Sonntag, 18. September 2016

Zwischenfazit "After passion" (Anna Todd)

Hallo!

Ich hatte lange damit gehadert, ob ich "After" lesen soll. Ich hatte mehrheitlich Schlechtes gelesen, aber es reizt mich, das zu überprüfen und mir eine eigene Meinung zu bilden. Doch es gab Bücher, die wichtiger waren. Eigentlich.


Dialog mit meinem E-Book-Reader, noch zu Hause:

Ich: Bald fahren wir in den Urlaub und ich möchte sooooooooo viele E-Books mitnehmen. Weißt du, wieviele auf meinem SUB liegen? Die müssen alle abgearbeitet werden!

Mein E-Book-Reader: Yo! Geht klar!

Viel später, im Flugzeug:

Ich: Argh! Wieso hast du von den vielen E-Books nur EINES hochgeladen?!?!

Mein E-Book-Reader: Kein' Bock. Sonne. Und so.

Ich: Aber... das ist nur das Fan-Buch zu "After" Das ist wie Spanisch - ich sehe Wörter, aber verstehe nichts!

Mein E-Book-Reader: Chill mal. *sonnencreme auftrag*

Entgegen meiner Antipathie las ich das Fan-Buch und war positiv überrascht. Es war etwas schwer, sich hineinzufinden, aber die Leseproben am Ende waren ein guter Coup. Kurz gesagt: Ich fand den Ausschnitt aus Hardins Perspektive gut und beschloss daher, das Buch zu kaufen.

Mittlerweile bin ich bei Seite 394 von 700 und ziemlich unschlüssig. Mein erster Fehler war: Ich habe "After passion" gekauft, das das Geschehen aus Sicht von Anna... äh... Tess schildert, obwohl die Leseprobe aus Sicht Hardins war. Ich mochte die raue, vielfältige Sichtweise.

Mittlerweile fühle ich mich im Feenland einer Highschool-Romanze, die ich für real und irreal gleichzeitig halte.

Irreal aus Sicht der Frau, die ich bin. Ich weiß, dass "richtige" Badboys einem wehtun und sich nur selten umpolen lassen. Ich weiß, dass man Kontra geben könnte, das aber zu anstrengend wird. Wenn man nicht die Person ist, die der Badboy in sein Herz lässt, dann ist es besser, auf Distanz zu gehen. Wenn jemand mein Vertrauen mit Füßen tritt, muss mein Körper leider unter Entzug leiden. Andererseits würde ich nicht an der Beziehung zweifeln, weil sich ein Mädchen an meinen Freund ranmacht und dieser offensichtlich zu nett ist, um sie in die Schranken zu weisen. Ich wäre taff genug, mein Revier zu markieren :-)

Real aus Sicht das Mädchens, das mal verliebt war. Es ist schön, wenn man verknallt ist und sich nach dem anderen sehnt, wenn man sich und seinen Körper entdeckt. Wenn man sich genüsslich an das Thema tastet und jede Berührung toll ist. Die körperliche Annäherung beider Figuren läuft sehr harmonisch ab und das finde ich schön. Manche Dinge finde ich aber zu kurz geschildert.

Ich finde, das Buch hat Spannung und besonders die Szene am See gefällt mir. Aber 700 Seiten sind viel und das Buch wirkt sehr massig. Die kurzen Kapitel gefallen mir sehr, aber bis jetzt hat die Geschichte tatsächlich das Niveau einer guten Fanfiction - mehr nicht. Es fehlt das Eigene.

Ich habe das Gefühl, dass "After" die Klischees umsetzt, die man "Shades of Grey" anlastet - es ist zu einfach, unlogisch, Wortwiederholungen, einfach trival. Obwohl ich "Shades of Grey" beim Lesen als sehr besonders empfunden habe. Ich habe lange gegrübelt, woran das liegt. Es ist Hardin. Während Chris Grey ein eignes Unternehmen und mit Taylor (dem Chauffeur) eine Figur hat, mit der er viel kommuniziert, zu der er einen klaren Bezug hat, hat Hardin - nichts. Er hat Tattoos, er ist mit Steph befreundet, was man selten merkt, das war es. Hardin wirkt farblos.

Karen als nette Stiefmutter ist mir sympatisch, aber Ken mag ich nicht. Ich finde es komisch, dass Eltern in solchen Büchern so freundlich sind, sich von der zukünftigen Schwiegertochter duzen zu lassen. Meistens ist die Stimmung angespannt und löst sich langsam auf...

Fazit: Ich finde die Dialoge und Gedanken sehr real, aber die Grundgeschichte ist zu glatt.


Kommentare:

  1. Hi Evy,

    ich finde den Einstieg äusserst gelungen und fast hätte ich darauf gehofft, dass Dein eBook-Reader am Ende auch noch ein paar passende Worte findet ...

    Ich finde es beachtlich, dass Du trotz Antipathie weitergelesen hast. Ich weiss nicht, ob ich das auch gemacht hätte.

    Fussige liebe Grüsse von LangsamMacher Jana

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    1. Ich lese fast jedes Buch zuende. Und... es hatte etwas Besonderes. Es hatte stellenweise Charmee, den Shades Of Grey nicht hatte. Ich konnte das Verliebtsein gut nachvollziehen, aber am Ende war es nur ne typische Bad Boy Geschichte. Von Shades of Grey habe ich alle Teile gelesen - bei After werde ich das nicht tun.

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  2. Ich find Fanbücher und auch solche die die selber Geschichte aus einer anderen Perspektive erzählen sehr interessant, gibts davon viele? Ich kenne nur das von Twilight wo der erste Teil aus Edwards Perspektive ist, gelesen hab ichs aber nie.

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    1. Fanbücher: Ich seh das mit gemischten Gefühlen. Für mich war es gut, um in die Geschichten reinzugucken - dazu hätte aber auch ne Leseprobe gereicht. Begeisterte meinungen von Fans interessieren mich weniger und... es war nur Füllmaterial. Ich hatte aber ein Sailor-Moon-Fanbuch, das auch nur ne Zusammenfassung der Figuren und ein paar Extras enthielt. Aber es war ne schöne Erinnerung!

      Verschiedene Perspektiven: Ich glaube, das gibt es häufig, es liegt im Trend. So kann man die Fans animieren, noch ein Buch zu kaufen, muss aber keine neue Geschicht erzählen. Als Autor finde ich das andererseits sehr reizvoll. Bei "Grey" hat es aber nicht funktioniert - es wurde nur wenig aus Chris' Vergangenheit erzählt und auch wenn seine Ängste spürbar werden, war es nicht so krass. Es gibt zur "Royal Passion" ebenfalls eine Ausgabe. Ich habe auch Indie-Autorinnen gelesen, die das nutzen z.B. die Winterhimmel-Reihe (Gay-Romance) und die Butterfliegen-Trilogie (Young Adult)

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