Mittwoch, 28. Juni 2017

"Wem Marie vertraute" von Elisabeth Denis

Hallo!

Mit diesem Buch fing alles an. Ich hatte es bei einer Aktion gewonnen - aber den zweiten Band vor dem ersten zu lesen, das wollte ich nicht. Daher war (und bin) ich motiviert, alle drei Bände zu lesen.





 

 

Allgemeines


"Wem Marie vertraute" hat 240 Seiten und wird von Oettinger34 herausgegeben. Das E-Book kostet 6 EUR, die Papierversion 10 EUR.

Es handelt sich um den zweiten Band einer Trilogie.

Elisabeth Denis hat Kunstgeschichte und Germanistik sowie Schauspiel studiert und arbeitet derzeit als Schauspielerin und Sprecherin.

Worum geht es?


Der erste Band schilderte die Erlebnisse vor und nach Maris Tod aus Sicht ihrer Freundin Emma. Außerdem erfährt der Leser, dass es ein Tagebuch gibt. Der zweite Band beschreibt die Wochen vor Maries Tod und erklärt, wie sie die Tagebuchauszüge verfasste. Dabei klärt sie ein Familiengeheimnis auf...

Die Hauptfigur


Marie wirkte auf mich schwer greifbar, haltlos, daher hat mich auch das Buch haltlos zurückgelassen. In den letzten Wochen vor ihrem Tod war Marie auf ihre heimliche Liebe konzentriert und hat sich von ihren Freundinnen entfernt. Sie modelt, um sich Geld für die Reise nach Australien zu verdienen, aber Modeln bedeutet ihr nichts. Sie zeichnet gern, aber das gibt ihr nur wenig Halt. Und auch das Haus ihrer Tante in Nienbrock, das früher Rückzugsort für sie war, hat sich verändert.

Das Verhältnis zu ihren Eltern ist angespannt: Der Vater hat die Mutter verlassen und wurde ersetzt durch einen prolligen Kerl, der Marie ständig anbaggert. Die Mutter nimmt das missmutig zur Kenntnis, hat aber ohnehin wenig Interesse an ihrer Tochter. Im Mittelpunkt steht für sie die Arbeit als Anwältin. Maries Mutter wirkte auf mich verbittert. Ich glaube, dass sie sie gern hat, aber es nicht zeigt, weil Marie sie an den Verlust des Freundes/Vaters erinnert.

Marie ist ein nettes Mädchen, das sich ihrer Verantwortung für die Freunde und den Job bewusst ist. Es gefällt mir, dass sie bodenständig und sehr empfindsam ist. Besonders letzteres unterscheidet das Buch stilistisch von "Wen Emma hasste": die Beobachtungen. Sie berichtet oft von Details.

Der einzige Mensch, der ihr Sicherheit gibt und sie mit Leben füllt, ist ihre heimliche Liebe. Doch diese wird von einem Geheimnis überschattet.

 

Spannung, Erwartungen und Schreibstil


In diesem Buch hat sich der Kreis der Verdächtigen erweitert, weil vermeintlich nette Figuren ihre dunkle Seite gezeigt haben. Viel Missgunst existiert. Ähnlich wie in "Wen Emma hasste" habe ich nicht das Gefühl, mich in einem Krimi zu befinden, in dem Figuren etwas erreichen wollen. Sie wollen etwas beschützen.

Ich hatte erwartet, dass "Wem Marie vertraute" nur Tagebuch-Einträge schildert, aber sie erzählt auch außerhalb dieser Ebene. Ich fand es faszinierend, wie sie Dinge schreibt und wegstreicht und sich fragt, warum sie das Geheimnis beschützen muss.

Der Schreibstil hat mir gefallen: Der Text ist jung und erinnert an "Wen Emma hasste", legt den Schwerpunkt jedoch auf anderes. Man merkt, dass Marie eine andere Figur ist, aber der Stil wirkt nicht verkrampft. Experiment gelungen!

Fazit


"Wem Marie vertraute" hat mich emotional nicht so sehr berührt wie der erste Band, weil ich Marie nicht greifen konnte. Und weil Freunde, auch wenn ich verliebt bin, eine große Rolle in meinem Leben spielen. Allerdings besticht das Buch mit seinem Inhalt: Es passiert viel und das Geheimnis ist interessant. Ich hatte viel Spaß beim Raten!

Übriges

Eine sehr ausführliche Rezi hat Lilstar verfasst. Sie legt den Schwerpunkt auf die zeitliche Abfolge und auf Marie. Das fand ich sehr interessant!

World of Books and Dreams betrachtet Kassy genauer, die für mich weniger eine Rolle spielte.



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