Sonntag, 14. August 2016

Montagsfrage - Vom Buch zur Evy?

Hallo!

Wie ich zum Bücherwurm wurde, will die Montagsfrage wissen - und ich stocke. Denn ich sehe mich nicht als Bücherwurm. Verglichen mit denen, die stundenlang in Büchern versinken können und sehr viel lesen, bin ich ein sehr, sehr kleiner Wurm. Ich finde Lesen schön und beruhigend, aber es gibt viele andere Dinge, die mich glücklich machen. Ich mag alles, was hübsch anzusehen und anzufassen ist. Deswegen lese ich "nur" ca. 6 Bücher pro Jahr für mich. Die restlichen Bücher, weil ich sie interessant finde und weil ich darüber schreiben will.

Dennoch wurde mir, als ich darüber nachdachte, bewusst, dass mein Weg tatsächlich sehr vielfältig war.


Wie alles begann


Das einprägendste Erlebnis war kein Buch. Sondern mein Bibliotheks-Ausweis. Es war nicht "vor dem Krieg", aber in dem Jahr, in dem Take That "Everything Changes" sangen und Deutschland sich neu ordnete. Damals gab es Computer, aber die Nutzerkärtchen waren aus Pappe. Die Bibliothek hat diese zwei Jahre aus ihrem Gedächtnis gelöscht, weil später auf digital umgestellt wurde. Aber das ärgert mich nicht mehr als die Tatsache, dass ich nach über 20 Jahren (!) noch nie ein Treugeschenk (Kuli? Uhr? Geld?) bekomme habe. Dem ungeachtet habe ich in diesem Alter kindgerechte Bücher ausgeliehen und grässlich gefunden.

Dennoch führte mich die Bibliothek zu vielen tollen Büchern. Ich ging oft umher und wählte zufällig ein Buch. (wenn der Klappentexte gut war, nahm ich es mit).

Ich habe mir oft ein Manga genommen und mich eine Stunde auf das beige Sofa in der Mitte der Bibliothek gesetzt. Mangas haben mir viel bedeutet und ich habe dagesessen und diese Auszeit genossen. Und ich wusste, wie Männer mit Männern "schlafen", noch bevor ich es tat :-)

Ein Buch, das mich in dieser Zeit prägte, war "Der Vulkan". Ich hatte den Mann-Film gesehen und war so beeindruckt von der Figur des "Klaus Mann", dass ich Bücher des realen Schriftstellers lesen wollte. Ich ging in die Bibliothek und lieh mir das Buch aus, bevor ich wusste, worum es geht. Ein Glücksgriff. Der zweite Weltkrieg wurde in "Geschichte" ausführlich besprochen, in "Deutsch" weniger. "Der Vulkan" hat das Thema, jenseits des Krieges, für mich greifbar gemacht. Auch wenn die Figuren oft aus der Oberschicht kommen, sieht man gut, wie die Mensche LEBTEN. Wie sie über den Krieg dachten, wie sie versuchten, ihre Träume zu verwirklichen. Auch wenn das Buch stellenweise pathetisch, spirituell ist, gefällt mir das gesamte Konzept.


Nach der Schule habe ich angefangen, Fanfictions zu lesen und zu kommentieren und bin zur Buchkritik gekommen. Aber irgendwann wurde mir das zu langweilig.

Und heute?


Wie oben erwähnt, lese ich vieles, weil ich darüber bloggen will. Was würde ich machen, wenn ich kein Buch- und Kulturblogger wäre? Ich würde lesen - überwiegend (Online)-Zeitungen bzw. alles, was in verständlichem Deutsch verfasst ist. Aber ohne Buchkritik würde ich schwer leben können :-) Ich mag es, mich mit Dingen zu beschäftigen, sie zu ergründen, zu hinterfragen und anderen zu helfen, sich besser im Dschungel der Möglichkeiten zurecht zu finden.

