Freitag, 25. März 2016

Blogger united - Teil 2 - Was wünschen sich Leser in einer Rezension?

Grün-LilaHallo!

Ich hoffe, ihr hattet ein leckeres Mittagessen und könnt euch nun in den zweiten Teil meines Beitrages stürzen :-)

Ich habe die Frage nur deswegen beantwortet, weil ich mal eine Umfrage erstellen und auswerten wollte (Wahlhelfen zählt nicht :-) ) Ernsthaft: Die Umfrage und ihre Auswertung haben mir viel Kopfzerbrechen bereitet, was aber nicht an den Antworten lag, sondern an der Technik :-)

Was habe ich gefragt?


Meine Haupt-Frage lautete Welche Dinge sind euch in einem Rezensions-Beitrag wichtig? Zur Auswahl standen vor allem inhaltliche Bestandteile z.B. der Klappentext, Zitate und die "harten Fakten", aber auch Dinge, die das Erscheinungsbild betrafen z.B. die Gliederung.

Außerdem stellte ich die gegenteilige Frage Wie sollte eine Rezension NICHT gestaltet sein?, um den Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, offen zu antworten.

Zuletzt wollte ich wissen, ob es einen Unterschied zwischen Rezenionsschreibern und Nicht-Rezensionsschreibern gibt.

Wieviele haben teilgenommen?


Binnen zwei Wochen haben 56 Menschen die Umfrage ausgefüllt, davon waren 53 Rezensions-Schreiber.

Das liegt vermutlich daran, dass ich die Umfrage nur in Bloggergruppen geteilt habe. Es wäre möglich, dass sich Leute, die nicht selbst schreiben, sich weniger mit dem Prozess von Rezensionen beschäftigen, aber dazu sind 3 Leute zu vage :-)

Welche Bestandteile sind wichtig?

Das Cover



Stimmen nach Kategorie
Stimmen nach Kategorie
Fast 90 % der Teilnehmer finden ein Cover wichtig. Das ist nachvollziehbar, da man am Cover leicht erkennen kann, welches Buch rezensiert wird. Wenn der Autor auf das Cover eingeht, sollte er seine Meinung begründen und das Titelbild nicht pauschal als "Finde ich hübsch" betiteln. Ich denke, dass das sehr schwierig ist, wenn man nicht so sehr auf Bildkomposition etc. achtet. Eine Möglichkeit wäre, zu beschreiben, was das Cover auslöst oder mit dem Originalcover zu vergleichen. Oder man erwähnt das Cover nur, wenn einem etwas dazu einfällt.

 

Die Sternebewertung


Ca. 80 % der Teilnehmer möchten eine numerische Bewertung in Form von Sternen etc. haben. Mich überrascht das, weil mir als Autorin Sterne wenig bedeuten. Allerdings ist mir aufgefallen, dass ich auf Amazon eher nach Sternen gucke, um die Rezensenten einschätzen zu können. Eine 3-Sterne-Rezi wirkt (auf den ersten Blick!) vertrauenswürdiger als höhere oder niedere Punktzahlen.

Die "Harten Fakten" 


Mit ca. 70 % liegen die Daten zum Verlag, Seitenzahl, Format und Preis auf dem zweiten Rang. Ich denke, es kommt darauf an, für wen man schreibt bzw. wer die Rezension liest. Menschen, die das Buch kennen und anderen Meinungen dazu kennenlernen wollen, benötigen diese Infos weniger als jemand, der einen Buchtipp sucht.

Ich empfinde eine Buchkritik ohne "harte Fakten" als nackt.

Die Themen zum Buch


Hier unterscheiden sich erstmals Rezensionschreiber und Nicht-Rezensioinsschreiber voneinander - während 64 % der Rezensionsschreiber etwas darüber erfahren wollen, ist das den Nicht-Rezensionsschreibern mit 33 % weniger wichtig. Auch hier vermute ich: Wer aufmerksam liest, in seinem Leben schon hunderte Bücher gelesen hat, möchte herausfinden, was Buch anders als die anderen macht. Oder ob es enthält, was er gerade sucht. Den Nicht-Rezensenten reicht vielleicht nur der Klappentext?

