Sonntag, 13. November 2016

Montagsfrage - Trigger?

Hallo!

Der zweite Post an diesem WE - aber die Frage von Buchfresserchen war zu reizvoll! Ich habe noch nie aus bestimmten Gründen ein Buch abgebrochen, aber ich pausiere - auf unbestimmte Zeit. Das macht manche Boyband auch :-) Dennoch gibt es Dinge, die ich so schlimm finde, dass ich mich anbrüllen muss, um weiterzulesen.


Klischees: Der größte Faktor, mit dem man mir ein Buch vermiesen kann. Klischees treten meist nicht allein auf, sonderen im Gepäck mit Vorhersehbarkeit und schlechtem Humor. Ein gefährliche Kombination.

Wenn ein Buch Rollenbilder so perfekt thematisiert, dass es wehtut, nervt mich das. Ich finde, Büchern müssen bestimmten Erwartungen entsprechen, damit wir uns mit den Figuren identifizieren können. Wenn uns etwas zu fremd ist, benötigen wir lange, um uns daran zu gewöhnen. Eine große Kunst. Und Bücher zeigen nur einen Teil des Alltags der Figuren. Dennoch: Ich kann mich nicht mit Frauenfiguren identifizieren, die sich an dominanten Männern aufreiben, das als Zuneigung werten und nach ein paar Gesprächen wissen, dass das Mr. Perfekt ist. Wie lange sie damit klarkommen, dass Mr. Perfekt seine Socken in der Wohnung herumliegen lässt oder andere gesellschaftliche Einstellungen hat? Beziehungen bestehen aus vielen Faktoren und viele (nicht alle...) Geschichten spielen uns vor, dass es nur auf Anziehung und den Mut ankommt, diese zu erkennen.

Aber Beziehungen sind vielfältig und nicht jeder Mann, der fies ist, findet einen anziehend :-) Ernsthaft: Menschen lieben auf unterschiedliche Weise, aber nicht ohne Reibungspunkte. Diese Reibungspunkte zu thematisieren und auf die kleinen und großen Alltagsprobleme einzugehen, das wäre gut.

Außerdem sind Liebesbeziehungen ein Teil des Lebens, aber nicht alles. Oftmals haben Figuren in Liebesgeschichten keine andere Beschäftigung als Lieben.

Ich frage mich manchmal, wieviele Klischees der Autor nutzen will, bis die Wende kommt und alles einen Sinn ergibt...

Aber es gibt Gegenbeispiele: Bei #FolgeDeinemHerzen hatte ich 50 Seiten vor dem Ende keine Lust, weiter zu lesen, weil das vermeintliche Ende offensichtlich war. Gut, dass ich mich zusammen riss und weiter las - es kam ein kleiner Wendepunkt, der das Ende sehr schön machte!

Humor: Ich kann nicht lachen, wenn Figuren übertrieben lächerlich handeln oder dumm und überheblich wirken. Ich finde sowas nicht lustig. Selbstironie ist toll, manchmal heftige Pointen, aber... ich kann nicht über andere lachen. Große Problem hatte ich z.B. mit Frau Lehrer undercover.

Beschreibungen/Ausführlichkeit: Adjektive sind der Feind des Autors, angeblich. Aber das ist Ansichtssache. Ich finde es gut, wenn Handlungsorte und Figuren grob beschrieben werden, aber ich benötige nicht mehr. Es ist toll, wenn der Autor sich ein Haus in allen Einzelheiten vorstellen kann, aber als Leser will ich wissen, was darin passiert. Es sei denn, es ist ein Motiv. Emotionen sind mir wichtig, deswegen interessiert mich meistens nicht, wie eine Figur aussieht.

Manche Blogger geben an, dass sie ein schlechter Ausdruck oder Tippfehler behindern - das empfinde ich nicht so. Mich stört das und ich erwähne es in der Rezension, aber es ist auch eine Motivation - irgendetwas wollte der Autor erzählen, konnte es aber mangels Übung oder Lektor (?) nicht. Mein Ziel ist es herauszufinden, was.

Weitere Infos zur Montagsfrage und meine beantworteten Fragen gibt es unter dem Stichwort "Montagsfrage".



Kommentare:

  1. Hi Evy,

    ich finde es eine interessante Fragestellung, ob man ein Buch nicht zu Ende lesen darf. Bei einem einzigen habe ich es bisher getan. Einem historischen Roman mit so vielen Protagonisten, dass ich den Überblick verlor, mir langweilig wurde und ich keine Beziehung zu den Figuren aufbauen konnte. Das gleiche passiert mir gerade wieder mit Dantes "Die Göttliche Komödie" und ich frage mich: durchhalten oder weiterlesen?

    Fussige liebe Grüsse, Jana #BloKoSo

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    1. Ich lese gerade einen Liebesroman, dessen Schwerpunkt die "Göttliche Komödie" ist :-) Bis jetzt gab es kein Buch, bei dem ich sagte "Bis hierhier und nicht weiter!" - aber ich merke, wie ich die Lust verliere. Manchmal spielen auch persönlich Gründe eine Rolle.

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  2. Hi Evy,

    ich finde es eine interessante Fragestellung, ob man ein Buch nicht zu Ende lesen darf. Bei einem einzigen habe ich es bisher getan. Einem historischen Roman mit so vielen Protagonisten, dass ich den Überblick verlor, mir langweilig wurde und ich keine Beziehung zu den Figuren aufbauen konnte. Das gleiche passiert mir gerade wieder mit Dantes "Die Göttliche Komödie" und ich frage mich: durchhalten oder weiterlesen?

    Fussige liebe Grüsse, Jana #BloKoSo

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  3. Huhu!
    Sehr interessante Antworten hast du da gegeben. Ja, diese Klischees mag ich auch nicht so. Vor allem, wie du beschreibst, dass sie nichts anderes im Leben zu tun haben, als zu lieben. Vor allem die Aussage: 'Und nicht jeder Mann, der fies ist, findet einen anziehend!' unterschreibe ich so, denn meist ist es eben in natura das, was es ist - mangelndes Interesse oder Boshaftigkeit.

    Liebe Grüße,
    Linda

    Bei Humor kann ich dich verstehen, doch wenn ich da an den Klufti denke, der ja manchmal auch überzogen handelt, muss ich sagen, dass ich den doch ziemlich gerne lese. Aber das liegt daran, dass es trotzdem noch Situationen sind, die uns auch so passieren könnten.

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    1. Hups, da ist wohl was durcheinander geraten ;)

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    2. Naja, manchmal hat Mann tatsächlich ein Trauma - aber als Partnerin ist es nicht meine Aufgabe, ihn zu therapieren. Man muss den anderen eine Stütze sein, aber sich um sein eigenes Wohl kümmern.

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