Samstag, 25. Juni 2016

Montagsfrage: Magst/Liest du Gedichte?

GinkoHallo!

Am liebsten hätte ich für diese Antwort wahllos Gedichte gegooglet, um herauszufinden, ob ich wirklich, wirklich, wirklich keine Gedichte mag. Aber die MeetTheBlogger-Challenge hat mir gezeigt: Einfach schreiben :-)






Die Montagsfrage


Die Montagsfrage wird derzeit von Buchfresserchen geführt und lautet diesmal:

Magst oder liest du Gedichte/Gedichtbände?

Meine Antwort

 

Als Leserin


Ich finde schwer Zugang dazu. Ich liebe Reime. Und Rhyhtmus. Ich liebe es, wenn der Text fließt und mancher PoetrySlam-Text treibt mir die Tränen in die Augen, weil die Kombination aus Reimen und Inhalt so toll ist.

Aber Gedichte sind etwas "Verdichtetes" Sie kommen (meistens) von Herzen und das ist mir zu nah. Dazu kommt, dass die Botschaft durch Absätze und Reime tiefer in mein Bewusstsein kommt. Ich sehe einen Menschen, der seine Gefühle ausdrückt - aber was ist, wenn ich das nicht zu schätzen weiß? Wenn ich "falsch" interpretiere?

Manche Leser lieben das - dass sie mit dem Lyrischen Ich mitleiden können. Aber für mich ist das nichts. Besonders bei Gedichten, die aus wenigen Worten bestehen, sitze ich vor einem weißen Blatt und weiß nicht, wie ich aus wenigen Worten viele Gedanken entstehen lassen soll.

Vielleicht liegt es auch daran, dass man keine Einleitung hat. Romane fangen meist gemütlich an, man gewöhnt sich an Figuren und lässt sich dann in die Geschichte fallen. Vorausgesetzt, die "Einleitung" nimmt nicht den halben Roman ein :-) Bei einem Gedicht geht das nicht. Man bekommt kleine Portionen auf großen Tellern und soll genießen.

Andererseits haben Gedichte den Vorteil, dass der Inhalt besser aufgenommen werden kann. Gedichte aus Kästners Lyrischer Hausapotheke können, trotz ihres "einfachen" Inhaltes, erheiternd sein, und bei Tucholskys Gedichten kann man sich entscheiden, ob man nur schmunzelt oder soviel Fachwissen hat, dass man sie versteht. Selbst verbrauchte Themen werden gut, wenn man sie in der richtigen Form präsentiert.


Und als Autorin?


Die Ironie ist: Ich schreibe selbst Gedichte. Ich finde es schön, meine Gedanken, die wie Purzelbäume auf mich einprasseln, genauso auf's Papier zu bringen. Ohne sie in Figuren zu kleiden oder mir Handlungen auszudenken, mit denen ich sie einzigartig verpacken kann. Ich finde es schön, dass ich intuitiv in Reimen schreibe und dass die Suche nach dem Reim wichtiger ist als die Suche nach dem richtigen Gedanken. Manchmal ist das frustrierend, weil sich der Text nicht in die richtigen Bahnen bringen lässt. Oft ist es aber befreiend, weil die Gedanken automatisch weiterfließen, wie ein Dominostein. Ich finde es schön, dass ich in Gedichte Absätze einfügen kann, um Atem- und Gedankenpausen oder Betonungen einzufügen. Ich finde es geil, dass ich dem zukünftigen Leser Pausen aufzwingen, ihn lenken kann - Punkte kann man übersehen.

Aber manchmal ist mir nicht nach Nähe, manchmal ist mir nach Distanz. Und dafür ist Prosa besser.

Fazit


"Alle Scham ist antrainiert" - obwohl ich selbst gern schreibe, zerre ich immer noch am  Deutschunterricht in der Schule - es gibt wichtige und unwichtige Literatur und Gedichte sind das Höchste. Ich bin mir nie sicher, ob ich den Text in all seiner Gänze entschlüsseln kann. Das enttäuscht mich. Obwohl ich als Hobby-Autorin manche Interpretation meiner Texte als Bereicherung empfinde. Aber... das zu verinnerlichen, das braucht Zeit.

Übrigens: Eine Übersicht meiner beantworteten Montagsfragen gibt es hier.

Kommentare:

  1. Hallo Evy,
    eine schöne Antwort. :)
    Ich habe mich mit dem Thema Gedichte auch noch nie so ausführlich befasst. Aber abgeneigt bin ich auch nicht. Denn ich glaube, da gibt es viel Interessantes zu entdecken.

