Sonntag, 28. August 2016

Lesetagebuch "On the road" - Tage 25 - 27

Hallo!

Es sind nur noch wenige Tage, bis unsere Klassiker-gegen-das-Sommerloch-Aktion endet und ich hoffe, ihr hattet bis jetzt viel Spaß damit!

Auf mich warten noch 40 Seiten und zwei Nachworte.


Nach dem sehr fakten-lastigen "Diesmal schnell" von Howard Cunnell begann Penny Vlagopoulos' "Die Neuerfindung Amerikas" mit einem interessanten Gedanken - der Historie. Die Autorin beschreibt die Gesellschaft zur Zeit, in der "On the road" entstanden ist. Jede Generation will sich gegen die vorherige wehren - das WIE macht den Unterschied. Ich hatte erwartet, dass Kriegstraumata einen große Rolle spielen, aber es ist der Kalte Krieg, der das Land prägt. Amerika sollte Stärke und Sicherheit zeigen, damit es sich nicht angreifbar macht. Das bedeutet, dass abweichende Meinungen nicht toleriert werden. Dagegen wehrt sich Kerouac.

Außerdem wurde mir klar, warum mir Amerika im Buch, durch Kerouacs Augen, fremd vorkommt - weil Kerouac als Franko-Kanadier tatsächlich ein Fremder war. Für ihn war es neu.

Sehr interessant fand ich die Gedanken zur Rezeption - wie erwartet wurde "On the road" als Sprachrohr einer Generation gesehen, die gegen etwas ist. Aber Kerouac wollte das nicht, er war Autor. Vlagopolis formuliert das auf S. 511 so: "Kerouac hatte den Roman sechs Jahre zuvor geschrieben,  und er handelte von der "heißen" und überschwänglichen Jugend der späten vierziger Jahre, aber jetzt wurde er fälschlicherweise als Bericht über die "coole" Jugendkultur der späten Fünfziger aufgenommen." Vielleicht stimmt beides ein Stück: Genauso wie die "coole Jugendkultur" wählte Kerouac die Flucht. Aber weniger in Drogen, sondern in die Ferne, in Spiritualität und in den Untergrund des Jazz. Wenn man autobiografisch schreibt, ist ein Teil des Textes immer Erinnerung, die mit der Gesellschaft nichts zu tun hat. Ich kann es als Hobby-Autorin gut verstehen, dass sich Kerouac missverstanden hat und trotz des Erfolges mit "On the road" wütend war, bis zu seinem Lebensende darauf reduziert zu werden.

Der letzte Aspekt, den die Autorin im Nachwort anspricht, ist die Sprache. Diesen Abschnitt fand ich sehr, sehr langatmig, analytisch-verirrt und nicht gut. Ich konnte mich damit nicht identifizieren, ihre Gedanken greifen. Weil ich die Sprache in "On the road" nicht so schwierig finde. Sie erinnert mich an einen Mann, der mir in einer Bar etwas erzählt.. und erzählt... aber nicht langweilg. Umgangssprachlich, aber nicht kompliziert. Kompliziert wurde das Buch dann, wenn die Handlung vorbei zieht - aber das war in Ordnung, weil die Figuren die Konstanten sind.

Übrigens wird auch die Emanzipation angesprochen.

Fazit: Zu Beginn beider Nachworte fand ich diese Texte besser als den Roman selbst. "On the road" bekommt dadurch mehr Kontraste, es wird hervorgehoben, was dem Autor wichtig war und welche Passagen im Gedächtnis bleiben sollten. Dennoch klingt vieles wissenschaftlich-trocken und ich denke nicht, dass es auf den letzten Seiten besser wird :-)

Übriges


Das Buchgeflüster beschäftigt sich mit "Jane Eyre", einem Buch, über das ich viel gehört, das ich aber nie gelesen habe.

Schlunzenbücher berichtet von "Watership Down" - erinnert sich noch jemand an den Titelsong?

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