Freitag, 23. Dezember 2016

"Die Sonnenblumen des Infernos" - Detektiv Conan, Film 19

Hallo!

Manche Dinge geraten in Vergessenheit, obwohl sie einen sehr lange Zeit begleitet haben - in meinem Fall war das "Detektiv Conan". Ich habe die Serie geliebt, weil sie Krimielemente und eine romantische Geschichte verknüpft hat. Manche Folgen haben mich sehr berührt, gegruselt, doch irgendwann war ich zu alt und die Rahmenhandlung wollte nicht voran kommen. Durch Zufall entdeckte ich Werbung für einen Conan-Film im Internet - und dachte: Warum nicht?


Allgemeines


Der Film hat 113 min und erschien 2015 in Japan, 2016 als deutsche Synchro. Man kann ihn für 20 EUR als DVD kaufen.

Die Conan-Filme werden seit 1997 jährlich veröffentlicht.

Worum geht es?


Um Sonnenblumen. Die von Vincent van Gogh gemalt wurden. Die 7 Bilder sind teurer, als sie aussehen und der (fiktive) Suzuki-Konzern will sie in einem eigens errichteten und gesicherten Gebäude ausstellen. Doch Meisterdieb Kaito Kid möchte die Bilder stehlen und treibt lustige Spielchen mit Suzuki und der Polizei.

Statt einem Mordfall gibt es viel Action und in den letzten Minuten viel Drama, bei dem ich zittern musste. Leider wird sehr wenig erklärt. Und das Motiv war nicht einleuchtend.

Charaktere


Conan ist die Hauptfigur und die kleine Version von Rans Schwarm und Meisterdetektiv Shinichi. Shinichi wurde mittels eines Giftes geschrumpft und hat es nur temporär geschafft, die Wirkung des Giftes aufzugeben. Deswegen kreierte er Conan. Dieser besticht durch viel Intelligenz und übermäßig kindliches Verhalten. Leider löst Conan in diesem Film fast keinen Fall, er hat nichtmal Beweise, sondern ist auf Kaito Kid angewiesen. Die Figur ist niedlich, aber sie kommt im Film nicht gut zur Geltung. Bis auf das Ende :-)

Kaito Kid zeigt, dass er gern und technisch affin ist, aber ein gutes Herz hat. Die Tricks des jugendlichen Meisterdiebs sind toll, aber er hofft auch, dass keiner zu Schaden kommt. Kaito Kid ist Shinichi/Conans Feind oder Konkurrent oder.. Freund?

Ran passt stetig auf Conan auf, ohne zu wissen, dass sich dahinter Shinichi verbirgt. Sie ist die taffe Tochter von Privatdetektiv Kogoro Mori und kann Karate. Diese Fähigkeit darf sie auch im vorläufigen Höhepunkt zur Geltung bringen, was ich gut fand. Wenn die Umstände nicht so unrealistisch gewesen wären.

 

Dramaturgie


Der Film beginnt, wie eine Conan-Folge, mit einer Einleitung - wir sehen eine Auktion. Nach ein bisschen Vorgeplänkel wird ausfühlich ein Flugzeugabsturz (das Bild soll dadurch geklaut werden) beleuchtet. Gefühlte 15 min lang sehen wir verwackelte Bilder und viel Dramatik. Danach werden Fälle vorläufig gelöst, Kaito Kid taucht auf, stielt ein Bild, um eines der beteiligten Museen zu erpressen. Suzuki stellt das Geld zur Verfügung, um sich die Zusammenarbeit zu sichern (die er angeblich schon zu Beginn des Filmes sicher hatte...) Mit einem spektakulären Trick (den man nicht ohne Schäden überleben würde, aber eine Figur tut es trotzdem...) holt sich Kaito Kid das Geld. Eine halbe Stunde vor dem Ende sind 1,5 Fälle gelöst und es gibt viel Drama, aber Museum plus Felsen und Wasser(kraftwerk) sind keine gute Idee. Irgendjemand muss das geologische Gutachten verbummelt und die Baugenehmigung auf einer Weihnachtsparty erteilt haben... *grübel*

Die letzten 30 min fand ich sehr spannend. Denn Conan und Kaito haben ein Problem, das nicht einfach zu lösen ist.

Der Film enthält vieles, was auch in einem Anime unlogisch ist und das ist ärgerlich. Immerhin: Es gibt eine Szene, die bewusst variiert wird - das war eine nette Idee!

Das Grundthema


Die finanzielle und emotionale Seite des Kunstbetriebes

Der Suzuki-Konzern kauft eines der 7 Bilder für viel Geld, um die anderen Kunstwerke, die in der Welt verstreut sind, nach Japan zu locken. Er hat ein Museum auf einem Felsen errichten lassen und möchte die Bilder dort ausstellen - einen Monat lang, für 100 Besucher täglich, die Tickets werden verlost. Mich erinnerte das an The Floating Piers von Christso. Doch im Gegensatz zu Christo, der es (hoffentlich) für die Menschen gemacht hat, geht es dem Suzuki-Konzern um Werbung, denke ich. Suzuki schreckt nicht vor Erpressung zurück und hat die Überführung der Bilder in einem thematisch angemalten Flugzeug organisiert. Damit provoziert er Kaito Kid und dieser verstärkt des Interesse unabsichtlich durch seine Auftritte. Suzuki gibt viel Geld aus, um sein Prestige zu steigern.

Im Gegensatz dazu stehen drei Figuren, die durch die Sonnenblumen etwas verloren haben. Die Faszination für die Sonnenblumen hat Menschen in den Wahnsinn getrieben, wie "Der Ring" aus Herr der Ringe. Einige haben sie geliebt, andere gefürchtet und andere haben sie so sehr geliebt, dass sie den Blick für das Wesentliche verloren haben.

Ich denke, beides sind Extreme, die es real gibt. Dass Kunst über-bewertet wird und dass Menschen eine so enge Bindung aufbauen, dass es gefährlich für sie wird. Vielleicht sollten wir uns einfach vorstellen, dass manche Künstler morgens aufstehen, am Himmel Wolken sehen und malen. Wolken.

Übrigens: Die Sonnenblumen-Bilder gibt es tatsächlich und wie im Film erklärt sind manche Kopien von anderen. Auch das Triptichon existiert.

Der Zeichenstil


Man merkt, dass seit der ersten Conan-Folge Jahre vergangen sind: Die Linien sind sehr klar, aber nicht zu scharf, die Farben nicht zu grell und alles wirkt harmonsch. Extrem gestört hat mich die Computergrafik. Vielleicht ist die Kombination aus 2D- und 3D-Grafik nichts für mich, aber ich fühlte mich wie im Jahre 1999, als man der Unterschied zwischen beiden sehr, sehr deutlich war. Ich verstehe nicht, warum man ein Flugzeug oder Geldscheine animieren muss....

Fazit


Das Thema gefällt mir sehr, aber der Film ist langweilig erzählt, hat viele kleine und einige große Logik-Lücken und wirkt ein bisschen planlos.

Eine interessante Kritik zum Film findet ihr auf Sumikai.

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