holzduft fanden dort Lesungen statt.

Allerdings fehlte mir manchmal die Ruhe - eine Lesung zu hören war nicht einfach.

Amphietheater
Die Kooperation mit der Spielmesse.. ich weiß nicht, ob ich das gut finde :-) Ernsthaft: Für Eltern, die mit ihren Kindern Spaß haben wollen, ist es eine gute Variante, sich nebenbei Bücher anzugucken. Und auch ich war von der Lego-Stadt angetan. Aber der Kunstmaterialien-Markt, der aufgebaut wurde, versalzte mir die Suppe - es ging um Konsum und Glitzerfarbe für 2,50 EUR.

Eine tolle Zusammenfassung über das Konzept und die Idee gibt Willi Hetze dem Dresdner Stadtmagazin.

Was habe ich gemacht?


Mit Autoren geredet. Bücher angeguckt. Kunst gemacht :-)

Mein Linolschnitt für euch :-)
Es war für mich dieses Jahr einfacher, ich kannte die Autoren und konnte entspannt plaudern. Außerdem dachte ich, dass eine Messe eine gute Gelegenheit ist, aus dem Alltag auszubrechen und Dinge zu tun, die ich sonst nicht mache - einen Linolschnitt *mag ich*





Push the button :P
Außerdem habe ich mich bei Wikipedia über deren Verwendung informiert und eine Lesung gesehen. Andreas M. Sturm las aus "Die leisen Schwingen des Todes" und Patrizia Holland Moritz aus "Auf den letzten Drücker" Beide Geschichten erschienen in der Anthologie Sachsenmorde. Während ersterer die beiden Zeitebenen mit "Ich stelle mich links oder rechts hin" meisterte, bestach Holland Moritz mit viel Humor. Ich fühlte mich an Thiel und Boerne erinnert, als ich von den beiden Kommissaren hörte. Auch das (spärlich vorhandene...) Publikum lachte :-)





Eiselfen
Begegnet bin ich außerdem Neu-Stand-Betreiberin Binea von Literatwo, die ihre Aufgabe mit einem großen Lächeln im Gesicht bewältigte. Ich freue mich auf ihren Messebericht!

Außerdem habe ich tatsächlich ein Buch bekommen - den ersten Eiselfen-Band von Josefine Gottwald. Kann man sich an diesem Cover JEMALS satt sehen?








Verlage und Institutionen, denen ich begegnet bin

 

Knabes Jugendbücherei

Knabes Jugendbücherei fiel mir auf, weil sie alte Kinderbücher neue auflegt, teils mit alter Schrift :-) Das Verlagsprogramm ist vielfältig, aber... die Schrift ist toll!

Verlag Torsten Low machte mir "Geschichten unter dem Weltenbaum" schmackhaft - aber ich bin kein Fantasy-Fan :-(


Beim Alwis Verlag habe ich mir u.a. Dresden zum Gruseln angesehen, einen Stadtführer mit Anekdoten und einem tollen Cover!

Der Verein Deutsche Sprache kümmert sich nicht nur darum, dass Anglizismen weniger verwendet werden, sondern u.a. um den Erhalt der deutschen Schreibschrift. Ich denke, man sollte der Sprache ihre Entwicklungsmöglichkeit lassen. Und ob der "Snackpoint" so heißt oder "Essecke" ist mir egal. Mich ärgert eher, dass mich die Verkaufer bei Starbucks mit Fragenzeichen angucken, wenn ich einen "kleinen", keinen "tall(en)" Milchkaffee bestelle. Und dass mir der talle Kaffee zu groß ist :-)

Sylvia Graupner zeigte schöne Illustrationen.

Der HochlandVerlag Pappritz hatte ein Buch mit Anekdoten und Zeichnungen über Dresden von vor 100 Jahren mitgebracht. Ich fand das sehr toll, weil ich meistens Fotografien und Gemälde aus der Zeit sehe. Das so aufgearbeitet zu sehen, war schön!

Papierboot
 Den Verein der Literaturner findet man jedes Jahr auf der Messe. Diesmal war der Stand auffälliger, weil besser platziert. Getroffen habe ich Andrea Wechsler, die ich von ihrem Erzählband Skurilustrationen kenne und Willi Hetze. Hetze, der als Programmkoordinator (und Finalist der Dresdner Miniaturen....) tatsächlich ständig hetzte, verfasste den Erzählband Das Unbegreifliche der Katzenwege. Ich habe reingelesen und fand den leicht trockenen Stil sehr reizvoll - muss ich lesen :-)


Schöne Postkarte!
Frank Goldammer hatte seinen Stand aufgebaut und signierte Bücher :-) Neben den Stadtgesprächen hatte er auch neue Bücher im Gepäck - zwei Bände mit satirischen Erzählungen.






Flyer/Luftballon - Stillbild
Opernmouth hatten ein Maus-Kostüm mitgebracht und stellten ihre Kinderbücher vor. Diese erklären Opern kindgerecht - eine gute Idee, auch für Erwachsene! Einen ersten Eindruck vermittelt der Trailer.

Tatsächlich in der Bücherecke fand ich den Stand von MitteDeutschland. Das Brettspiel wurde von der HTWK Leipzig entwickelt und soll dem Spieler Wissen über Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thürigen vermitteln. Die Regeln erinnerten mich an ein Strategiespiel, aber ich mag das Design sehr :-)

Die Kreativwerkstatt Papier aus Meißen zeigte, was man aus Papier machen kann. Die Flyer waren auf schönem Papier gedruckt!

Beim Abacus Verlag hätte ich beinahe ein Buch gekauft - aber mir fehlte das Kleingeld :-) Auf meiner Leseliste landet trotzdem Papiergeflüster. Das Buch, zu dem es auch einen tollen Blog gibt, zeigt Anekdoten einer Buchhändlerin.

Bei meinem Ausflug auf die Spielmesse entdeckte ich außerdem Wunderholz, welche das Konstruktionspiel TensegriToy anfertigen.

Ein paar Worte zur Spielemesse


LEGO!!!
Als ich in die Haupthalle mit Computerspielen und Kunstmaterialien-Markt kam, war ich wenig begeistert. Die Kinder freuten sich, aber mir war das zu technisch. In den folgenden Hallen gab es aber neben vielen Legosteinen auch eine Brettspiel-Ecke. Sie hatte nicht soviel Flair wie der Bereich auf der Leipziger Buchmesse, aber... ich fand es niedlich, große und kleine Menschen begeistert zocken zu sehen :-)

Fazit


Die Schriftgut hat dieses Jahr mehr Spaß gemacht, was vor allem an der Halle liegt - man fühlt sich sehr wohl und entspannt! Ich wünsche mir trotzdem mehr Lesungen und ein paar Workshops, besonders was das Buch-Veröffentlichen angeht.

Doch Farbe gekauft....

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über deinen Kommentar! Für Fragen oder Kommentare zu meinem Kommentar auf deiner Seite kannst du mir eine Nachricht schicken - oben rechts steht die Adresse :-)