Der Klappentext


Mit 60 % ist der Klappentext auf dem sechsten Platz. Ein Teilnehmer merkte an, dass bei selbst-verfassten Inhaltsangaben die Gefahr von Spoilern höher ist. Das ist nachvollziehbar.

Die Inhaltsangabe


52 % der Teilnehmer möchten eine Inhaltsangabe lesen. Die Inhaltsangabe sollte aber, im Verhältnis zur eigenen Meinung, kurz sein. In den Kommentaren wurde oft erklärt, dass manche Blogger nur eine Inhaltsangabe schreiben und zwei Sätze darüber, wie ihnen das Buch gefallen hat.

Ich denke, so etwas wirkt lieblos und zeigt, dass einem das Buch nichts bedeutet hat? Es kann aber auch sein, dass manchen Bloggern die Übung und der Mut fehlt, die eigene Meinung zu äußern.

Eine Charakterisierung


Vergleich Nicht-Schreiber
Vergleich (Nicht-)Schreiber


Ebenfalls 52 % wollten Ausführungen zu den Figuren lesen. Ich habe das oft in Rezensionen gefunden und finde das hübsch. Es zeigt, dass sich der Autor wirklich mit dem Buch beschäftigt hat.

 

Die Gliederung


Fast 40 % votierten für eine Gliederung. Dieser Punkt wurde in den Kommentaren oft angesprochen. Wichtig ist, dass zumindest Absätze/Leerzeilen verwendet werden. Zwischenüberschriften können sein, müssen aber nicht.

Die Zitate


Ich habe sie auf einigen Blogs gelesen, gewünscht werden sie von 26 % der Rezensioinsschreiber und 67 % der Nicht-Rezenionsschreiber. Ich denke, Zitate geben einen guten Einblick ins Buch oder verdeutlichen Figuren oder Themen.  Ein gutes Zitat hat Power! Allerdings sollten es nicht zuviele Zitate werden, merkte ein Teilnehmer an.

Eigene Erfahrungen


Der deutlichste Unterschied - während ca. 20 % der Rezensions-Autoren persönliche Erfahrungen lesen, ist das den Nicht-Rezenesions egal. Auch hier vermute ich, dass manche Tipps suchen und manche andere Meinungen zum Buch.

Links zu weiteren Infos und Rezensionen


Mit 9 bzw. 7 % liegen Verlinkungen weit hinten. Ich fand das überraschend, weil ich Hinweise zu Autoren usw. oft lese. Aber: Meistens gibt es in einem extra Beitrag Infos zum Autor oder man bekommt über eine Blogtour spannende Fakten. Sie sind wichtig, aber sie werden anders präsentiert.

Wie sollte man eine Rezension (nicht) schreiben?

Eigene Meinung


Pro-Contra
Übersicht in Wort-Form
Das Wichtigste an einer Rezension: Die eigene Meinung. Sie sollte länger als zwei Sätze sein und aufschlüsseln, was einem am Buch gefallen und nicht gefallen hat.

Unter den Teilnehmern fielen Worte wie "lieblos" (sollte es nicht sein), "Ehrlichkeit" und "Herz"

Sehr schön fand ich folgende Formulierung: "Ich möchte, [...] dass meine Freundin mir gerade ein Buch empfiehlt und nicht mein Uniprofessor."

Gliederung und Formatierung


Neben den Absätzen ist die Schriftfarbe wichtig - dunkle Schrift auf hellem Grund ist besser lesbar als umgekehrt. Auch die Schriftart ist wichtig - ein Teilnehmer machten seinem Unmut über "Comic Sans" Luft :-) Ich mag zentrierte (mittige) Texte weniger, weil sie unruhig wirken, wenn Wörter länger sind usw. Aber sie wirken niedlich und verspielt. Auch bei Kursivschriften oder Schriften mit Schnörkeln sollte man aufpassen. Ich finde sie für Überschriften toll. "Arial" kann manchmal zu "klar" wirken... schwierig.

