Donnerstag, 14. Juli 2016

Die LBM 2016 - Rumflitzen, nix Chillen

BlätterHallo!

Kritisch gucke ich auf den Stapel in meiner Stofftüte. Gefühlte 10 Kilo Zeitungen, Flyer, Infokärtchen und ein paar Giveaways warten darauf, ausgepackt und ausgewertet zu werden. Davor sitzt meine Schweinehund und knurrt. Aber ähnlich wie bei der BuchBerlin ist eine Übersicht aller Autoren, auf die man gestoßen ist, ganz nützlich, falls man später mal Bücher kaufen will :-)

Ich habe übrigens tatsächlich eine Stofftüte mitgenommen - es war eigentlich nur ein Witz unter einem Messe-Vorbereitungs-Video. Aber dann dachte ich "Warum nicht?" Letzendlich war das eine gute Entscheidung, denn die erste Stotttüte bekam ich relativ spät ... Und meine Schulter hat trotzdem gelitten :-(


Ich und die LBM


Die Leipziger Buchmesse besuche ich seit einigen Jahren. Ich liebe es, durch die Hallen zu schlendern, Giveaways mitzunehmen, zu sehen, wie sich Firmen präsentieren und bei verrückten Aktionen (diesmal gab es min. 4 Foto-Aktionen - HarperCollins, MDR, LovelyBooks und....) mitzumachen. Es ist ein schönes Gefühl xD

Diesmal hatte ich aber eine Mission - das LovelyBooks-Lesertreffen!

 

Verschluckt im Verkehrschaos


Ich hatte gehofft, die Deutsche Bahn etc. hätten es nach vielen Jahren Buchmesse geschafft, allen Besuchern eine reibungslose Anreise zu ermöglichen. Nein. Drängeln, Schubsen... grummelnde Bahnmitarbeiter... Ich habe mich daran gewöhnt, aber für Leute, die sich in Menschemassen nicht wohlfühlen, schrecklich.

Ich würde mich freuen, wenn der Zugang zur S-Bahn schon am Eingang des Bahnsteiges reguliert wird und es Gratis-Tee gibt :-) Im März ist es kalt...

 

Hereinspaziert!


Online-Ticket-sei-Dank musste ich nicht lange warten und konnte auch meine Jacke schnell loswerden. Leider konnte ich sie später nicht abholen: Die Nummer auf meiner Marke stimmte nicht und da die Info keine Ahnung von der Gadarobe hat, musste ich 15 min umherrennen. Das war sehr unangenehm!

Einen Veranstaltungsplan hatte ich nicht, weil ich es versäumt hatte, mir das Programmheft zu besorgen. Und leider ist die Suchfunktion auf der Webseite nicht so gut. Es ist schön, dass man die Zeit eingrenzen kann, aber ich konnte meine Interessen über die Algorithmus nicht klar definieren :-(

Wie bin ich vorgegangen?


Planmäßig :-) Ich bin immer die Gänge hoch- und runtergelaufen und habe mit allen Leuten geredet, die ich interessant fand.

Im Gegensatz zu früher war ich offener und habe mir viele interessante Projekte erklären lassen!

Und ich habe leckere Dinge gegessen :-)

 

Das Lesertreffen


Obwohl ich ziemlich schüchtern bin, wollte ich andere Leute kennenlernen und habe mich zum Leser-Treffen von LovelyBooks angemeldet. Ich hätte nicht gedacht, dass ich ausgelost werde, weil die Community sehr groß ist und die Anmeldungen auch. Aber ich hatte Glück :-)

Der Raum im Kongress-Center war schön, weil ich nach dem Gedränge in den Hallen endlich entspannen konnte! Es war schön, dazusitzen und an die Decke zu starren :-)

Begeistert hat mich der Spirit auf der Bühne! Die Moderatorinnen waren so glücklich und entspannt und ich fühlte mich ein bisschen mehr Teil der Gemeinschaft. Leider waren die Spiele eher für Kenner ausgelegt.

Nach der Einführung gab es zwei Lesungen bzw. Interviews mit Kate Morton und Kirsty Logan.

GerolltObwohl ich beide nicht kannte, war ich mutig und stellte eine Frage - als Schreiberin interessierte mich, welche Szene für sie sehr schwierig zu schreiben sei. Sie antwortete, dass es eine Szene über Menschen nach einem Weltkrieg sei, weil sie Angst hatte, den Menschen nicht gerecht zu werden oder nicht gut genug zu schreiben. Ich habe mich verstanden gefühlt! Schön fand ich auch die Aussage, dass man sich mit den Figuren wohlfühlen muss, weil man 2 bis 3 Jahren mit ihnen lebt. Vielleicht sollte man sich seine Figuren wie Partner aussuchen - man muss sie nicht lieben, aber man sollte mit ihnen klarkommen, bis der Roman veröffentlicht ist :-)

Es war sehr positiv und .. fröhlich. Leider war dieser Teil auf Englisch. Die Moderatorinnen übersetzten schnell und gut *applaus*, aber für mich (und andere) war das schwierig. Es gibt bei LB viele junge, aber auch ältere LeserInnen. Und nicht jeder kann Englisch gut.

