Freitag, 5. August 2016

Lesetagebuch "On the road" - Tag 4

SeeHallo!

Am heutigen Freitag stellt Nicole das Buch "Der Inspektor kommt" von John B. Priestley vor. Ein Buch, das ich nicht kannte. Und ein "Drama", ein Theaterstück. Als ich das erste Mal ein Drama las, war das sehr befremdlich. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie ein Text nur mit Dialogen und ein paar Regieanweisungen funktionieren könnte. Mittlerweile war ich oft im Theater und ein Dramentexte läuft vor meinem inneren Auge ab wie ein Film.




Bei "On the road" habe ich meinen ersten Tiefpunkt erreicht.  Auf Seite 87 nervt mich die Stimmung. Einerseits finde ich das Umherreisen toll. Dass man binnen einer Nacht zwischen zahlreichen Bars und Wohnhäusern pendelt und es trotzdem erst 0 Uhr ist. Dass Jack tut, worauf er Lust hat und mit vielen Menschen etwas unternimmt; er ist nicht auf eine Clique angewiesen, sondern lässt sich treiben. Alles scheint in diesem Buch so einfach. Aber irgendetwas geht mir auf den Keks. Vielleicht ist es die Tatsache, dass die Figur nur wenig reflektiert. Oder dass sie übertreibt. Dass sie mir so naiv vorkommt. Dass nichts hält, sondern stetig weiter schwimmt. Vielleicht nervt mich auch, dass Zeitsprünge hinzukommen - der Autor folgt sich und anderen und irgendwann treffen sich beide Stränge, aber diese Vergangenheit ist noch nicht da. Ich behalte den Überblick, aber ich verstehe den Sinn noch nicht. 

Ein anderes Thema, das mich heute beschäftigte, sind männliche Anmachen. Man kann von Frauenzeitungen halten, was man möchte; ich erhoffe mir davon hilfreiche Tipps und stelle 2 EUR später fest, dass diese nichts mit meinem Leben zu tun haben. Aber Männer, die Frauen dumm anmachen, als "Freaks" zu bezeichnen, finde ich heftig. Es ist eine arrogante Einstellung, die davon ausgeht, dass man als Frau dasitzt, eine große Auswahl hat und Männer nach einem Satz in "Top" oder "Flop" einteilt. In manchen Situationen ist das auch in Ordnung, denn es ist zuerst erniedrigend und peinlich. Man fragt sich "Warum ich?" Aber.. sind wir besser? Wenn ich versuche, einen interessanten Mann anzusprechen, dann endet das in  Fettnäpfchen und/oder Schweigen. Ich habe nicht genügend Charme, um aus einem "Es ist voll voll hier, oder?" ein gutes Gespräch entstehen zu lassen. Am liebsten würde ich mit der Tür ins Haus fallen und sagen "Du bist hübsch. Wollen wir reden, während ich dich ansabbere?" Aber das klappt nicht. Was soll man darauf antworten, außer "Danke". Die besten Gespräche ergeben sich, laut meiner Erfahrung, wenn man eine Gemeinsamkeit hat. Sich zeitgleich auf einer Party zu befinden und nach einem Paarungspartner zu suchen, das zählt nicht. 

Vemutlich gibt es keine ideale Lösung. Auch wenn ich es gut finde, wenn man/Mann sich etwas überlegt, was man am anderen gut findet und erzählen will.

Nichtsdestotrotz: Wenn mich jemand tatsächlich "dumm" anmacht, ist mir eine Metapher zu schade. Und auch wenn ich gern brüllen würde "Führ deine Minderwertigkeitskomplexe woanders Gassi!", versuche ich höflich zu bleiben und zu sagen "Nett, aber ich habe kein Interesse"

In diesem Sinne: Schönen Start ins Wochenende!

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