Dienstag, 16. August 2016

Lesetagebuch "On the road" - Tag 15

Hallo!

Auch dieser Beitrag zur Klassiker-gegen-das-Sommerloch-Aktion kommt ohne Foto aus, aber gäbe es eines, dann zeigte es mich und meinen E-Book-Reader. Nachdem wir uns wiedergefunden hatten, verbrachten wir einige zärtliche Stunden auf der Parkbank. Und im Papierbuch gelesen habe ich auch :-)


Am Anfang dieses Abschnittes war ich wieder sehr genervt - ich ärgerte mich darüber, dass ich nur wenige Dinge des Buches im Kopf behalte und mich nicht erinnern kann, was ein paar Seiten zuvor passierte. Und ich weiß nicht, ob es an mir oder dem Buch liegt. Aber es wird besser.

Der Reiz der Seiten ist, dass die Beziehung zwischen Neal und Jack reift. Neal benimmt sich verrückt, er wirkt, als sei er auf Drogen (Aber ich traue ihm nicht zu, dass er sie nimmt. Dazu ist er zu klug), er rast, redet, will erleben. Vielleicht spürt er, dass seine Zeit vorüber ist. Neal sucht stetig nach dem Sinn, er ist ein Getriebener, und während andere Figuren ihn belächeln oder Angst haben, fühle ich nur Mitleid. Neal redet und redet und wird sein Ziel nicht erreichen. Sehr deutlich wird das, als er sich mit seinem Bruder trifft und dieser meint, dass sie den Vater vergessen wollen.

Jack ist der einzige, der zu Neal hält, denn er ist für ihn wie der Bruder, den er nie hatte (Jacks Bruder verstarb, als er 5 Jahre alt war). Und nur Jack ist es zu verdanken, dass Neal auf mich eigen, aber nicht gefährlich wirkt. Ich denke, er wird Jack wiederholt allein lassen, aber niemals absichtlich in Schwierigkeiten bringen. Neal wird an sich selbst scheitern.

Reifer wird die Beziehung, weil sich beide streiten. Die Reise erreicht einen Tiefpunkt, weil beide in Denver auf der Straße stehen und keinen Plan haben. Die Stimmung ist am Boden, beide angetrunken und plötzlich entlädt sich der Frust an einer Lapalie. Neal verlässt das Lokal und weint, während Jack die Reue plagt. Die beiden versöhnen sich. Ich finde es gut, dass Jack von etwas Negativem erzählt, dass die Beziehung zu Neal nicht aus Beobachten besteht. Jack gesteht, dass er kaum Freunde hat und ihm Beziehungen schwer fallen. Ich glaube, Jack ist für Neal nicht jemanden, den er bewunder (wie Allen Ginsberg), sondern jemand, der ihn beschützt. Obwohl Neal jünger als Jack ist, wirkt dieser wie sein kleiner Bruder. Der, der manchmal auch ein Machtwort spricht. Wenn er wöllte...

Endstand für heute ist Seite 317.

Übriges


Nicole beschäftigt sich heute ausführlich mit dem "Lied von der Glocke" von Friedrich Schiller. Ein toller Beitrag :-) Als ich das Gedicht erstmals sah, dachte ich, dass es kurz ist - wie viele Gedichte. Dass es in meinem gelben Reclam-Buch 30 Seiten einnimmt, war mir nicht klar. Einmal angefangen, war es mühsam, so lange durchzuhalten. Aber ich habe es geschafft. Es ist ein schönes Gedicht!

Kommentare:

  1. Hi :) Ich lese momentan auch "On the Road" von Kerouac :) Wie bist du auf dem Buch gekommen?

    Ich finde, dass Kerouac alles sehr realistisch beschreiben kann! Man bekommt wirklich das Gefühl, da zu sein und zusammen mit den Hobos zu trampen. Ich bin von seiner Wortwahl fasziniert. Andererseits andere Figuren sprechen sehr umgangssprachlich und kommen sofort zur Sache. ^^

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    1. Das WARUM habe ich im Anfangsbeitrag kurz erklärt: http://evyswunderkiste.blogspot.de/2016/08/aktion-wir-stopfen-das-sommerloch-mit.html

      Das Hobo-Gefühl stellte sich für mich noch nicht ein, aber ich finde es interessant, wie sich die Stimmung ändert. Ich dachte, dass es ein Rumfahren, ein Aufzählen der Orte ist und dass viel von den Städten berichtet wird. Stattdessen merkt man, wie sich Jack Neal annähert, aber immer distanziert bleibt. Ich bin derzeit am letzten Drittel und es wird immer klarer, dass sich die Wege der Freunde trennen müssen. Das Buch hat nach der Hälfte an Tiefe gewonnen!

      Auf welcher Seite bist du? Schickst du mri die Rezi, wenn sie fertig ist?

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  2. Hi! Interessante Aktion! Ich sollte mehr durch die Blogger-Welt stöbern :D
    Ich bin ca. auf Seite 90 aber das ist nicht genau mein Genre :) Ich finde, das Buch interessant wie es geschrieben ist aber ich werde es nicht kaufen. Mir ist ziemlich unklar was Kerouac dem Leser sagen will. Manchmal erinnert das Buch mich an "Into the Wild" und manchmal an die Serie "Twin Peaks". Wo die Leute, einfach sein wollen und durchs Leben kommen :)
    Gerne schicke ich dir die Rezension ^_^ wenn ich das Buch zu Ende gelesen habe :)

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    1. Ich denke, er wollte seine Erinnerungen dokumentieren. Aber ich denke, er hat das stilistisch und dramaturgisch aufbereitet, damit es mehr Spannung hat. Wenn man sich wikipedia anguckt, entsprechen viele Dinge aber der Wahrheit. Und das Buch wurde so bekannt, weil es den Geist dieser Generation widerspiegelt - sich loslösen. Ich hab leider "Into the Wild" und "Twin Peaks" nicht gesehen/gelesen.

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