Alles ist gut, solange Absätze drin sind xD

Spoiler


Viele merkten an, dass Spoiler nicht gut sind. Kann ich verstehen :-) Daher sind Spoilerwarnungen wichtig. Man kann auch die Schriftfarbe dem Hintergrund anpassen, sodass der Text erst beim Markieren sichtbar wird.

Ich denke aber, Spoiler lassen sich nicht vermeiden. Und wenn es nicht gerade der Mörder in einem Wer-war-es?-Krimi ist, sieht jeder Spoiler ein bisschen anders....

Rechtsschreibung/Grammatik


Ein Text sollte wenige Rechtschreibfehler enthalten und grammatikalisch korrekte Sätze. Wichtig ist vor allem, dass er lesbar ist - einen Tippfehler kann man überlesen, aber wenn Sätze im Nirgendwo enden und Kommata fehlen, kommt der Lesefluss ins Stocken und man verliert den Spaß. Auch Wortwiederholungen können nerven.

Ich denke, man muss sich nicht schämen, weil man keine perfekte Rechtschreibung hat. Aber vielleicht findet man einen Tandem-Partner oder einen Beta-Leser :-) Ansonsten: Auf der Duden-Seite gibt es ein Tool, das manchen Fehler aufdeckt.

Fazit

Es war sehr überraschend, wie die Leser Rezensionen empfinden. Harte Fakten sind wichtig, die eigene Meinung mehr. Ich glaube, es kommt nicht auf die Details an, sondern auf das DASS. Ob eine Rezension ausführlich oder kurz sein sollte, darüber kann man streiten. Aber man sollte begründen, warum man das Buch gut fand.

Bloggen ist subjektiv, persönlich und intim. Das ist unsere Stärke und die können wir betonen :-)

Liste der Blogs der Blogparade


21. März 2016 – Nicole von http://www.lilstar.de
– Eröffnungsbeitrag mit allen Daten

22. März 2016 – Sarah von http://buechermops.wordpress.com/
– Vorurteile gegenüber Buchbloggern

23. März 2016 – Moni von http://amezaliwa.blogspot.com
– Was bringt das Lesen, außer Freude?

24. März 2016 – Bianca von http://literatouristin.org/
– Gekaufte Rezensionen

25. März 2016 – Evy von http://evyswunderkiste.blogspot.de/
– Wie gehen Blogger beim Rezensieren vor?

26. März 2016 – Giulia von http://Dasbuchmonster.blogspot.de
– Buchcommunities

27. März 2016 – Tania von http://booklifeoftania.blogspot.com
– Trends in der Buchwelt

28. März 2016 – Mella von http://lus-buchgefluester.blogspot.de/
– Wie hat sich das Leseverhalten im Laufe der Jahre geändert?

29. März 2016 – Desiree von http://romanticbookfan.blogspot.de
– Thema: Buch vs. Verfilmung

30. März 2016 – Sarah von http://booksonpetrovafire.blogspot.de
– Missgunst unter den Bloggern? Gibt es sie? Wie äußert sich das?

31. März 2016 – Denise von http://www.nowitstimetobehappy.blogspot.de
– Wie wichtig sind Buchcover?

01. April 2016 – Tina von http://Meinbuchmeinewelt.blogspot.com
– Spaß am Bloggen: Die außergewöhnlichsten Beiträge der letzten Zeit

02. April 2016 – Nicole von http://www.lilstar.de – Blogtouren – Wie kommt man dazu? Wozu sind sie da?







Kommentare:

  1. Huhu Evy!

    Eine interessante Auswertung. Schade, dass nicht noch mehr Nicht-Schreiber teilgenommen haben.