Ein bisschen zu kurz kam auch das Kennenlernen. Ich hatte das Gefühl, dass die Veranstalter davon ausgehen, dass man locker aufeinander zu geht, weil man sich aus dem Internet kennt. Das war ein Irrtum. Für mich war das etwas schwer, weil ich auf LB Rezensionen schreibe und manchmal an Leserunden teilnehme und deswegen fast keinen kannte. Aber nachdem wir uns Namensschildchen auf den Körper geklebt hatten, ging es leichter! Es war sehr toll, endlich mit jemandem über mein Lieblingsthema Rezensionen reden zu können :-)

Nachdenklich gestimmt hat mich der Satz, dass man nur unregelmäßig schreibt und deswegen nicht als Blogger auftritt. "Blogger" ist zu einem großen Wort geworden, das manchen Leuten Angst macht. Und wenn man sieht, wie groß der Unterschied zwischen Bloggern ist, die"nur" Gedanken notieren und Bloggern, die damit ihre Miete zahlen (in der Professionalität, nicht in der Nettigkeit), dann kann das Angst machen. Aber es ist wichtig, dass man seine Meinung sagt :-)

Ich hatte mit einem Buch in der Goodie-Bag gerechnet, aber es waren zwei drin. Obwohl beide nicht mein Lieblings-Genre sind, war ich sehr dankbar! Ich werde lesen und berichten. Das Highlight waren die Lesezeichen mit den harten Fakten und einem Feld für eine Kurz-Rezension. Man kann die Teile unauffällig in ein Buch legen oder in der Stadt verteilen. Es ist eine schöne Idee, ein Buch "real" weiterzuempfehlen!

Am Ende - Zwei Highlights und ein Fail


Leider konnte ich mir durch den Stress keine Workshops ansehen, obwohl ich es schön finde, neue Dinge zu lernen. Aber mir fiel kurz vor Ende der Buchmesse ein, dass ich mir die berühmte Selfpublisher-Ecke angucken wollte. Und dort hörte  ich einen Vortrag von Birgit Venus zum Thema "Lesungen". Es ging darum, wie man auf einer Lesung gut liest, wie man sich vorbereitet usw. Das hat Spaß gemacht! Wichtigste Erkenntnis: Wenn man eine Lesung hält, muss man bereit sein, mit dem Publikum zu kommunizieren - durch Blicke, Gesten und die Stimme. Wenn man sich zurückzieht, merken das die Zuhörer das und ich vermute, das ist für ein gut geschriebenes Buch nicht schön. Ansonsten hat man viele Freiheiten :-)

Das Thema besprach ich auch mit Vera Nentwich. Sie stand am Rande des Workshops und ich war sehr froh, sie endlich mal zu treffen - schließlich lese ich ihren Blog regelmäßig und finde es toll, wie sie ständig über die Schritte zur Erfolgsautorin reflektiert! Und ja, sie sieht genauso aus wie auf dem Foto. Genauso :P

Gern getroffen hätte ich Annika Bühnemann, weil ich es interessante finde, ihren Weg zu verfolgen - von der "kleinen" Autorin zum Buch-Coach, der regelmäßig Blog, Youtube und Facebook bespielt und oft nahbar wirkt. Auch wenn ihr Sprachstil nicht immer meinen Geschmack trifft, bewundere ich, wie sie ständig Neues ausprobiert.

Und Maddy habe ich verpasst - kein Bonbon für mich :-(

Zurück zum Thema: Den Workshop musste ich leider vorzeitig verlassen, weil ich mich in Cover und Klappentext zu "Coherent" verliebt hatte und es unbedingt, unbedingt auf der Buchmesse kaufen wollte. Leider fühlen sich bei "Young Adult Fiction" weder die normale noch die Jugendbuch-Messebuchhandlung zuständig, wie ich 10 Minuten später feststellte.

Immerhin reichte die Zeit noch für ein Stück Kuchen :-)

Fazit


BuchDer Blick durch die Halle war toll, wie jedes Jahr :-) Die Stände waren sehr luftig und mir gefällt, dass die Bereiche klar aufgeteilt sind. Leider fehlten mir coole Werbe-Aktionen der Unternehmen - ich habe das Gefühl, dass es jedes Jahr weniger wird. LovelyBooks ausgenommen :P  Außerdem ärgert es mich, dass viele interessanten Workshops 10 Uhr angefingen - zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Otto-Normal-Besucher noch zwischen Kasse und Gardarobe.

Für mich war der Tag sehr erlebnisreich und ich freue mich auch vier Monate später noch über die Begegnungen mit anderen Bloggern! Ich hoffe, dass ich beim nächsten Mal genauer ins Programm gucke und mehr Workshops besuchen kann. Fakt ist: Ich komme wieder :P


Kommentare:

  1. Absolut toll geschrieben, sehr lebendig und nah! Daumen hoch. :o)

    Beste Lesegrüße
    FiktiveWelten

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    1. Danke, das freut mich! Ich dachte nicht, dass den Beitrag jemand liest - die Buchmesse ist schon wenige Zeit her....

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  2. Ich habe dieses Jahr u.a. auch die App der LBM genutzt. Damit bin ich besser zurecht gekommen als es auf der Website zu suchen. Aber das Programmheft in Papierform ist einfach unschlagbar. Ich war dieses Jahr nur Do und Fr da, weil es traditionell am WE noch voller ist und ich so volle Messen nicht mag. Es gibt so viele Veranstaltungen und Lesungen, dass man allein damit schon 4 Tage beschäftigt ist, ich habe es diesmal nur zu 3 Veranstaltungen geschafft und bin den Rest durch die Hallen gelaufen. Die Sicherheitsmaßnahmen haben mich dieses Jahr stark verwundert. Es gab sogar beim Ausgang am Pressezentrum jedesmal eine Taschenkontrolle. Heftig. In der Bloggerlounge war ich auch nur sehr kurz, weil ich einfach mit vielen Verlagen sprechen wollte.
    LG Myriam
    #Blokoso

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    1. Danke für den KOmmentar! Ich hatte dieses Jahre in ähnliches Problem mit den Veranstaltungen wie letztes Jahr, weil ich nur ein Themengebiet eingrenzen kann. Besucherströme machen mir nichts aus, S-Bahnen im 10-min-Takt umso mehr. Waren deine Gespräche erfolgreich?

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