    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. So sehe ich das auch - man sollte immer offen bleiben!

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  2. Huhu,

    wie gesagt. Richtige Bände würde ich nicht lesen. Hat mich noch nie so wirklich interessiert.

    LG Corly

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    1. Das ist schade. Aber man kann nicht alles haben. Solange über uns darüber austauschen und inspirieren, ist alles gut!

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  3. Hi, Du bist ja in dieser Woche ziemlich spät eingestiegen.
    Diese Kombination aus Gedichte schreiben aber selten welche lesen habe ich so auch noch nicht gehört. Ist ja spannend bei Dir.

    Die Geschichte von der Selfie Cindy im verlinkten Video hat mich zum Lachen gebracht. :D

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    1. Freut mich, dass dir der Text gefällt. Ich fand ihn auch klasse und mag die Vortragende :-)

      Ich beantworte die Montagsfrage meist sehr spät, weil ich genau über das Problem nachdenke. Und es war mir ein bisschen peinlich zu sagen: Lesen - eher nicht. Schreiben - eher schon. Aber ich habe in den anderen ANtworten gelesen, dass das oft so ist :-)

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  4. Hi Evy,


    An Poetry Slams hatte ich bisher gar nicht gedacht. Ich kenne sie nur vom Hören, aber ich könnte mir vorstellen, dass sie wirklich interessant sind und ziemlich gefühlvoll. Vielleicht sollte ich mal einen besuchen und es heraus finden. :D

    Liebe Grüße
    Jamie

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    1. Ich hätte auch nicht an PoetrySlams gedacht, wenn sie nicht in einer Antwort für die Montagsfrage aufgetaucht wären. Du solltest mal einen besuchen :-) Ich mag viele Texte nicht, aber besonders bei kleinen Slams findet man außergewöhnliche Künstler!

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  5. Hallo Evy,

    Da schneie ich doch gleich einmal auf einen Gegenbesuch vorbei. :-)
    Ich finde es interessant, dass dir Lyrik zum Lesen zu nah, zu persönlich ist, du aber selbst Gedichte schreibst. Normalerweise lautet ja ein altes Sprichwort, dass man nur selbst schreiben kann, was man auch (gerne) liest, deswegen finde ich deine Aussage umso faszinierender. Darüber muss ich, glaube ich, noch eine Weile nachdenken... :-)

    Veröffentlichst du deine eigenen Texte hier eigentlich auch? Ich muss wohl noch ein bisschen bei dir herumstöbern.

    Liebe Grüße,
    Alina

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    1. Ich fand das auch komisch, aber vielleicht ist es oft so, dass man Dinge, bei anderen nicht mag, bei sich selbst aber schon. Es gibt auch Blogger, die keine anderen Blogs lesen.

      Ich veröffenlichte auf dem Blog selten etwas, weil ich sehr wenig schreibe und weil ich hier eher für andere schreiben möchte. Du findest meinte Texte aber hier: http://evyswunderkiste.blogspot.de/search/label/Geschriebenes Oder du suchst auf YT :-)

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  6. Hallo^^

    Das könnte vermutlich einer der Gründe sein, warum mich Gedichte nicht berühren:
    >Aber Gedichte sind etwas "Verdichtetes" Sie kommen (meistens) von Herzen und das ist mir zu nah.

    Vermutlich, weil sie zu persönlich bzw zu personengebunden sind. Ich kenne die Menschen, die sie geschrieben haben, nicht persönlich, das ist, als würde ich ein fremdes Tagebuch lesen. Aber ich kenne die Bezüge dazu nicht und kann deswegen vermutlich nichts damit anfangen. Wäre zumindest eine Erklärung, die mir gerade einfällt.

    LG,
    Kira

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    1. So sehe ich das auch. Aber wie gesagt: Manchmal sind sie tot und können nicht lesen, was man darüber schreibt :P

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  7. Hallo Evy,

    ein Gedicht sendet oftmals einen schönen Lichtblick in den Alltag.

    Liebe Grüße

    Nisnis

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  8. Hallo Evy,
    ich mag Gedichte eigentlich auch sehr gerne, weil ich wie du Reime und Rhthymus sehr gerne habe, aber leider finde ich selten welche, die mir gefallen :(
    Liebe Grüße
    Julia

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    1. Geht mir ähnlich! Aber bei den anderen sind gute Tipps!

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