Mittwoch, 15. Juni 2016

"111 Gründe, seine Kollegen zu hassen" von Philipp Fischer

Bluse blauHallo!

Manchmal sieht man im Fernsehen ein sehr leckeres Eis. Wie gemalt durchziehen weiche Linien den Berg aus weißer, zart-schmelzender, kalorienreich-kühler Masse, lüstern tropft die Soße auf die Waffel und der einzige Gedanke, den ihr habt, ist "Lieber ersticke ich an dir, als dich nicht probiert zu haben!" Dann folgt ein Gang in die Realität. Und Ernüchterung. Die weich-weiße Masse ist ein Haufen fluffiger Milch, die die Vanilleschote nur aus dem Internet kennt. Die Soße ist halb-hart und schmeckt nach nichts. So ging es mir mit diesem Buch. Ich liebe das Cover und konnte nicht widerstehen, als ich es auf der Buchmesse sah. Aber inhaltlich ist es mau.


Allgemeines


Das Buch hat 280 Seiten und kostet 10 EUR. Es ist nur als Papier-Version erhältlich.

Geschrieben wurde es von "Philipp Fischer", was ein Pseudonym darstellt.

Cover und Gestaltung


Das Titelbild zeigt Engelchen und Teufelchen im Büro-Look und mit riesigen Köpfen. Der Stil und die Farbgestaltung gefallen mir sehr gut! Passend dazu nutzt man für den Titel Großbuchstaben und eine langgezogene Schrift, die wirkt, als hätte man Times New Roman mit einem Fineliner nachgezogen. Es fällt auf!

Nach durchschnittlich 4 Seiten und am Anfang des Kapiteles gibt es eine Illustration von Jana Moskito. Der Stil ist ziemlich rund und wirkt locker, was im Gegensatz zum Titelbild steht. Außerdem greifen die Bilder Sätze aus dem Buch auf, wiederholen sie. Das fand ich langweilig.

Inhalt


Das Buch zeigt in 1- bis 2-seitigen Abschnitten, welche Macken Kollegen haben können und wie man damit umgeht.

Kritik


Das Buch ist unterteilt in 9 Kapitel, ist aber ziemlich ungeordnet. Die Anekdoten ähneln sich leider inhaltlich. Obwohl ich mich oder meine Kollegen in einigen Momenten wiedererkannt habe, war mir vieles sehr fern. Vielleicht bin ich zu nett. Ich sehe meine Kollegen als Menschen, die Arbeit, aber auch Probleme haben. Und die meiste Zeit des Tages arbeiten wir, die Zeit für Lästereien ist knapp.

An einigen Stellen gab das Buch nette Einblicke und Strategien, um mit fiesen Menschen umzugehen, aber es bleibt nichts im Kopf.

Die Kürze ist der Vorteil und Nachteil des Buches. Einerseits kann man in Bus und Bahn schnell reinlesen, andererseits fehlt der rote Faden. Manchmal tauchen Figuren auf, aber sehr spärlich. Erinnerte mich an Papiergeflüster.

Fazit


Ich glaube, für lustige Pausengespräche oder Vorlesen ist das Buch gut geeignet. Wer nicht gern über andere lacht, muss das Buch nicht lesen.

Übrigens gibt es einen Nachfolger :-)

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