    Also, bei den meisten Dingen kann ich mich tatsächlich anschließen. Insgesamt will ich tatsächlich etwas über den Inhalt erfahren und wie der Rezensent das gelesene wahr genommen hat, wenn ich mich auf die Suche nach einer Rezension mache. Das ist mir am wichtigsten. Ich finde zwar auch, dass die 'harten Fakten', wie du sie nennst, dazu gehören, aber mir selbst sind sie gar nicht so wichtig, weil ich sie meistens eh schon kenne, wenn ich mich auf die Suche nach einer Rezi mache. Manchmal finde ich auch Spoiler nicht schlecht, aber die müssen dann UNBEDINGT gekennzeichnet werden. Wenn ich auf einem Blog eine Rezi lese, die Spoiler enthält und das unangekündigt, dann war es tatsächlich das letzte Mal, dass ich diesen Blog besucht habe, denn darüber ärgere ich mich dann.

    GlG
    Nicole

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  2. Danke für deine Meinung :-) Das mit dem Inhalt finde ich interessant, weil es auch Leser gibt, die es lieber kürzer mögen und keine Inhaltsangabe brauchen.

    Die Harten Fakten... als Leser nehme ich sie selten wahr, aber meistens bleibe ich beim Preis hängen. Besonders bei E-Books, wo die Preise sehr unterschiedlich sind, finde ich wichtig, ob ich mir einen Fehlkauf für 99 ct erlauben darf oder nochmal nachdenken sollte, weil 5 EUR ziemlich viel sind.

    Spoiler... ich sehe das entspannt. Auch wenn ich mich jetzt in die Nesseln setze: Ich verrate im Eifer des Gefechts manchmal zuviel. Ich achte verstärkt darauf, aber manchmal wll man sooooooo viel über das Buch erzählen. Dahinter steckt keine böse Absicht, sondern eine andere Zielgruppe - der Leser, der das Buch schon kennt. Für Leute, die das Buch kaufen wollen, ist es eher blöde. Was mich traurig macht: Wenn Autoren angegriffen werden, weil sie gespoilert haben. Wenn nichtmehr wichtig ist, wie gut die Rezi geschrieben ist bzw. wieviel Arbeit dahinter steckt.

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  3. Hi Evy,

    eine interessante Umfrage und interessant wie sich die Sichtweisen doch teilweise unterscheiden! Ja, Spoiler sind für mich auch ein NoGo, ebenso eine lieblos formulierte Rezension!

    Liebe Grüße
    Desiree

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    1. Wie gesagt: Das mit den Spoilern stehe ich gemütlich :-) Glücklicherweise sind mir bis jetzt wenige lieblose Rezis untergekommen... sie verstecken sich vor mir xD

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  4. Vielen Dank für die Arbeit an der Umfrage. :)
    Ich hätte nicht gedacht, dass eigene Meinung un Verlinkungen so unwichtig erscheinen. Gerade Links zu interessanten ergänzenden Inhalten finde ich total nützlich!

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    1. Danke für den Kommentar :-) Die eigene Meinung IST wichtig - die Frage ist nur, wie sie verpackt wird. Meistens wird sie über die Sterne-Bewertung und in den Charakteren, der Inhaltsangabe etc. deutlich. Ich hatte in der Umfrage die eigenen Erfahrungen abgefragt. Und ich kann mir vorstellen, dass manche Leute es gut finden, wenn man schreibt "Dabei musste ich weinen", während es für andere bedeutungslos ist. Ähnliches gilt für Verlinkungen.

      Ich vermute, ein Teil der Leser nimmt sie nur am Rande wahr, für einen anderen Teil sind sie ein nettes Extra, aber nicht essentiell, und für den dritten Teil zählt tatsächlich nur das Buch.

      Wie sollten Verlinkungen präsentiert werden? Hast du Präferenzen? Hast du eine Kritik gefunden, die du besonders gut findest?

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