Kommentare:

  1. Einen sehr schönen Text hast du da geschrieben. :)
    Ob ich Vielleser bin, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich manchmal viel lese. ;) Aber Luft nach oben, gibt es sicher immer. Allerdings sollte das Lesen natürlich auch nicht in Stress ausarten.
    Mir geht es ähnlich wie dir. Ich möchte mich mit Büchern und ihren Inhalten hin und wieder etwas intensiver auseinandersetzen. Und darüber möchte ich mich mitteilen. Vielleicht finden sich ja Gleichgesinnte. Vielleicht entdecke ich auch andere Ansätze darüber, wie ein Buch empfunden oder "erschlossen" wurde. Die Buchwelt ist jedenfalls eine sehr spannende!
    Ich wünsche dir noch eine tolle Woche.

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    1. Du bringt es auf den Punkt! Nach meiner Schulzeit habe ich festgestellt: Es ist nicht wichtig, was der Autor gewollt hat. Sonder was ich empfinde. Darüber sollte wir mehr reden :-)

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  2. Wie schön dass Du Dir die Zeit zum Nachdenken über die Frage genommen hast, es ist ein ehrlicher Text geworden der mich für die Zeit des Lesens in den Bann gezogen hat. Und ich habe das gelinkte Take That Lied im Hintergrund dazu gehört.

    In Bibliotheken und Buchläden kann man versinken. Das Gute an der Bibliothek ist natürlich, dass man alles wirklich gleich mitnehmen kann. Ich war früher auch so ein Mangamädchen, unsere Stadtbibliothek hatte aber leider keine so gute Auswahl wie Deine anscheinend. Ich hab immer Taschengeld dafür ausgegeben. :)

    Ich hab es auch schwer mich als Bücherwurm zu bezeichnen. Ich lese zwar alle Bücher die ich aussuche für mich, also, ich hätte sie mir auch ohne später darüber zu Bloggen ausgesucht, aber es sind doch weniger, als es mir bei anderen vorkommt. Und es ist nicht mein einziges großes Interesse.


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    1. DAnke, dass du dich so ausführlich mit meinem Text beschäftigt hast :-) Unsere bibliothek hatte einen große Auswahl, und die Buchläden taten ihr Übriges. Ich war aber sehr überrscht, dass viele erst durch das Bloggen zum Viel-Lesen gekommen sind. Das finde ich gut :-)

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  3. Hi^^

    ohja, ich habe mir auch sehr viele Mangas aus der Bibliothek ausgeliehen. Leider haben die recht schnell aufgehört, neue Serien zu holen und nun habe ich wohl viel mehr Mangas als die XD
    Aber ich gehe selbst auch immer noch hin, auch, wenn ich mir jetzt nur noch Bücher und ganz selten DVDs und CDs ausleihe. Mangas lese ich nach wie vor noch, wenn auch nicht mehr so häufig. Wie ich mich kenne, wird sich das bestimmt wieder ändern XD

    Lg,
    Kira

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    1. Ich haben irgendwann aufgehört, Mangas zu lesen, weil mich das Warten und die immer neuen Geschichten genervt haben. Aber ganz los komme ich davon nicht - sie habe mich durch meine Jugend begleitet und ich werde sie nicht loslassen :-)

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  4. Oh ja, an den Bibliotheksausweis aus Papier kann ich mich auch noch gut erinnern! Als Kind habe ich meine Eltern ständig mit der Frage genervt, wann wir endlich wieder in die Bücherei fahren. Ich habe ein Buch nach dem anderen verschlungen. Eigentlich lese ich auch heute noch sehr gerne, vergesse es manchmal aber einfach. Und ich kämpfe auch immer noch damit, mich an den Kindle zu gewöhnen. Ist super praktisch, aber irgendwie fehlt mir die Haptik des Buches...
    Grüße
    Katharina

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    1. Das ist schade, aber... manche Dinge kann man nicht ändern. Viele Verlagsbücher gibt es (noch) als Papierbuch. Aber besonders Selfpublisher veröffentlichen gern E-Books....

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