Sonntag, 31. Juli 2016

Montagsfrage - Digitalisierung vs. Leseverhalten?

KästchenHallo!

Bei der heutige Montagsfrage stand ich erstmals "auf dem Schlauch". Seit wann habe ich ein "Leseverhalten" und was meint Digitalisierung (Digitale Revolution)? Die wichtigsten Folgen sind für mich, dass ständig etwas piept, dass man auf der Jagd nach mehr Informationen und/oder mehr Katzenbildern ist und dass man alle 2 Jahre gedrängt wird, einem neuen Netzwerk beizutreten, weil plötzlich "alle" Freunde dort sind.

Nach einer Frage an Svenja und einem Besuch im Zeitungsladen wusste ich, welches Problem der Ausgangspunkt war: Slow Reading. Slow Reading ist eine Gegenbewegung zum beschleunigten Lesen, das wir uns durch die Informationsflut angewöhnt haben. Man kann sich mit Freunden zum Lesen treffen oder den Text bewusster lesen, indem man sich Wörter markiert. Oder man macht es komplizierter.


Allgemeines


Die Montagsfrage wird von Buchfresserchen geführt und soll die Vernetzung fördern. Im Laufe einer Woche kann jeder Teilnehmer einen Post zur Frage verfassen und mittels eines Tools unter dem Startbeitrag verlinken.

Die Frage


Hat sich dein Leseverhalten durch die fortschreitende Digitalisierung verändert?


Meine Antwort


Nein. Eigentlich nicht.

Warum?


Als uns die digitale Revolution überrollte, saß ich vor meinem Fernseher und guckte Animes. Ich lernte Bildbearbeitungsprogramme, bevor ich einen eigenen Computer hatte und ich kann heute besser mit Excel Formeln schreiben als Google sagen, was ich suche. Mein Smartphone mag ich vor allem, weil ich damit fotografieren kann.

Wenn andere Menschen begeistert von What's App reden, kriege ich schon beim Gedanken daran, dass das Handy ständig klingeln könnte, Herzrasen. Wenn ich allein verreise, offline bin, vermisse ich meine "digitale Familie". Obwohl das Internet nichts anderes macht, als Informationen bereitzustellen.

Ob sich mein Leseverhalten verändert hat? Ich denke nicht. Abgesehen davon, dass ich mein "Verhalten" zuwenig beobachte, um das sagen zu können, hat mich nicht die digitale Revolution verändert, sondern ich. Das viel-zitierte F-Schema (man liest nur den Anfang der Absätze und guckt, ob man ein Wort findet, das einem mehr über den Inhalt sagt aka "querlesen") wende ich verstärkt an - weil ich mir zugestehe, langweilige Passagen zu überlesen. Es ist die Erfahrung, die mir sagt: Jetzt kannst du voranschreiten, es passiert erstmal nichts Aufregendes.

Dennoch ist Lesen für mich eine entspannte Tätigkeit, in die ich völlig versinken kann. Am liebsten im Zug und ohne Zug und ohne andere Menschen. Lesen bedeutet, mit mir zu reden, im Café sitzen, mit anderen zu reden.

Ich lese insgesamt bewusster, aber weder mehr, noch weniger. Ich lasse mich von Buch zu Buch treiben.

Was sich verändert (aber ich weiß nicht, wann sich die Veränderung wieder ändert...) ist, dass ich derzeit viele kleine E-Books lese, deren Inhalt ich interessant finde, die ich aber überwiegend lese, weil ich sie rezensieren möchte. Sie sind schnell  zu lesen und es ist unterhaltsam. Diese Rezis befinden sich übrigens auf dem Rezi-Index, sind aber gekennzeichnet :-)

Kommentare:

  1. Hallo Evy,

    Slow Reading, das klingt gut und das mache ich manchmal sogar - ich lese hin und wieder laut. (nur wenn ich alleine bin) Irgendwie gefällt mir das. Man nimmt den Text besser auf - finde ich zumindest.

    Ganz liebe Grüße aus Tirol
    Marie

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    1. Ich lese gern anderen Leuten etwas vor :-) Laut lesen würde mich für mich selbst aber überfordern - auf meine Stimme zu hören und auf den Inhalt zu achten, das geht nicht. Ich könnte auch nicht zusammen mit anderen lesen oder mir Wörter markieren - das würde mich ablenken. Ich finde aber die Idee gut, sich einen Lese-Ort zu schaffen. Wäre blöd, wenn man das Lesen verschlimmbessert, indem man ihm zuviel Struktur gibt.

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  2. Hallo Evy,

    was Du schreibst, klingt richtig gut :)
    Kann nachvollziehen was Du meinst.
    Bei sehr dicken Büchern, die voller ausschweifender Landschaftsbeschreibungen stecken,
    lese ich des Öfteren tatsächlich mal quer. Insgesamt bin ich aber ein gemütlicher Leser :)

    Liebe Grüße und noch eine schöne Woche,
    Tanja

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    1. Sehe ich ähnlich. Es hängt auch vom Schreibstil ab - manche Autoren schreiben so gut, dass man sich am Ende fragt, wie die Zeit so schnell vergehen konnte.

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  3. Von Slow Reading habe ich noch gar nichts gehört. Die Idee dahinter gefällt mir aber sehr gut.
    In Bezug auf Bücher bin ich kein Querleser. Ich hätte immer Angst, in einem Abschnitt etwas Entscheidendes zu verpassen.

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    1. Das geht mir bei Zeitungen so. Mit vielen Punkten des Slow-Readings komme ich nicht klar. Es wäre zu aufwendig, sich Wörter zu markieren. DAs würde mich stressen. Ich lese doch Bücher, um weniger Stress zu haben :-)

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  4. Hallo Evy,

    danke für deinen Besuch bei mir! Das Slow Reading Konzept klingt interessant; einige der 10 Punkte setzte ich jetzt schon um. Ich nehme mir immer genügend Zeit für ein Buch und lasse mich beim Lesen nicht ablenken, weder vom TV noch von Smartphones o.ä. Dann kann ich auch völlig in einer Geschichte abtauchen.

    Querlesen tu ich aber eher selten; nur bei Büchern, die mir nicht wirklich gefallen, ich aber auch nicht gleich abbrechen möchte und zumindest wissen will, wie alles ausgeht.

    Liebe Grüße von Conny :-)

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    1. Ich will bei einem Buch IMMER wissen, wie es ausgeht. Und darüber schreiben :-)

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  5. Interessanter Beitrag, vor allem der Link zu "Slow Reading" zum Weiterlesen :)

    LG Nicci

    https://trallafittibooks.wordpress.com/

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    1. Das freut mich :-) Ich habe schwer zugang gefunden und deswegen nach dem ausgangsartikel gefragt. das ließ sich besser greifen.

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