Montag, 8. August 2016

Lesetagebuch "On the road" - Tage 5, 6 und 7

Buch und WieseHallo!

Das reale Leben forderte mich. Auch wenn ich Zeit fand, unsere Klassiker-gegen-das-Sommerloch-Aktion zu verfolgen und zu lesen, weigerten sich meine Augen abends behaarlich, dem Kunstlicht ausgesetzt zu sein.




An Tag 5 bin ich bis Seite 100 gekommen, die die Reise von Denver nach San Franciso schildern. Mir wurde bewusst, dass es in Denver schmutzig ist. Überall trostlos und nicht erfüllend. In San Franciso wird es noch schlimmer. Jack landet in einem Vorort und wohnt dort beim kleptomanischen Henri und seiner streitsüchtigen Freundin Diane. Erstmals klingt Kritik an der Politik an - der Präsident sagt, dass die Lebenshaltungskosten gesenkt werden müssen. Für Henri eine willkommene Rechtfertigung. Jack bekommt einen Job als Hilfspolizist und bewacht nachts den Park. Er verbringt nur einen einzigen Tag in San Francisco.

Ca. 15 Seiten später erreicht die Trostlosigkeit ihren Höhepunkt und Jack zieht weiter. Ich habe das Gefühl, dass Henri gefangen ist. Er überlebt, aber er strebt nicht nach mehr. So geht es auch Beatrice, die Jack im nächsten Abschnitt trifft. Vermutlich trifft das auf alle Figuren zu. Das finde ich komisch. Ich hatte erwartet, dass die Figuren etwas im Leben erreichen wollen. Oder dass sie möglichst viel Spaß haben wollen. Aber sie hängen fest. Gute und schlechte Zeiten wechseln sich ab, alles ist routiniert und unaufgeregt.

Am letzten Tag steigt Jack auf einen Hügel nahe der Baracken und blickt auf den amerikanischen Kontinent. Auf mich wirkt das etwas distanziert, als ob Jack nicht aus Amerika käme. Oder er die Weite, die vor ihm liegt, nicht erfassen kann.

Am Ende schwärmt Jack von großartigen Zeiten. Und den tollen Zeiten, die er mit Neal erleben wird. Manchmal habe ich fast den Überblick inmitten der Zeitsprünge verloren. Aber nur fast.

Heute habe ich auf S. 137 eine Pause gemacht, weil ein weiterer Abschnitt endete. Jack trifft im Bus nach LA eine Mexikanerin namens Beatrice. Sie hat sich mit ihrem gewaltätigen Mann gestritten und möchte ihre Schwester in LA besuchen. Jack, der ständig mit Mädchen flirtete, aber nie mit einem schlafen konnte, erlebt hier eine Sommerliebe. Er ist sehr glücklich mit Beatrice und das gönne ich ihm.

Auf der Suche nach Arbeit landet Jack auf einer Baumwollplantage. Obwohl er nicht so gut pflücken kann wie seine geübte Freundin, ist er sehr glücklich. Was sich im ganzen Buch andeutete, erreicht hier seinen Höhepunkt: An der frischen Luft zu arbeiten, Geld für seinen Familie zu verdienen, das gefällt Jack. Es überrascht mich, dass Jack dieses einfachen Leben zu schätzen weiß, obwohl er in einer Zeit lebt, die nicht so technik-überladen ist. Ich habe das Gefühl, dass sich Menschen heute besonders nach einem simplen Leben sehnen. Ohne ständig verfügbar zu sein, ohne die großen und kleinen Probleme. Der Tag besteht aus Arbeiten, schlafen und Familie.

Mich wundert, dass Jack mit wenig Geld viel machen kann - Motels sind billig, der Alkohol auch...

Erstmals wird die Zeit genannt, in der der Roman spielt - 1947. Auch eine Referenz an Billie Holidays "Lover Man" gibt es.

Irgendwann merkt Jack, dass es Zeit ist zu gehen. Er möchte, dass Beatrice kleiner Sohn ein gutes Leben hat und nicht in einem Zelt schlafen muss. Deswegen möchte er nach New York zurück. Ich glaube, New York ist seine Heimat.

Mir fällt das Lesen manchmal schwer, weil sich die Ereignisse aneinander reihen und nur wenig reflektiert wird. Ich hatte mir alles etwas eindrücklicher gewünscht. Aber ein Buch ist kein Film

Die anderen Beiträge


Am Samstag stellte Lesen und Mehr "Der Club der toten Dichter" von Nancy H. Kleinbaum vor. Es ist eines der wenigen Bücher, die nach dem Film erschienen. Ich musste das Buch auf englisch lesen und als solches ist es mit 158 Seiten und seiner relativ einfachen Sprache sehr gut. Ähnlich wie Tanja finde ich aber, dass das Buch nicht funktioniert. Während man im Film die Persönlichkeiten mit Optik und dem Zusammenspiel ausschmücken kann, geht im Buch vieles verloren, weil man sich auf Dialoge und Beschreibungen beschränken muss. Ich fand den Film auch nicht so gut. Ich konnte mich mit planlosen Jungs nicht identifizieren und Gedichte haben mich weniger stark fasziniert. Es fehlte eine gute Liebesgeschichte :P

Den Sonntag verschönerte das Lesemonsterchen mit Emily Bontes "Sturmhöhe". Ich kenne das Buch nicht, aber die Kritik ist toll - sehr ausführlich, gut bebildert.. ich hatte Spaß :-)

Mit "Mansfield Park" von Jane Austen startet Lus Buchgeflüster in die neue Woche. Ich habe viel über Jane Austen gehört, aber noch nie ein Buch von ihr gelesen. Trotzdem bewundere ich Menschen, die ein Buch mehrmals lesen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Stöbern und ... bis morgen!

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